Geld oder Gutscheine für Mitarbeiter?

Pro und Contra: Gehaltserhöhung vs. Essenszuschuss

Geld oder Sachleistung: Was taugt mehr als dauerhafter Motivator?

  • 8th Feb 2017
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Nur Bares ist Wahres: Da möchte man sich großzügig geben und den Mitarbeiter mit einer Gehaltserhöhung belohnen und dann… Dem Arbeitnehmer bleiben am Ende netto weniger als zuvor! Der Schuss ging nach hinten los und übrig bleibt der Blick in lange Gesichter.

Sind daher Essenszuschüsse und Co. mehr wert und effektiver bezüglich der Mitarbeitermotivation als die nächste Gehaltserhöhung? Es kommt natürlich darauf an, worauf man in Sachen Personalführung den Fokus legt. Möchten Sie beim Recruiting punkten, das Engagement am Arbeitsplatz erhöhen oder Mitarbeiter dauerhaft binden? Gehaltserhöhung wie Essenszuschüsse sind Instrumente des HR-Managements, welche Vor- und Nachteile bergen. Es gilt von Unternehmen zu Unternehmen abzuwägen, welches Instrument das richtige ist für motivierte, leistungsbereite und zufriedene Mitarbeiter.

Essenszuschuss – Pro

Bei Essenszuschüssen spricht man auch vom sogenannten geldwerten Vorteil, also einer Sachleistung, die an Mitarbeiter vergeben wird. Essenszuschüsse bieten einige Vorteile für Arbeitnehmer wie für den Arbeitgeber. Sie fallen unter den sogenannten Sachbezugswert, der für Essenszuschüsse 2017 gerade erhöht wurde. Es können demnach 6,27€ pro Tag und pro Mitarbeiter steuerfrei vergeben werden. Die Zusatzleistung kommt also zu 100 Prozent beim Arbeitnehmer an.

Mit dem richtigen Produkt können Essenszuschüsse sogar individuell beim Supermarkt, Restaurant oder Imbiss um die Ecke eingelöst werden – je nach Geschmack. Essenszuschüsse können damit für alle Mitarbeiter gleich vergeben werden, denn sie sind individuell einsetzbar und lassen Raum für individuelle Wünsche für die täglich eben notwenige Mittagsverpflegung. Dabei ist es ganz gleich, ob die Zuschüsse an den Vegetarier oder den Fastfood-Fan gehen. So halten Essenszuschüsse auch den organisatorischen Aufwand auf Arbeitgeberseite gering.

Essenszuschuss – Contra

Der ein oder andere Mitarbeiter könnte es jedoch als ungerecht empfinden, dass jemand, der weniger leistet, Zuschüsse in gleichem Umfang erhält. Dies könnte man aber kompensieren mit weiteren Zuschüssen, die nur vereinzelt und ebenfalls steuerfrei vergeben werden können. Dazu zählen zum Beispiel Shopping-Gutscheine, Zuschüsse zum Kindergarten, zum Fitnessstudio, zum neuen Laptop oder Smartphone oder zur Altersvorsorge. 

Gehaltserhöhung und Boni – Pro

Wer freut sich nicht über mehr Geld? Kurzfristig gesehen ist eine Gehaltserhöhung immer absoluter Motivator und Freudebringer und auch im Kampf um Fachkräfte und junge Nachwuchstalente einer der wichtigsten Faktoren. Langfristig gesehen ist ein mögliches hohes Gehalt für Mitarbeiter auch wichtig mit Blick auf die Rente, die ja am Einkommen im Laufe des Arbeitslebens bemessen wird. Besonders für Besserverdiener ist das Gehalt nicht nur Zweck zum Bestreiten des Alltags, sondern auch Statussymbol und wichtige Grundvoraussetzung. 

Gehaltserhöhung und Boni – Contra

Leider sind Gehaltserhöhungen eher selten und damit kein dauerhafter Motivator. Der Mitarbeiter spürt nicht direkt und tagtäglich, was ihm zugute kommt. Zudem ärgern sich Mitarbeiter, wenn vom Bonus oder dem Weihnachtsgeld netto eigentlich nichts übrig bleibt. Ist der Bonus für das Erreichen bestimmter Ziele netto so gering, dass dieser aus Sicht des Mitarbeiters mit dem ganzen Zusatzaufwand in keinem Verhältnis steht, kann sich dies negativ auf die Leistung beziehungsweise die nächste Zielvereinbarung auswirken. Frust macht sich breit.

Des Weiteren gilt bei einer Gehaltserhöhung zu beachten: Mit höherem Einkommen steigt der Steuersatz, also Einkommensteuer-Anteil am Bruttolohn.

Die Abzüge erhöhen sich und es bleibt am Ende manchmal weniger übrig als vorher. Eine Gehaltserhöhung muss – besonders im unteren Lohnsegment – hoch ausfallen, damit der Adressat einen Effekt bemerkt. Da ist ebenfalls Frust vorprogrammiert.

Wann lohnt es sich also auf Essenzuschüsse und wann auf Gehaltserhöhungen zu setzten?

Vielleicht schließt das eine das andere gar nicht aus, denn beides kann sich lohnen – für Mitarbeiter wie für Sie als Arbeitgeber. Auch eine Möglichkeit ist, die Mitarbeiter selbst entscheiden zu lassen.

Ansonsten gilt: Immer dann, wenn die Gehaltserhöhung auf Grund von progressivem Steuertarif und Inflation netto kein Plus für den Arbeitnehmer bedeutet (kalte Progression), sind Essenzuschüsse ein ideales Tool, um dies zu umgehen.Auch als Ersatz zur Kantine, die nun mal nicht jedes Unternehmen bieten kann, sind Essenszuschüsse optimal, um dies zu kompensieren und manchmal auch das Zünglein an der Waage im Kampf um junge Fachkräfte.

 

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Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.