Das 1×1 der steuerfreien Verpflegungszuschüsse

Betriebliche Sozialleistungen für (Mandanten und) Ihre Mitarbeiter

Die Leistungssteigerung sowie der Leistungserhalt im Unternehmen sind zentrales Ziel des Human Ressources Management. Was bei vielen Geschäftsführern, Steuerberatern und Co. leider immer noch nicht angekommen ist: Zahlreiche Maßnahmen zur Motivation der Belegschaft genießen staatliche Unterstützung und sind von der Steuer befreit. Besonders Maßnahmen zur Verpflegung von Mitarbeitern lassen sich mit cleveren Lösungen ohne hohen Kapitaleinsatz oder Aufwand realisieren.
Im Folgenden lesen Sie, welche Möglichkeiten Sie steuerrechtlich bei der Verpflegung der Mitarbeiter in Anspruch nehmen können, welche Tipps wir Ihnen mit an die Hand geben möchten und was es 2017 zu beachten gilt.


Definition

Zunächst einmal: Verpflegungszuschüsse für Mitarbeiter gelten in Deutschland als betriebliche Sozialleistungen und werden als Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 EStG gewertet. Diese Zuschüsse als betriebliche Sozialleistungen sind Leistungen vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer. Sie sind bis zu einer gewissen Grenze steuer- und abgabenfrei zu vergeben. Zur steuerfreien Vergabe der Verpflegungszuschüsse für Mitarbeiter gibt es zwei verschiedene Varianten.

 

Verpflegungszuschuss – mit oder ohne Arbeitgeberbeteiligung?

Vorab: 2017 wurde der Sachbezugswert für den arbeitstäglichen Essenszuschuss erhöht. Der Maximalbetrag für den arbeitstäglichen Essenszuschuss liegt bei 6,27 € pro Mitarbeiter. Dieser Betrag kann per Essensscheck vergeben werden und setzt sich zusammen aus:

•    Sachbezugswert: 3,17 €
•    Scheckwert: 3,10 €

70% der Unternehmen machen diesen Betrag pauschal geltend als betriebliche Sozialleistung und Analog zur Kantine – ganz ohne Arbeitnehmeranteil.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit Zuschüsse zur Verpflegung mit Beteiligung des Arbeitnehmers zu vergeben.

Im Folgenden sehen Sie beide Möglichkeiten im Vergleich:

Grafik zum Sachbezugswert

Zusammengefasst: Je nach Beteiligungsmodell können Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern jährlich bis zu 1.379 € bei max. 220 Arbeitstagen zukommen lassen.

•    1.379 € – das Unternehmen übernimmt den Mitarbeiteranteil von 3,17 Euro mit einer Besteuerung von 25 %
•    682 € – der Arbeitnehmer zahlt den Mitarbeiteranteil von 3,17 Euro, es fallen keine zusätzliche Lohnnebenkosten an


Bitte beachten:

•    Steuerfrei bleiben die Essenszuschüsse nur, wenn der Sachbezugswert eingehalten wird. Die Steuerfreiheit ist nichtig, sobald der Wert auch nur einen Cent übersteigt. Arbeitgeber sollten daher die Dokumentationspflicht für die Vergabe der Essenszuschüsse beachten– auch zur Eigenkontrolle.

•    Alkoholische Getränke sind im Rahmen der steuerfreien Zuschüsse für Mitarbeiter nicht abgedeckt.

•    Eine Mittagspause ist ohnehin Pflicht im Unternehmen. Nach §4 des ArbZG muss jeder Arbeitnehmer, der mehr als sechs Stunden täglich arbeitet, eine halbe Stunde Pause machen, bei neun Stunden am Tag sind es 45 Minuten.

„Unternehmen müssen ein Bewusstsein für das Thema „Pausen am Arbeitsplatz“ schaffen und Mitarbeitern Zeit einräumen, sich um ihr Wohlergehen zu kümmern. Es muss klar kommuniziert werden, wie wichtig Stressabbauphasen und gesunde Ernährung im Arbeitsalltag sind und dass diese zum Wohle der Gesundheit und der Produktivität ausdrücklich erwünscht sind. Mitarbeiter sind das höchste Gut und genau so muss auch mit ihnen umgegangen werden“, so George Wyrwoll von Sodexo Benefits and Rewards Services.

 

3 Tipps zum steuerfreien Verpflegungszuschuss

1. Clevere Alternative: Steuerfreie Essenszuschüsse für Mitarbeiter – zum Beispiel in Form von Gutscheinen – sind eine kostengünstige Alternative zur teuren Betriebskantine. Arbeitgeber sparen und können mit der richtigen Lösung pro Jahr und Mitarbeiter bis zu 1.379 € steuerfrei für die Verpflegung vergeben.
Des Weiteren können steuerfreie Essenszuschüsse eine gute Alternative zur Gehaltserhöhung oder zum Boni sein. Es fallen keine Lohnnebenkosten an und auch beim Arbeitnehmer kommt diese Art der Gehaltserhöhung zu 100% ohne die Abgabe von Steuern an.

2.  Individuelle Geschmäcker: Gutscheine zur steuerfreien Verpflegung bieten zahlreiche Vorteile. Zum Beispiel sind sie individuell einsetzbar. Clevere Lösungen finden nicht nur in Restaurants Akzeptanz, sondern auch am Imbiss, beim Bäcker und im Supermarkt.
Übrigens auch praktisch für Mitarbeiter auf Reisen, im Außendienst oder Leiharbeitnehmer, denn mit der richtigen Lösung besteht eine deutschlandweite Akzeptanz.

3. Keine Dokumentationspflicht: Essenmarken und Essensgutscheine beziehungsweise Restaurant Checks lösen die Dokumentationspflicht ab. Der Aufwand für das Unternehmen ist somit minimal.

 

 

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