Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer sitzen neben einander auf einer Couch. Die Frau liest ein Buch

Potenzialentfaltung: Gender Management als Ansatz der Zukunft

Stärken erkennen, fördern und nutzen

GendermanagementSchon mal etwas von Gender Management gehört? Das frage ich immer mal wieder Führungskräfte, mit denen ich arbeite. Die Reaktionen sind meist Schweigen und fragende Gesichter. Gender? Was ist das eigentlich? Und wie um Himmels Willen soll man das managen?

Die Antwort ist: Gender Management ist  ein innovativer Ansatz, um das Potenzial von Frauen für die deutsche Wirtschaft zu entfalten – ein Schritt, der mit Blick auf den intensiven globalen Wettbewerb um die besten Köpfe und den demographischen Wandel unternehmerisch wesentlich ist.

Doch eins nach dem anderen… Was meint Gender überhaupt?
Im Gegensatz zum englischen Wort Sex – dem biologischen Geschlecht – bezeichnet Gender die gesellschaftlichen Zuschreibungen, die unser Bild von „männlich“ und „weiblich“ prägen, Es ist also das, was wir im Kopf mit Mann und Frau verbinden – das sogenannte soziale Geschlecht. Diese Zuschreibungen sind unabhängig vom biologischen Code, der mit Männlichkeit und Weiblichkeit einhergeht. Gender Management geht davon aus, dass solche gesellschaftlichen Zuschreibungen Folgen haben für die Art und Weise, wie Männer und Frauen sich verhalten. Das gilt natürlich auch für Geschlechterrollen im Beruf. Trotzdem haben sich Unternehmen lange Zeit in Geschlechterblindheit geübt. Unterschiede zwischen Mann und Frau wurden meist bewusst ignoriert. Schließlich sollen doch beide Geschlechter gleich behandelt werden, da können wir uns doch nicht auf die Unterschiede fokussieren!

Der Gender-Ansatz bricht mit dieser Haltung. Er versucht, die Geschlechterverhältnisse im Unternehmen bewusst wahrzunehmen und systematisch zu gestalten. Gender-Management geht dabei aktiv mit dem unterschiedlichen Arbeitsverhalten von Frauen und Männern um. Ziel ist es, das Wohlbefinden von Frauen und Männern zu erhöhen – und so schlussendlich ihre Produktivität. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gesteigert.

Gender Management wagt sich so an die Aufgabe, den größten ungehobenen Schatz der deutschen Wirtschaft zu bergen: Das Potenzial der weiblichen Berufstätigen. Das liegt heute viel zu häufig brach, vor allem weil die Strukturen und Prozesse unserer Unternehmen viel zu wenig auf weibliche Bedürfnisse eingehen. Unternehmenskulturen sind stark männlich geprägt, durch Rivalitätsverhalten oder eine übertrieben Präsenzkultur.

Das hat teure Folgen: Der Anteil von Frauen auf den Führungsetagen ist viel zu gering. Und auf allen Ebenen gelingt es zu wenig, Perspektiven und Ideen von Frauen in das Unternehmenshandeln einfließen zu lassen. Das kostet bares Geld; jeden Tag, Jahr für Jahr. Mit Blick auf den demographischen Wandel und den intensiven globalen Wettbewerb können wir uns das nicht weiter leisten. Schließlich stellen Frauen die Hälfte der Bevölkerung. Wollen wir uns wirklich damit abfinden, dass ihre Potenziale für die Wirtschaft weitgehend ungenutzt bleiben?

 

Im nächsten Beitrag meiner Kolumne lesen Sie mehr über Ansätze für erfolgreiches Gender Management! Mit meinem Vortrag Warum Frauen shoppen und Männer einkaufen“  habe ich bereits zahlreiche Zuschauer für die kleinen Unterschiede von Frauen und Männern im Berufsleben sensibilisieren können.

Bis bald,

Ihre Nicola Fritze

 

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.