Vor steht vor mehreren Masten mit europäischen Fahnen

Kulturunterschiede im Unternehmen: Was Führungskräfte beachten müssen

Interkulturelles Verständnis für motivierte Mitarbeiter

Kulturunterschiede im UnternehmenFührungskräfte prägen die gesamte Unternehmenskultur und gelten nicht selten als Vorbild für ihre Mitarbeiter. Damit geht eine große Verantwortung einher. Ihr Verhalten ist ausschlaggebend dafür, wie in einer Firma miteinander gearbeitet und umgegangen wird und wie motiviert und engagiert die einzelnen Mitarbeiter sind. Um das größte Potenzial aus ihnen herauszuholen gibt es nichts Elementareres, als die unterschiedlichen Bedürfnisse der Angestellten zu erkennen und zu beherzigen – und das ist gar nicht so einfach. Viele Firmen arbeiten immer internationaler und rekrutieren in Zeiten des Fachkräftemangels kluge Köpfe aus dem Ausland. So auch das Dentalunternehmen Sirona in Bensheim, das mittlerweile Mitarbeiter aus 35 verschiedenen Nationen zählt. Unterschiedliche Kulturen und Sitten bedeuten aber auch immer unterschiedliche Bedürfnisse, die es zu berücksichtigen gilt…

Vielfalt managen: die Kommunikation
Führungskräfte müssen interkulturelle Teams managen. Das fängt schon bei der Kommunikation an. Verzichten Sie zum Beispiel lieber auf Redenwendungen, Dialekte oder auf Ausdrücke aus dem alltäglichen Sprachgebrauch, damit sich niemand ausgeschlossen fühlt oder in die peinliche Situation kommt zuzugeben, dass er Sie nicht verstanden hat. In vielen deutschen Firmen wird daher Englisch gesprochen, damit alle Mitarbeiter kommunikationstechnisch auf einem Level sind.

Sensibilität als Voraussetzung: die anderen Sitten…
Mit den verschiedenen Kulturunterschieden und Sitten muss sensibel umgegangen und zum Beispiel auf religiöse Gepflogenheiten Rücksicht genommen werden. Auch die Körpersprache spielt eine große Rolle. Nicht in jedem Land hat jedes Handzeichen die gleiche Bedeutung und in China gilt es beispielsweise als unhöflich, dem Redner während eines Gesprächs permanent in die Augen zu schauen. Hier wird viel indirekter kommuniziert. Ein herzhaftes, lautes Lachen oder lachen ohne dabei die Hand vor den Mund zu halten gilt in China als schlechtes Benehmen.

Fragen Sie vor Beginn der Zusammenarbeit Erwartungen ab, machen Sie sich über die Sitten der einzelnen Länder schlau und versuchen Sie die Angestellten etwas besser kennenzulernen. Kennt man die Kulturunterschiede, so fällt die Wahl des richtigen Führungsstils leichter und gewünschte Ergebnisse können leichter erreicht werden.

Teamwork: die Integration
Neue Mitarbeiter aus dem Ausland sollten Sie so schnell wie möglich in das Team integrieren, damit die Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern funktioniert.
Organisieren Sie am besten gemeinsame Lauftreffs oder andere Team-Aktivitäten nach der Arbeit und stellen Sie dem Neuling einen Paten zur Verfügung, einen Kollegen, der ihm in der ersten Zeit zur Seite steht.

Fazit: Unterschiedliche Nationalitäten in einem Unternehmen erfordern zwar mehr Sensibilität und Zuwendung seitens der Führungskräfte, andererseits bergen sie aber auch viele Vorteile für den gesamten Betrieb. Vielfalt, unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen fördern die Kreativität, die Wettbewerbsfähigkeit und bergen Wachstumspotenziale. Der Wissenstransfer im gesamten Unternehmen kann nur wachsen – eine Grundvoraussetzung für innovatives Arbeiten.

Buchtipp: Interkulturelle Handlungskompetenz: Versiert, angemessen und erfolgreich im internationalen Geschäft, von Alexander Thomas. Hier geht es um klassische Managementaufgaben wie Teamarbeit und Vertrauensmanagement mit ausländischen Partnern/Kollegen/Mitarbeitern nebst vieler konkreter Fallbeispiele.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.