Stressbewältigung

Stressbewältigung am Arbeitsplatz

So bleiben Chefs und Mitarbeiter entspannt

Burnout ist heute verbreiteter denn je. Leider kann es fast jeden treffen, Chefs wie Angestellte. Ursachen gibt es viele: Zeitdruck, zu wenig Bewegung durch stundenlanges Arbeiten am Schreibtisch, Überstunden, Missstimmung im Team und vieles mehr. Die Stressbelastung empfindet dabei jeder Mensch auf unterschiedlich starke Art und Weise. Nicht jeder verfügt über gleich starke Nerven. Gefreit ist keiner vor der Volkskrankheit Nummer eins.

Das Fatale: Stress bei der Arbeit macht Mitarbeiter krank und kostet Unternehmen sehr viel Geld, auf Grund von krankheitsbedingten Ausfällen und Leistungsabfällen in der Belegschaft.

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Methoden und Übungen, um Stress entgegen zu wirken und Bornout-Prävention zu betreiben. Entscheiden Sie sich für ein betriebliches Stress- und Gesundheitsmanagement und helfen Sie den Mitarbeitern Stressverursacher rechtzeitig zu erkennen und Personalausfälle zu reduzieren.

Mitarbeiterin meditiert zur Stressbewältigung im Büro

Stressbewältigung: 7 Tipps, um Hektik und Anspannung am Arbeitsplatz zu vermeiden

Die Umfrage
Stressprävention: Starten Sie mit einer internen Umfrage unter Ihren Mitarbeitern und finden Sie heraus, wie Sie Ihre Angestellten in Sachen Stressbewältigung am Arbeitsplatz unterstützen können. Unterschiedliche Bedürfnisse fordern individuelle Maßnahmen.

Das Gruppentraining

Organisieren Sie für Ihre Mitarbeiter Angebote wie Firmenfitness oder einen Workshop zum Thema Stressbewältigung am Arbeitsplatz. Einen Personal Trainer oder Life Coach zu engagieren ist nicht immer billig, aber sicher günstiger als ein Mitarbeiter, der auf Grund von Stress seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann.

Laut unserem Incentimo-Gesundheits-Experten Boris Schwarz reichen schon 8 Minuten Fitness am Tag: Dafür hat er das „8-Minuten-Anti-Stress-Workout“ entwickelt, welches auch im Büro oder auf Geschäftsreisen und ohne Geräte absolviert werden kann:

 

Die Grundbedürfnisse
Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter in der Regel immer die Möglichkeit haben ausreichend zu trinken und zu essen, einen ruhigen Arbeitsplatz vorfinden, eine Rückzugsmöglichkeit haben – eventuell sogar für einen kurzen Mittagsschlaf – und an ihrem Schreibtisch nicht frieren oder schwitzen müssen. Wenn es zum Beispiel schwierig ist einen ruhigen Arbeitsplatz bereitzustellen, weil es bei Ihnen nur Großraumbüros gibt, dann sorgen Sie zumindest dafür, dass jeder Angestellte über gut funktionierende Kopfhörer verfügt, um sich etwas abschotten und in Ruhe auf seine Arbeit konzentrieren zu können.

Die Belohnung
Vergessen Sie nicht nur, Ihre Mitarbeiter für gute Leistungen zu loben, sondern auch diejenigen zu belohnen, die besonders auf ihre Gesundheit achten oder vielleicht sogar gerade mit dem Rauchen aufhören. Das motiviert auch andere Beschäftigte und beugt (stressbedingten) Krankheitsfällen im Unternehmen vor.

Praktische Übungen gegen Stress am Arbeitsplatz

  1. Die Atemübung:Rechtes Nasenloch zuhalten und fünf Minuten nur durch das linke atmen. Hierbei handelt es sich um eine Atemübung aus dem Yoga, die hilft, herunterzufahren und den gesamten Körper zu beruhigen.
  2. Der Spaziergang:Immer wenn es geht, sollte in der Mittagspause ein Spaziergang eingelegt werden. Fünf oder zehn Minuten sind besser als nichts.
  3. Das Trinkspiel:Einfach mal eine Minute lang ohne Unterbrechung kleine Schlucke stilles Wasser trinken. Ergebnis: Der Puls wird langsamer und man beginnt zu relaxen. Eine andere Idee sind spezielle Entspannungstees aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt.
  4. Die Akupressur:Es gibt zahlreiche Antistresspunkte, die beruhigend auf den ganzen Körper wirken sollen. Drückt man zum Beispiel zehn Sekunden lang mit dem Daumen der rechten Hand die weiche Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger am Handrücken, dann zwei Sekunden lockerlassen und wieder zehn Sekunden auf den genannten Punkt drücken. Das Ganze eine Minute lang machen und dann die Hand wechseln. Eine Übung, die sich leicht am Schreibtisch durchführen lässt.
  5. Die progressive Muskelentspannung: Muskelgruppen gezielt für zehn Sekunden stark anspannen und wieder entspannen. Am besten beginnt man mit den Füßen, Beinen und arbeiten sich den Körper hoch. Am Ende die Lippen aufeinander pressen, die Augen fest zukneifen und die Stirn in Falten legen. Wieder zehn Sekunden halten, dann entspannen. Danach soll der Körper besser durchblutet werden und wieder mehr Energie für die Arbeit da sein. 

Die Pendlerfrage

Gewähren Sie Ihren Mitarbeitern zur Stressbewältigung Homeoffice und ersparen Sie ihnen ab und zu den alltäglichen Pendelstress. Das tägliche Stop and Go zur Arbeit und zurück kostet Nerven und der Tag beginnt bereits mit einer entnervten Stimmung.
Für Mitarbeiter, die besser und konzentrierter im Homeoffice als im Großraumbüro arbeiten können, ist das Homeoffice ohnehin die produktivere Lösung.
Die Work-Life-Balance

Stress vorbeugen: Nicht nur Homeoffice, sondern auch flexible Arbeitszeiten können den Stresspegel immens reduzieren. Manch ein Mitarbeiter geht vor der Arbeit lieber zum Sport und kann erst gegen Abend so richtig kreativ werden oder 100% Leistung abrufen. Hier ist es wichtig individuelle Möglichkeiten zu schaffen und Arbeitnehmern zu Möglichkeit zu geben, ihren Alltag in Balance zu bringen.

So helfen Sie Ihren Mitarbeitern, die optimale Work-Life-Balance zu erreichen – ein Interview mit Bruno Vanhaelst

Bei sowohl privat als auch beruflich vielbeschäftigten, rund um die Uhr vernetzten Mitarbeitern kann die Work-Life-Balance leicht in Schieflage geraten – darunter leidet auch die Arbeitsleistung. Bruno Vanhaelst, Senior Vice President Marketing, Strategy and Sales Development bei Sodexo Benefits and Rewards Services sowie Sodexo Personal and Home Services, spricht über Herausforderungen und Lösungen, die sich für Unternehmen in diesem Bereich auftun.

Warum sollten Unternehmen dem Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben mehr Aufmerksamkeit schenken?
Bruno Vanhaelst: Zunächst einmal, weil dieses Thema für Arbeitnehmer Priorität hat. In einer rund um die Uhr vernetzten Welt, in der die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit verwischen, ist es nicht immer einfach, die ideale Work-Life-Balance zu erreichen. Flexible Arbeitszeiten sind daher ein wichtiger Lösungsansatz. Studien zufolge werben fast die Hälfte der HR-Manager mit flexiblen Arbeitszeiten um neue Talente für ihr Unternehmen[1], und die meisten Führungskräfte in den USA sind überzeugt, dass diese Art der Arbeitszeitgestaltung positive Auswirkungen auf das Engagement (60 %), die Motivation (57 %) und die Zufriedenheit (68 %) der Mitarbeiter hat[2]. Ein aktueller Bericht von Sodexo[3] weist nach, dass 90 Prozent der Arbeitnehmer sich mehr Zeit außerhalb des Arbeitsplatzes wünschen, und gemäß einer weiteren Studie[4] steht die Verbesserung der Work-Life-Balance an zweiter Stelle der Prioritäten von Arbeitnehmern. Zum Zweiten sind Angestellte, die Arbeits- und Privatleben nur schwer miteinander vereinbaren können, weniger engagiert und produktiv.

Welche Probleme sorgen dafür, dass das Verhältnis zwischen Beruflichem und Privatem aus dem Gleichgewicht gerät?
Bruno Vanhaelst: Das kann sowohl durch einmalige Situationen wie auch durch Dauerzustände geschehen: die Heizung zu Hause ist kaputt, das Kind ist krank oder ein älteres Familienmitglied hat gesundheitliche Probleme – dies betrifft besonders Vertreter der „Sandwich-Generation“, die sich sowohl um ihre Kinder als auch die Eltern kümmern und zugleich einer beruflichen Tätigkeit nachgehen müssen. Ähnlichen Belastungen sind Alleinerziehende ausgesetzt, oder Kinder geschiedener Eltern, die für gleich zwei Elternpaare verantwortlich sind. Auf der anderen Seite steht der berufliche Druck. Für viele Arbeitnehmer nimmt das Arbeitspensum während der Bürozeiten zu und wird auf Abende und Wochenenden ausgedehnt – vor allem durch geschäftliche E-Mails, die die Mitarbeiter auf ihren Smartphones erreichen. In einer globalisierten Welt, in der Kosteneinsparungen für Unternehmen an vorderster Stelle stehen, wird von den Mitarbeitern verlangt, mit weniger Ressourcen mehr zu leisten und länger zu arbeiten. All diese Faktoren führen zu Stress, und dieser wiederum kann ein Burnout oder sogar Depressionen zur Folge haben. In Großbritannien werden die Verluste durch arbeitsbedingten Stress auf 10,4 Mio. Arbeitstage pro Jahr geschätzt[5]. Dieselbe Studie kam zu dem Ergebnis, dass 27 Prozent der Angestellten aufgrund von Überstunden an Depressionen, 34 Prozent an Angstgefühlen und 58 Prozent an Reizbarkeit leiden. Auch hier ist klar, dass sich solche Bedingungen negativ auf Mitarbeiterleistungen und die Bindung an das Unternehmen auswirken.

Was können Arbeitgeber hier tun?
Bruno Vanhaelst: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wobei die Geschwindigkeit und Komplexität unseres modernen Lebens ein gesellschaftliches Problem ist, das nicht von einem einzigen Unternehmen gelöst werden kann. Zuerst sollte die Firma eine angenehme Arbeitsumgebung schaffen. Als Zweites kann sie eine Reihe von Leistungen anbieten, die die Mitarbeiter in ihrem anstrengenden Alltag unterstützen, wie zum Beispiel Kinder- und Seniorenbetreuung, finanzielle Hilfen, flexible Arbeitszeiten oder Concierge-Services. Dabei geht es um Lösungen, die den Angestellten Zeit, Geld oder beides sparen. Ein dritter Schritt wäre dann die Einführung von Programmen zur Verbesserung des Wohlbefindens mit Gesundheits- und Wellnessangeboten sowie von Plattformen für die Mitarbeiteranerkennung, Beratung und Unterstützung bei Problemen oder Weiterbildungsangeboten.
Wichtig ist es natürlich auch, die angebotenen Leistungen auf die verschiedenen Mitarbeiterprofile und Lebensstile abzustimmen.


Welche Art von Mitarbeiterprofilen gibt es?Bruno Vanhaelst:
Eine internationale Studie von Sodexo konnte vier verschiedene Gruppen ausmachen[6]. Die „Pragmatiker“ sind im Allgemeinen älter, kinderlos und arbeiten für große Unternehmen. Für diese Gruppe spielt das Gehalt eine größere Rolle. Die „Sinnsucher“ sind jünger und arbeiten häufig für Start-ups. Die Höhe des Gehalts steht für sie an untergeordneter Stelle. In allen sozialen Schichten und Altersgruppen finden Sie den dritten Typ, den „Work-Life-Balancer“. Die vierte Kategorie bilden Mitarbeiter vom Typ „Arbeiten, um zu leben“ – diese sind häufig jünger, wollen heiraten oder eine Familie gründen und engagieren sich weniger für die Ziele des Unternehmens. Um die passende Lösung für jede dieser Gruppen anzubieten, muss man sich mit den unterschiedlichen Lebensstilen und Bedürfnissen ihrer Vertreter auseinandersetzen. 

Welche Auswirkungen kann eine bessere Work-Life-Balance haben?
Bruno Vanhaelst: Erhebliche Auswirkungen, wie sich weltweit beobachten lässt. Eine Studie von Sodexo in sieben Ländern[7] ergab, dass 89 Prozent der Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) nach der Einführung von Maßnahmen, die ihren Mitarbeitern die Vereinbarung von Privatleben und Beruf erleichtern, eine Steigerung der Produktivität und Effizienz bemerkten. Zudem gaben 88 Prozent der Befragten an, dass die Maßnahmen die Reputation des Unternehmens verbesserten, 82 Prozent berichteten, es sei leichter geworden, neue Mitarbeiter zu finden, und 74 Prozent beobachteten eine Umsatzsteigerung. Es bestehen also keine Zweifel, dass solche Initiativen Unternehmen direkt zugutekommen. Auch auf die Fluktuation und alle damit verbundenen Kosten wirken sich Schritte zur Verbesserung der Work-Life-Balance positiv aus. Eine Studie der Hay Group mit deren Datenbank von mehr als fünf Millionen Arbeitnehmern ergab, dass 25 Prozent der Mitarbeiter, die keine Unterstützung für ihre Work-Life-Balance erhielten, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Wechsel des Unternehmens planten, während es bei den Mitarbeitern, die sich von ihren Arbeitgebern unterstützt fühlten, nur 17 Prozent waren8. In einer Erhebung von Sodexo in fünf verschiedenen Ländern (Brasilien, USA, Frankreich, Polen und Indien) bewerteten die Angestellten die Work-Life-Balance als den zweitwichtigsten Aspekt einer beruflichen Tätigkeit.

Wie unterstützt Sodexo Unternehmen dabei, ihren Angestellten eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen?
Bruno Vanhaelst: Unser breites Portfolio reicht von unseren Benefits and Rewards Services bis hin zu unseren „Personal and Home Services“. Dazu gehören Kinderbetreuung, Mobilitätslösungen, Tools für die Finanzplanung, Gesundheits- und Wellnessprogramme, Concierge-Services, Leistungen für pflegebedürftige Angehörige, Programme zur Mitarbeiteranerkennung und vieles mehr. All diese Angebote ermöglichen es Angestellten, sich ihrer Arbeit voll und ganz zu widmen, weil sie sicher sein können, dass ihr Arbeitgeber sie in allen Belangen ihres Privatlebens unterstützt. Für die Angestellten stellt dies eine ganz konkrete Verbesserung ihrer Lebensqualität dar, und das Feedback, das wir von ihnen erhalten, gibt uns recht.

 

[1] The 2015 Workplace Flexibility Study, CareerArc and WorkplaceTrends.com.

[2] Dies.

[3] Verbraucherstudie zu „Circles“, Sodexo 2015.

[4] Studie von Sodexo Benefits & Rewards mit 3.224 Arbeitnehmern und 880 Unternehmen in den USA, Indien, Frankreich, Brasilien und Polen, 2016.

[5] Studie der Mental Health Foundation, 2016.

[6] Studie von Sodexo Benefits & Rewards mit 3.224 Arbeitnehmern und 880 Unternehmen in den USA, Indien, Frankreich, Brasilien und Polen, 2016.

[7] Quality of Life: a BIG asset for small business leaders, SODEXO Benefits & Rewards Services 2015.

8 http://www.cnbc.com/id/100720414