Frau halt Zettel mit gemalten Mund nach oben und Zettel mit gemalten Mund nach unten

Raus aus der Motzspirale! So gewinnen Sie Ihren Handlungsspielraum im Alltag zurück

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Wir Deutschen motzen gerne. Über das Wetter und die Politik… aber am liebsten über unsere Arbeit. Ob wir über nervige Prozesse klagen oder schwierige Projekte: wenn es um den Alltag im Büro geht, liegen negative Worte oft nicht fern.

Als Rednerin, Trainerin oder Coach bin ich in vielen Unternehmen unterwegs. Manchmal habe ich den Eindruck, als sei das Motzen dort der Normalzustand. Ob Führungskraft oder nicht: das Gespräch über das, was nicht gut läuft fällt den meisten viel leichter als der Austausch über die Dinge, die Freude bereiten. In der Kaffeeküche, Kantine oder im Großraumbüro gehört die Klage offenbar zum guten Ton.

„Lass sie doch motzen“, könnte man denken. Aber so einfach ist es nicht. Denn das viele Sprechen über Dinge, die nicht gut laufen, hat seinen Preis. So lenken wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die negativen Seiten des Alltags. Das führt dazu, dass wir eher das wahrnehmen, was uns Kraft kostet als das, was Energie gibt. Wir konzentrieren und auf die Faktoren des Alltags, die uns belasten – und machen sie so häufig größer, als sie sind.

Tatsächlich wäre es viel besser – für uns, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für das Unternehmen selbst – wenn wir vor allem das Positive besprechen würden. Zum Beispiel der gemeinsame Austausch über eine gute Idee. Oder die Freude über Dinge, die in der gemeinsamen Arbeit gut laufen. Oder das Feiern kleiner Erfolge. Das setzt positive Kraft frei, die kreative und persönliche Triebkraft erzeugen kann.

Ein erster Schritt dahin ist einfach. Oft klagen wir vor allem über die Dinge, von denen wir meinen, dass wir sie nicht beeinflussen können. Das können Führungsentscheidungen sein, die Arbeitsbelastung oder die Persönlichkeit von Kolleginnen und Kollegen. Wenn Sie sich nächstes Mal beim Motzen über Rahmenbedingungen erwischen, nehmen Sie sich eine Minute für folgende drei Schritte:

  1. Überlegen Sie: „Welche Möglichkeit habe ich, die Sache in meinem Sinne zu beeinflussen, über die ich mich gerade ärgere?“
  2. Wenn Sie keinerlei Einfluss haben, fragen Sie sich: „Kann ich durch meinen Ärger etwas verändern? Wem nutzt mein Ärger? Wem schadet mein Ärger?“ Sollten Sie feststellen, dass Ihr Ärger nichts verändert, niemandem nutzt und Sie vor allem sich selbst schaden, ist die Lösung einfach: Hören Sie auf, sich zu ärgern!
  3. Wenn Sie Einfluss nehmen können: Überlegen Sie, welche konkreten Schritte Sie gehen müssen, um die Dinge zum Besseren zu verändern. Fragen Sie sich: „Was genau muss ich tun, damit das Ergebnis am Schluss weniger ärgerlich ist als momentan?“ Konzentrieren Sie sich danach darauf, genau diese Schritte umzusetzen.

Fällt Ihnen etwas auf? In keinem der drei Fälle empfehle ich Ihnen, gemeinsam mit Ihren Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu motzen. Noch besser: Ich empfehle Ihnen noch nicht mal, still und heimlich zu klagen! Mein Ratschlag ist tatsächlich, dass Sie es sich leicht machen. Wenn Sie eine ärgerliche Sache nicht beeinflussen können, verschwenden Sie einfach keine Gedanken mehr darauf. Und wenn Sie es tun können, tun Sie es! So kanalisieren Sie Ihre Kritik in konstruktive Lösungen. Alles mit dem Ziel: Raus aus der Motzspirale! Denn die bringt niemandem etwas.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.