Arbeitnehmerin liegt auf dem Boden und wird von einem großen Dollar-Zeichen erdrückt

Killing me softly: Die geheimen Umsatzkiller in Ihrem Unternehmen!

Senkrechtstarter – eine Kolumne von Dipl.-Psych. Rolf Schmiel

soft (s)kills„Dieses Gerede über Soft Skills kann ich einfach nicht mehr hören. In meinem Business zählen nur Zahlen, Daten, Fakten. Meine Mitarbeiter sollen gefälligst das tun, was ich ihnen sage, denn dafür werden sie von mir bezahlt und damit basta!“ Gehören Sie auch zu den Managern, die dieser Meinung sind? In einer stark vom Controlling geprägten Zeit gibt es mehr und mehr Führungskräfte, die die Bedeutung der weichen Faktoren des Geschäftslebens unterschätzen. Viele Chefs haben einfach keine Lust auf Psycho-Gelaber und interessieren sich nur für ihre Bilanzen.

Wenn diese Zahlen-Menschen in meinen Coachings entdecken, dass ihre emotionale Inkompetenz nachweislich versteckte Kosten hervorruft, die jedes Jahr den Unternehmensgewinn schmälern, erleben sie ein heilsames Erschrecken. Gemäß einer Studie der Covey-Group führen fehlendes Vertrauen in der Unternehmenskultur neben Demotivation zu einer Vielzahl von Effekten, die den betroffenen Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Negative Spannungen in der Unternehmenskultur führen zu wachsender Bürokratie, vermehrter Fluktuation, höheren Krankenständen und zum Teil auch zu Sabotage und Betrug. Chefs, die nur umsatzgetrieben sind, übersehen allzu gern, die Schattenseiten ihres rein auf Wachstum ausgerichteten Managementstils. Wachstum um jeden Preis – schadet auf Dauer dem Unternehmen! Die oben beschriebenen versteckten Kosten nehmen mit der Zeit zu und fressen langfristig den Umsatz auf. Beispielsweise verlieren häufig Unternehmen erstklassige Mitarbeiter durch schwerwiegende Fehler des direkten Vorgesetzten in Führung und Motivation dieser High Potentials. Über das Geld, das in die Aus- und Fortbildung der Leistungsträger investiert wurde, freut sich dann der Mitbewerber. Auch die Kostenfaktoren psychosomatische Erkrankungen und innere Kündigungen sollten ernstgenommen werden.

Was können Manager tun, die erkennen, dass in ihrem Unternehmen bezüglich der sogenannten weichen Faktoren eine Schieflage festzustellen ist? Eine allgemeine Antwort auf diese Frage ist nicht ganz leicht. Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte und auch seine speziellen Werte und Rituale, die es beim „Emotional Change Management“ – wie ich es nenne – zu beachten gilt. Die folgenden drei Tipps können Sie aber durchaus sofort für sich und Ihre Führungsaufgabe nutzen.

  1. Checken Sie zunächst einmal die Indikatoren für mögliche Spannungen in ihrer Unternehmenskultur: Fluktuation, Krankenstände, Entscheidungsfindung und Feedback-Kultur. Nehmen Sie negative Entwicklungen in diesen Bereichen nicht auf die leichte Schulter. Wenn erst einmal der Wurm drin ist, wird es von allein nie besser, sondern nur schlimmer!
  2. Machen Sie sich bewusst: Unternehmensführung bedeutet auch immer Menschenführung! Mitarbeiter sind Menschen mit emotionalen Bedürfnissen – auch am Arbeitsplatz. Sie sehnen sich nach Lob, Respekt und Anerkennung. Überprüfen Sie Ihren Führungsstil, ob Sie dies in Ihrem täglichen Handeln berücksichtigen.
  3. Veränderungen dürfen nicht nur von der Unternehmensspitze angestoßen werden, sie müssen auch von ihr vorgelebt werden. Wann haben Sie sich zum letzten Mal von Ihrem Team oder einem externen Berater beurteilen lassen? Wie haben Sie auf diese Auskünfte reagiert? In welchen Bereichen haben Sie sich bezüglich Ihres Führungsstils in den letzten 12 Monaten weiterentwickelt?

Nur wer sich regelmäßig selbst hinterfragt, hat die Chance sein volles Potential zu nutzen! Haben Sie keine Angst vor bitteren Wahrheiten, denn gerade diese bieten die größten Wachstumschancen.

Über Rolf Schmiel

Dipl.-Psych. Rolf Schmiel ist Management- und Motivationstrainer, berät große Unternehmen in Sachen Motivation- und Mitarbeiterführung und gilt als gefragter Keynote Speaker, Buchautor und Interviewpartner.