Roboter steht auf einer Tastatur

Roboter statt Mitarbeiter? Was das zweite Maschinenzeitalter für uns bedeutet

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Digitalisierung – die meisten von uns können das Wort schon nicht mehr hören. Schließlich redet jeder davon, ob im Büro oder auf Parties. Wird hier mal wieder heißer gekocht, als am Schluss gegessen wird? Sind wir Opfer eines Trends, der ein Thema höher jubelt, als es angebracht wäre?

Die Antwort darauf ist klar: Nein. Wir sind mitten in einem fundamentalen Umbruch. Nicht alle bemerken ihn. Dabei nimmt der Wandel immer mehr an Tempo auf. Nur ein Beispiel: seit dem Jahr 2000 ist fast die Hälfte der im Fortune 500 gelisteten Unternehmen ausgewechselt worden. Vor allem weil Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen nach vorne gerückt sind und inzwischen über die Hälfte der umsatzstärkten Firmen weltweit stellen.

Vor kurzem hat ein Arbeitspapier des World Economic Forum in Davos für Furore gesorgt. Darin prophezeien die Autoren, dass die Robotisierung und Computerisierung in den kommenden 15 Jahren für den Nettoverlust von mehr als fünf Millionen Jobs sorgen wird – und das allein in 15 führenden Volkswirtschaften.

Fünf Millionen klingt angesichts der heutigen Massenarbeitslosigkeit in Europa gar nicht mal so dramatisch. Und doch ist das natürlich eine enorme Zahl. Aber dahinter verbirgt sich eine viel größere Zahl. Experten rechnen damit, dass sich zwischen 40 und 60% aller Jobs in den kommenden Jahren durch die Digitalisierung fundamental verändern werden: Mensch und Maschine werden immer enger verknüpft.

Richtig ersetzt werden wohl vor allem die Jobs, die sich durch Routinetätigkeiten auszeichnen. Und zwar nicht nur manuelle Routine, sondern eben auch geistige Routine. Ein Beispiel: Schon heute schreiben Algorithmen einen wachsenden Teil der Sport- und Börsenberichterstattung in den USA. Auch Berater, die vor allem Recherche und Analyse leisten, haben künftig schlechte Karten. Genau so sieht es aus für viele Anwälte, Notare und sogar Ärzte.

Klingt erst mal furchterregend. Ist es aber gar nicht unbedingt. Die Jobs, die übrig bleiben, sind nämlich die, die unser menschliches Potenzial brauchen. Kreativität, Empathie und Fürsorge werden durch Maschinen nie ersetzt werden können. Das heißt in anderen Worten, dass viele Jobs durch und durch menschlicher werden könnten. Schließlich haben wir als Menschen vor allem dann einen Mehrwert im Vergleich zur Maschine, wenn wir unsere menschlichen Talente und Potenziale voll entfalten.

Hinzu kommt: wir Menschen waren schon immer einfallsreich, wenn es darum ging, uns Beschäftigung zu suchen. Wer weiß, mit welchen neuen Ideen wir aufwarten werden? Und diejenigen, die Angst vor Robotern haben, sollten vor allem eins tun: sich weiterbilden. Denn je besser qualifiziert wir sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ersetzbar werden.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.