Mitarbeiterin mit Smartphone am Tisch. Vor ihr Arbeitsmaterial und gestapelte Cent-Münzen

Personalgewinnung: Worauf es potenziellen Mitarbeitern bei der Jobsuche ankommt

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Neulich saß ich mit einer Headhunterin zusammen. Sie sucht für die freien Stellen Ihrer Kunden das passende Personal. Ich habe die Damen sofort ausgefragt. Denn mich hat interessiert, welche Dinge ihren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern am wichtigsten sind, wenn es um neue Jobs geht.

Die trockene Antwort der Headhunterin: „Geld, Status, Zeit“. Übersetzt heißt das: die meisten von uns denken vor allem über das Gehalt nach, wenn es um einen neuen Arbeitsplatz geht. Danach kommen Punkte wie Privilegien (Firmenwagen, Bürogröße, Urlaubsanspruch…). Und schließlich geht es zunehmend um Fragen der Arbeitsgestaltung: Ist Home-Office möglich oder nicht? Gibt es den Anspruch auf Sabbat-Jahre?

Ein interessantes Ergebnis, finde ich. Denn viele Studien zeigen: Die Bezahlung hat nur geringe Auswirkungen auf unsere Zufriedenheit mit dem, was wir im Alltag tun. Wichtig ist nur, dass wir uns keine Sorgen um unser Auskommen machen müssen. Ebenso wie das Gefühl der Fairness: Andere sollen für gleiche Arbeit nicht viel mehr Geld bekommen.

Ähnliches gilt für Dienstwagen, große Büros und ein schickes Diensthandy. Was im ersten Monat im neuen Job total klasse sein mag, wird schon nach kurzer Zeit normaler Teil des Alltags. Der Motivationsfaktor: gleich Null.

Arbeitspsychologen unterscheiden deshalb zwischen „Motivatoren“ und „Hygienefaktoren“. Die Forschung hat deutlich erwiesen: Hygienefaktoren wie Gehalt und Büroausstattung beeinflussen die Motivation vor allem dann, wenn sie nicht da sind. Es ist wie im Badezimmer. Wenn es sauber ist, finden wir das angenehm, aber meist denken wir nicht darüber nach. Anders, wenn es nicht sauber ist. Dann sind wir genervt oder sogar geekelt. Einen Ausschlag gibt es also nach unten, aber kaum – oder nur für ganz kurze Zeit – nach oben.

Zu wenig Gehalt oder dunkle, laute Arbeitsbedingungen kosten enorm Motivation. Viel Gehalt und ein größeres Büro zahlen zwar auf die Grundzufriedenheit ein, aber motivieren dauerhaft nicht. Diese Punkte sind eher wie das positive Grundrauschen im Hintergrund und funktionieren daher auch nur bedingt bei der Personalgewinnung.

Was wirklich motiviert, sind ganz andere Punkte. Finden wir unsere Arbeit sinnvoll? Können wir uns professionell weiterentwickeln? Arbeiten wir an spannenden Aufgaben? Vertrauen wir unserem Team und unseren Vorgesetzten? In anderen Worten: die kulturellen Faktoren sind für unsere Alltagsmotivation viel wichtiger als Geld und Status.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.