Geschäftsmann hat Hände um leuchtende Glaskugel gelegt

Digitales HR-Management: So geht Mitarbeiter-Recruiting in der Zukunft

...damit die Personalabteilung nicht länger Nachzügler in der digitalen Welt bleibt!

So einige deutsche Unternehmen scheinen mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen nach wie vor überfordert – dabei nimmt häufig die Personalabteilung das Schlusslicht in Sachen „digtiale Entwicklung“ ein. Doch fest steht: Das Personalmanagement, Recruiting-Prozesse, Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter sowie die Prozesse der Mitarbeiterbindung müssen transformiert und der heutigen Zeit angepasst werden.

Das Recruiting von gestern, heute, und morgen

Die Digitalisierung entwickelt sich stetig, auch was das Mitarbeiter-Recruiting und Co. betrifft. Während es vor einigen Jahren in der Personalabteilung noch um die Erstellung von Stellenanzeigen und die Durchführung von Bewerbungsgesprächen ging, sind die Personaler heute weitaus größeren Herausforderungen ausgesetzt. Employer Branding, Social Recruiting, Personalmarketing sowie die Nutzung effizienter Software-Tools zur Erkennung potenzieller Kandidaten stehen jetzt im Fokus. Personaler müssen heutzutage offen sein für neue Technik und routinierte Arbeitsprozesse verabschieden.

Szenarien wie – ein Unternehmen sucht einen neuen Mitarbeiter für eine bestimmte Position, es wird eine Stellenanzeige geschrieben, in der Zeitung veröffentlicht, Interessenten schicken die Bewerbung in Papierform an das Unternehmen, und nach mehreren Wochen werden Kandidaten zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen – gehören der Vergangenheit an.

Lösungen rund um das Thema „Recruiting der Zukunft“

Doch wie können Sie als Chef und Führungskraft den internen Recruiting-Probleme in der Personalabteilung den Kampf ansagen? Welche Trends sind in Zukunft zu erwarten?

Wir haben das Mysterium des Recruiting der Zukunft unter die Lupe gegangen:

Laut der aktuellen Studie Recruiting Trends 2015, bei der über Top-1000-Unternehmen aus Deutschland und die Top-300-Unternehmen aus den Branchen Finanzdienstleistung, Health Care und IT zum Thema der Personalbeschaffung teilnahmen, sind die Karriere-Website (Platz 1), das Social-Media-Recruiting und die Nutzung von Online-Stellenportalen derzeit mit höchster Priorität zu betrachten. Die größte Herausforderung hierbei ist die Identifikation der Zielgruppe, die richtige Ansprache und Kommunikation sowie die Auswahl der richtigen Kanäle und Communities. Um den Erfolg einer Recruiting-Kampagne zu steigern, sollten Chefs und Führungskräfte gemeinsam mit der Personalabteilung folgende Grundvoraussetzung schaffen:

  • Erstellen Sie ein möglichst präzises Anforderungsprofil an neue, potenzielle Mitarbeiter
  • und analysieren Sie, wo sich diese Zielgruppe / junge Fachkräfte aufhalten, auf welchen Kanälen, Portalen, Communities.
  • Konzipieren Sie anlehnend an die Kanäle ein passendes Wording und eine zielgruppengerichtete Ansprache.
  • Holen Sie die möglichen Kandidaten dort ab, wo sie sich aufhalten und positionieren Sie sich durch multimediale Inhalte als attraktiver Arbeitgeber auf dem Markt. Durch interessante Videos, Bilder oder zielgruppenorientierte Stellenanzeigen steigt die Aufmerksamkeit auf Ihr Unternehmen und das Interesse als potenzieller Arbeitgeber.
  • Arbeiten Sie hier auch mit Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie kununu.de.

Mobile Recruiting und Talente Pools

Mobile Recruiting und interne Talente-Pools gewinnen ebenfalls zunehmend an Bedeutung.

Durch die steigende Nutzung von Smartphones und iPads hat das Mobile Recruiting enormen Einfluss auf den Erfolg von Recruiting-Kampagnen:

  • Optimieren auch Sie die mobile Darstellung Ihrer Karriere-Website (responsive) sowie Ihre Online-Stellenanzeigen für mobile Endgeräte. Nutzen Sie eine mobilversierte Darstellung der Inhalte!
  • Mithilfe von internen Talente-Pools, einer Datenbank zur Speicherung von Profilen potenziellen Kandidaten, können Recruiter diese durch ein erstelltes Anforderungsprofil für offene Stellen gewinnen.
  • Bieten Sie Ihren Mitarbeitern eine Schulung zur Nutzung dieser Software-Tools an, um einen sicheren Umgang zu gewährleisten.
  • Motivieren Sie Ihre Personalabteilung Software-Tools zu verwenden.

Die Bewerbung der Zukunft – was ändert sich?

In Zukunft wird der Stellenwert der klassischen Bewerbung in Form von Anschreiben, lückenlosem Lebenslauf und Bewerbungsfoto weiterhin abnehmen. Stattdessen werden Kurzprofile in Karrierenetzwerken, persönliche Kontakte und ein kurzer, prägnanter Lebenslauf an Bedeutung zunehmen.

Zudem steigt die Formularbewerbung deutlich an. Das heißt, Interessenten füllen einen Fragebogen digital aus und mithilfe eines IT-geschützen Tools wird durch sogenanntes „Robert Recruiting“ ein potenzieller Kandidat durch ein im System digital erstellten Anforderungsprofil auserwählt. Der Trend der E-Mail-Bewerbungen sinkt seit geraumer Zeit.

Diese digitale Transformation und eine Veränderung der Arbeitsprozesse ist ein langjähriger Prozess. Arbeiten Sie als Chef und Führungskraft eng mit Ihrer Personal-Abteilung zusammen und geben Sie dem Team das Gefühl, diesen Prozess gemeinsam zu gestalten und zu meistern.

Welche Fähigkeiten müssen Recruiter heute beherrschen?

Durch die Digitalisierung ändert sich auch das Anforderungsprofil und die notwendigen Fähigkeiten der Recruiter. In Zukunft wächst die Bedeutung an Personal Skills, sodass Recruiter mit einem Blick erkennen sollten, ob der Kandidaten tatsächlich zur Unternehmenskultur, zum Team und zu der ausgeschriebenen Position passt. Inwiefern Bewerbungsgespräche zukünftig auch per Video-Konferenz und nicht mehr persönlich in einem Face-to-Face-Interview stattfinden, bleibt abzuwarten. Fakt ist, immer mehr Unternehmen versuchen mit Video-Bewerbungsgesprächen Kosten und Zeit ihrer Recruiter zu sparen. Die Kommunikationsfähigkeit und die Identifikation der Zielgruppe
werden weiterhin die Qualität eines Personales bestimmen.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.