Daumen nach oben neben Schriftzug I like my Boss

Arbeitgeber bewerten: Online ist Transparenz der Trend

2014 reden Mitarbeiter Tacheles & bewerten Arbeitgeber wie selbstverständlich

Arbeitgeber-BewertungenIn Zeiten von Social Media und dem „Mitmach-Web“ gibt es eine Vielzahl an Portalen zur Bewertung von Produkten, Dienstleistungen und Reiseanbietern, über die man beispielsweise ein Hotelaufenthalt positiv oder negativ bewerten und für andere Personen als wichtiger Entscheidungshelfer agieren kann. Auch Angestellte können mittlerweile ihre Arbeitgeber online bewerten – und zwar ganz öffentlich. Was früher undenkbar schien und eher anders herum möglich war, ist heute Teil unserer Mitmachkultur. Verschiedene Internetportale wie zum Beispiel kununu.com, meinchef.de oder jobvoting.de bieten Mitarbeitern eine Plattform zum Mitreden, Mitgestalten und Teilen Ihrer Meinung und Erfahrungen.

Eine Tatsache, die das Personalmanagement und Employer Branding maßgeblich beeinflusst und sowohl Risiken als auch Chancen für Sie als Arbeitgeber birgt.

Risiken und der Umgang mit Shitstorm
„Lobt oder kritisiert konstruktiv und zeitnah“, „Überzeugt durch soziale Kompetenz“ oder „Setzt klare Ziele und gibt präzise Aufgabenstellungen“, so oder so ähnlich lauten die Bewertungen auf  jobvoting.de und kununu.com. Doch wird ein Unternehmen häufiger von seinem Personal negativ bewertet, dann sorgt das für Aufsehen und schreckt potenzielle Mitarbeiter von einer Bewerbung oder Anstellung eher ab. Kein günstiger Zeitpunkt:  Die Firmen stehen zurzeit in einem starken Wettbewerb um geeignete Fachkräfte. Diese werden immer weniger und müssen häufiger aus dem Ausland angeworben werden. Aufgrund des verschärften Wettbewerbs um spezialisiertes Personal dürfen sich Unternehmen im Grunde keine negative Presse erlauben. Im Gegenteil, die vorherrschende Meinung über einen Betrieb sollte, wie bei BMW, Volkswagen, Google oder Apple, positiv sein, sodass sich mehr und mehr Arbeiter um eine Anstellung bemühen.

Das einzige was bei schlechter Kritik über die Bewertungsportale hilft, ist sie ernst zu nehmen, Gesprächsbereitschaft zu zeigen und Verbesserungspotenzial für sich selbst daraus zu erkennen. Veröffentlichen Sie in solchen Fällen offizielle Stellungnahmen, in denen Sie transparent und sachlich antworten und schlagen Sie ein persönliches Gespräch vor.

Weiter gibt es zum Beispiel auf kununu die Möglichkeit, kostenpflichtig ein Employer Branding-Profil anzulegen. Das kostet zwischen 400 und 1.100 Euro, die sich allerdings lohnen können. Hier können Sie zeigen, dass Sie für Feedback offen sind, können sich öffentlich bei Mitarbeitern bedanken, auf Verbesserungsvorschläge reagieren, mit anderen in den Dialog treten und Offenheit beweisen. Mit diesem Profil können Sie leichter und schneller auf schlechten Bewertungen reagieren und Ihren Mitarbeitern entgegenkommen.

Auch eine gute Idee: Führen Sie im Unternehmen selbst anonyme Befragungen durch und testen Sie regelmäßig Ihr Standing bei den Mitarbeitern; Gehen Sie auf Verbesserungsvorschläge ein, noch bevor Kritik nach außen gelangen muss.

Positives Feedback für den Arbeitgeber
Um ein positives Feedback bei seinen Mitarbeitern zu erzielen, sollte der Arbeitgeber einige Kriterien erfüllen, damit sich das Personal wohlfühlen kann. Dazu gehören unter anderem die Schaffung eines geeigneten Betriebsklimas und die Vermeidung von unnötigem Druck und  Stress. Erfolgreiche Jungunternehmen fördern eine positive Mitarbeiterstimmung mit zunehmender Arbeit von zu Hause aus, flexiblen Arbeitszeiten, besserem Kantinenessen oder einem betriebseigenen Kindergarten und Friseur.

Weitere wichtige Kriterien für positives Feedback sind Vertrauen und Offenheit. Können Mitarbeiter offen und ehrlich Kritik äußern? Dies können sie nur, wenn sie keine Angst vor persönlichen Konsequenzen haben müssen, was wiederum Auswirkungen auf ihr Feedback hat. Denn zufriedene Mitarbeiter sind Spiegel und Aushängeschild eines jeden erfolgreichen Unternehmens und Resultat  eines souveränen Personalmanagements.

 

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.