Recruitment

Fachkräftemangel trifft Mitarbeiter-Gewinnung im Zeitalter der Digitalisierung

Stark aufgestellt im „War of Talents“ und der Konkurrenz das ein oder andere Mal den Rang ablaufen: Stellenanzeigen auf Jobbörsen reichen heute schon lange nicht mehr aus, um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen. Die Aufgabengebiete des Personalverantwortlichen haben sich immens erweitert und befinden sich weiterhin im Wandel.

Verstaubte Recruiting-Prozesse gilt es in die digitale Zeit zu übertragen,Mehrwerte passgenau zu vermitteln und über die gesamte Klaviatur des Employer Branding die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber bei der Zielgruppe zu positionieren. Vom e-Recruiting, Mobile Recruitment über Azubi Recruiting per WhatsApp und Co.: Die Gewinnung qualifizierte Kandidaten ist ein Zusammenspiel aus zahlreichen Disziplinen, online wie offline.

Recruitment – eine Definition

„Recruitment“ oder „Recruting“ steht für die Suche, Gewinnung und Vermittlung von für das Unternehmen geeignetem Personal. Das Recruitment ist Teil des sogenannten Human Ressources Management, also des betrieblichen Personalmanagements. HR-Manager und Recruiter haben zur Aufgabe Fachkräfte und neue Mitarbeiter zu rekrutieren und qualifizierte Kandidaten zu akquirieren. Auch sogenannte Headhunter sind mit der Rekrutierung, vor allem mit dem Abwerben von gefragten Fachkräften, beauftragt. Headhunter sind dabei häufig extern beauftrage Recruiter.

Skills, die Recruiter heute beherrschen sollten

Durch die Digitalisierung ändert sich auch das Anforderungsprofil an Recruiter, HR-Manager, Personaler und Headhunter. Personal Skills gewinnen immer mehr an Bedeutung. Recruiter müssen noch stärker ein Gefühl dafür entwickeln, wer zur ausgeschriebenen Position, ins Team und zur Unternehmenskultur passt. Das ist gar nicht so einfach, da künftig immer mehr Bewerbungsgespräche ausschließlich über Video-Konferenzen über Tools wie Skype stattfinden werden. Das liegt zum einen an der Digitalisierung und der Zeit- und Kostenersparnis solcher digitalen Bewerbungsgespräche als auch daran, dass potenzielle Mitarbeiter zunehmend aus dem Ausland angeworben werden oder sogenannte Digital Nomaden Jobs von der ganzen Welt aus übernehmen.
Dabei werden vor allem die Kommunikationsfähigkeit sowie die Flexibilität eines Personales / Recruiters künftig gefordert sein.

Die Bewerbungen der Zukunft

Die klassische Bewerbung mit Mappe, Anschreiben und lückenlosem Lebenslauf wird sich verändern. Auch die E-Mail-Bewerbungen nehmen ab. Kurzprofile in Karrierenetzwerken und Formularbewerbungen direkt über das Karriereportal hingegen sind auf dem Vormarsch. Hier füllen potenzielle Mitarbeiter nur noch digital einen Fragebogen aus und mithilfe eines IT-geschützen Tools wird durch sogenanntes „Robot Recruiting“ eine Vorauswahl durch ein im System digital erstelltes Anforderungsprofil getroffen. Hier spricht man auch von sogenannten „Talente-Pools“, einer Datenbank zur Speicherung von Profilen potenzieller Kandidaten. Ob ein Algorithmus schneller, gerechter und passender auswählt als der Recruiter, HRler oder Headhunter selbst, sei einmal dahingestellt.

e-Recruiting – digitale Mitarbeitergewinnung

Erfolgreiches e-Recruiting beziehungsweise digitales Recruitment umfasst heute digital ausgerichtete Strategien, kombiniert mit Offline-Events entlang der User Journey der Kandidaten. Zu den Grundlagen gehören Firmen-Auftritte auf Karriere-Websites und Portalen wie Xing, LinkedIn und kununu.de für authentische Arbeitgeberbewertungen.

Auch das Thema #Social-Media-Recruiting“ nimmt an Bedeutung zu (siehe „Azubi Recruiting“). Die BMW Group setzt hier schon lange auf Bewegtbild via YouTube:

Der Schlüssel zum Erfolg in Sachen e-Recruiting liegt bei der Identifikation der Zielgruppe, um passgenaue Ansprachen, Contents und Kommunikationsformen sowie die Auswahl der richtigen Kanäle und Communities treffen zu können. Personalabteilung, Geschäftsleitung und Marketing müssen Hand in Hand agieren, Abteilungs-übergreifend!

Azubi Recruiting

In den letzten Jahren war jeder 3. Ausbildungsplatz nicht besetzt. Was vielen Personalern immer noch nicht klar ist, für das Rekrutieren von jungen Fachkräften gelten noch einmal ganz besondere Anforderungen. Die junge Generation, aufgewachsen mit Social Media und Co., erreicht man heute über WhatsApp, Snapchat oder angesagte Influencer. Hier spricht man auch von „Social-Media-Recruiting“.

Des Weiteren ist es für junge Azubis wichtig Anreize zu schaffen. Das Smartphone vom Arbeitgeber on top kann das Zünglein an der Waage sein bei der Entscheidung zwischen gleich mehreren potenziellen Arbeitgebern.
Alles rund um das Thema „Azubi Recruiting“ lesen Sie in unserem kostenlosen Whitepaper:

Azubi Marketing

Mobile Recruiting

Mobile Recruiting ist bedeutender denn je. Dank steigender Nutzung von Smartphones und Tablets spielt es eine wichtige Rolle bei der Konzeption nachhaltiger Recruiting-Kampagnen.

Recruiting

Umso wichtiger ist es zunächst die Darstellung der eigenen Kanäle und Websites mobile zu optimieren (responsive).

Nutzen Sie zudem für das Smartphone typische Kanäle wie WhatsApp, um – wie unter Azubi Recruting bereits erwähnt – vor allem eine junge Zielgruppe zu erreichen.

Bei der Daimler AG beispielsweise können potenzielle Bewerber den Arbeitsalltag einer Mitarbeiterin via WhatsApp verfolgen und per Echtzeitdialog Fragen an sie richten – realtime sozusagen!

International Recruitment

Recruitment beschränkt sich schon lange nicht mehr auf den inländischen Markt. International Recruitment hat längst Einzug gehalten und Fachkräfte werden aus China und anderen Ländern abgeworben. Die Prognose sagt einen weiter ansteigenden Fachkräftemangel in Deutschland voraus. Internationales Recruitment ist die logische Konsequenz. Hier sollten neben den üblichen Tools und Maßnahmen, digital wie offline, auch die unterschiedlichen Kulturen und Gepflogenheiten berücksichtig werden.

In China beispielsweise sind es junge Talente gewohnt von Anfang an große Führungspositionen in Aussicht gestellt zu bekommen. Förderungs- und Mentoren-Programme gehören für sie dazu. Wer einen potenziellen Anwärter von einem Job in Deutschland überzeugen möchte, muss auch das bieten können. Auch bestimmte Gesten wie Blumen zur Begrüßung zu schenken ist tabu. Blumensträuße gibt es in China nur zu Beerdigungen.

Mehr zum International Recruitment aus China lesen Sie auf INCENTIMO hier:

Auf zu neuen Ufern: Länderübergreifendes Recruiting – Fachkräfte aus China gewinnen

Recruting Events

Nach wie vor bleibt der persönliche Kontakt ein wichtiger Faktor im Recruiting-Prozess – im besten Fall abgestimmt auf oder ergänzend zu den digitalen Maßnahmen. Karrieremessen, Hochschulmarketing oder ein Tag der offenen Tür haben nach wie vor ihre Berechtigung. Hier geht es um das persönliche Erleben, den persönlichen Kontakt, das Abholen junger Nachwuchstalente schon in der Schul-oder Studienzeit. Das Netzwerken wird auch künftig wichtiges Standbein sein. Digital engagiert zu sein schließt das Knüpfen von Kontakten und das Generieren von „Connections“ nicht aus. Es gibt mittlerweile nur mehre Wege zum Ziel beziehungsweise zur Zielgruppe, den passenden Bewerbern für Ihr Unternehmen.

Fazit: Recruitment heute ist ein Zusammenspiel aus zahlreichen Maßnahmen, abgestimmt auf die entsprechende Zielgruppe und ihre User Journey. Recruiting ist heute weitestgehend digital und personalisiert und will trotzdem nicht auf den persönlichen Kontakt auf Messen und anderen Events verzichten. Der erfolgreiche Recruiter ist flexibel, kommunikativ, digital versiert und denkt über die eigenen Ländergrenzen hinaus. Wer sich Zeit nimmt, sich in die Wünsche und Bedürfnisse seiner Zielpersonen hineinzuversetzen, wird diesen Anforderungen gerecht werden und im „War of Talents“ bestehen können.

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