Vier Hände halten gestresster Mitarbeiterin Gegenstände vor

Mono-Tasking ist das neue Multi-Tasking

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

„Alles auf einmal tun zu wollen zerstört alles auf einmal.“ Georg Christoph Lichtenberg

Viele Dinge auf einmal erledigen – klar doch! In unserem Alltag sind wir heute ganz selbstverständlich bereit dazu, mehreres gleichzeitig oder in kurzer Abfolge hintereinander zu machen. E-Mail am Laptop schreiben, am Handy eine SMS beantworten, einen Anruf entgegennehmen, eine Frage des Kollegen beantworten, nebenbei eine Recherche erledigen, zwischendrin einen Snack in den Mund schieben… in unserem Arbeitsalltag ist dieses Nebeneinander vieler kleiner Tätigkeiten ganz selbstverständlich geworden.

Dafür haben wir den schönen Begriff Multi-Tasking gefunden. Multi-Tasker haben den Eindruck, andauernd etwas zu tun – bekommen aber zeitgleich nicht genug geschafft. Das macht unzufrieden und erhöht den Leistungsdruck. Dabei ist Multitasking neurobiologisch gar nicht möglich. Neurowissenschaftler – wie z.B. die beiden französischen Wissenschaftler Sylvain Charron und Etienne Koechlin – und Arbeitspsychologen belegen schon seit Jahren, dass unser Kopf immer nur einen Gedanken denken kann. Genau genommen wechselt beim Multi-Tasking das Gehirn einfach nur rasant zwischen den Tätigkeiten und Gedanken hin und her. Und das hat seinen Preis: Unsere Leistungsfähigkeit sinkt, unser Stresspegel steigt – ebenso auch die Fehlerquote. Wer sich also mit zwei Sachen beschäftigt, beschäftigt sich mit keiner richtig. Und das merkt man den Ergebnissen an!

Vielleicht ist es normal geworden, viele Dinge gleichzeitig bzw. in schneller Abfolge abwechselnd zu tun. Ich beobachte das bei vielen meine Coaching-Kunden. Wenn ich sie darauf anspreche, höre ich meistens ein seufzendes „wie soll ich es denn sonst schaffen“. Meines Erachtens mangelt es den „Multi-Taskern“ an Prioritäten. Alles scheint nur noch wichtig und dringend. Obwohl wir beispielsweise eine Strategie entwickeln müssten, lassen wir uns am Nasenring des Tagesgeschäftes durch die Arena führen.

Die Konsequenz? Setzen Sie Prioritäten und mono-tasken Sie! Der menschliche Geist funktioniert dann am besten, wenn er sich auf eine Sache einlassen kann. Erst dann kann vernetztes Denken entstehen, das im Ergebnis schneller und in besserer Qualität abläuft, als wenn wir viele, miteinander unverbundene Dinge nacheinander und abwechselnd durch unser Hirn laufen lassen.

Sie können ruhig viele Aufgaben erledigen. Aber tun Sie es gezielt hintereinander und nicht gleichzeitig. Das wird nicht nur der Qualität Ihrer Arbeit nutzen, sondern auch der Ihres Alltags.

Um die Prioritäten zu klären fragen Sie sich: An welchen Ergebnissen werde ich gemessen? Welche Kleinigkeit, täglich getan, würde mich auf lange Sicht vorwärtsbringen? Und angenommen, Sie dürften täglich nur eine Stunde arbeiten: Was würden Sie in dieser Zeit anpacken?

Wer weiß, was in seinem Job wirklich zählt, ist ein Mono-Tasker, steigert damit seine Leistungsfähigkeit, Produktivität und arbeitet entspannter.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.