Mann brüllt Frau über Telefonhörer an. Sie deutet mit einer Geste dass er ruhig sein soll

Mitarbeiter-Kommunikation im Office: Männer reden im Job mehr als Frauen

Gendermanagement: Eine Kolumne von Nicola Fritze, Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Mitarbeiter-Kommunikation im OfficeFrauen reden eher ausschweifend und emotional, Männer eher sachlich und direkt… solche Klischees bringen Sie vielleicht zum Gähnen. Und doch lohnt es, immer wieder über die Unterschiede in männlicher und weiblicher Kommunikation nachzudenken – sowohl als Führungskraft als auch als Mitarbeiter. Denn Kommunikation im Job entscheidet maßgeblich über Erfolg und Misserfolg. Umso wichtiger, dass Sie sich klar machen, welche Art zu reden der Karriere hilft und die Angestellten überzeugt – und welche nicht.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Kommunikation von Männern und Frauen unterschiedlich ist – sowohl miteinander, als auch untereinander. Das hat teils mit unserer Erziehung schon in der frühen Kindheit zu tun. Doch auch im Gehirn finden sich Unterschiede in den Sprachzentren von Männern und Frauen, hinzukommen hormonelle Aspekte. Besonders wichtig werden solche Unterschiede in Situationen wie Gehaltsverhandlungen. Hier ist der Sprachstil ganz entscheidend für Erfolg oder Misserfolg. Doch was heißt das konkret für die Frauenwelt?

  1. Nehmen Sie sich Raum! Entgegen des Vorurteils reden Frauen im Job nicht mehr als Männer. Das wohl gängigste Vorurteil über weibliche Kommunikation wurde vielfach von Psychologen widerlegt. Sie fanden heraus, dass Frauen weniger Raum in Gesprächen einnehmen und sich eher knapp ausdrücken. Dadurch ziehen sie sich aber auch aus den Hierarchiekämpfen heraus, die Männer im Rahmen von Gesprächen veranstalten. Kein Wunder, dass Frauen dann auf den ersten Blick oft nicht durch Führungsqualitäten beeindrucken. Also: Nehmen Sie sich den Raum, den Sie verdienen!
  2. Seien Sie direkt! Frauen liegt viel daran, gemocht zu werden. Aus Angst einem Mitarbeiter zum Beispiel zu nahe zu treten oder zu verletzen kommunizieren Frauen weniger direkt. Dazu gehören rechtfertigende Erklärungen zur Absicherung ihrer Handlungen, die Tendenz zu Bitten statt Anweisungen und viel Konjunktiv. Typische Frauen-Floskeln: „ich würde gerne“, „ich weiß nicht, ob das hier passt“, „anscheinend“, „ein bisschen“, „vielleicht“.

Klingt zu stereotypisch? Stellen Sie sich im folgenden Szenario einen Personalchef bei einem Bewerbungsgespräch für eine Berufseinsteigerstelle vor. Es gibt zwei auf dem Papier gleich gut qualifizierte Kandidaten, eine junge Frau und einen jungen Mann.

Personalchef: „Wie schätzen Sie Ihre Führungsqualitäten ein?“

Frau X: „Ich denke, dass ich gut zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre beitragen kann. Allerdings habe ich noch nicht so viel Erfahrung. Hier würde ich gern noch mehr lernen.“

Herr Y: „Ich kann gut mit Menschen. In meinen bisherigen Praktika habe ich bereits die Erfahrung gemacht, dass andere mich respektieren und als kompetent einstufen.“

Vielleicht sehen Sie schon: die Selbstsicherheit des männlichen Bewerbers kommt besser an. Deshalb: Drücken Sie sich klar und direkt aus! Selbst wenn Sie dafür die ersten Male über Ihren Schatten springen müssen.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.