Junger Mann steht vor gemalten muskulösen Armen die wie seine eigenen wirken sollen

Fitte Mitarbeiter erreichen mehr

Gesundheitsprävention ist Chefsache: Der Weg zu leistungsstärkeren Angestellten

Fitter MitarbeiterEs ist erwiesen, dass fitte und vitale Mitarbeiter einfach leistungsstärker und produktiver sind, als andere. Sie weisen geringere Ausfallzeiten und eine qualitativ bessere Arbeit auf, haben eine höhere Stressresistenz und ziehen sogar andere Kollegen mit.

Doch schon Kleinigkeiten können dazu führen, dass ein Mitarbeiter sich kraftlos und unmotiviert fühlt. Es reicht schon, zu wenig Wasser am Tag getrunken zu haben. Denn bereits der Verlust von 1-2 % Flüssigkeit durch Schwitzen, hat einen Anstieg der Körpertemperatur zur Folge, wodurch wiederum das Blut dicker wird und das Herz mehr leisten muss. Die Folgen sind sinkende Leistungsfähigkeit, Kraftlosigkeit und in manchen Fällen sogar schmerzhafte Krämpfe.

Zudem bewegt sich der Deutsche heute im Schnitt nur noch rund 1000 Meter am Tag. Ursprünglich ist der Mensch aber gar nicht so programmiert. Während es beim Urmenschen ums Überleben ging und er den ganzen Tag in Bewegung war, leiden wir 2014 unter extremer Bewegungseinschränkung und merken es oft nicht einmal. Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Oft schon konnte ich beobachten, dass Menschen nach einem zehn-Stunden-Flug, den sie sitzend verbracht hatten, im Anschluss statt der normalen Treppe die Rolltreppe nahmen, um zum Gepäckband zu gelangen. Ganz automatisch stecken wir in der „Bewegungsfalle“. Das Schlimme daran: wir merken es nicht einmal.

Dazu kommen Überforderung und Verlust der Lebensqualität durch Stress, ausgelöst von E-Mails, sozialen Netzwerken wie Xing und LinkedIn und anderen digitalen Tools, die Arbeitnehmer noch ganz nebenbei zu ihren alltäglichen Aufgaben auf ihre to-do-Liste setzen. Ihre Vitalität und Gesundheit werden regelrecht überlastet, das führt zu Ausfällen und treibt die Ausgaben eines Unternehmers explosionsartig in die Höhe. So steigen Krankschreibungen in deutschen Firmen nach wie vor an und verursachen Verluste in Milliardenhöhe. Dazu kommen Folgekosten durch das Organisieren einer Vertretung, den know-how-Verlust, durch eventuelle Ansteckung von Kollegen und vielem mehr.

Dass sich die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auszahlt, beweisen immer mehr Studien, denn jeder in betriebliche Prävention investierte Euro zahlt sich je nach Art und Umfang der Maßnahme mindestens doppelt aus. US-Quellen zufolge werden dort vereinzelt sogar Ergebnisse von bis zu 1:16 erzielt.

So können Führungskräfte ihre Mitarbeiter fitter machen:

  • Die Ernährung: Gerade in den Kantinen können Sie sehr viel bewirken. Mit einem Ernährungscoach können zum Beispiel entsprechende „Healthy Areas“ mit ausschließlich gesunder Kost eingeführt werden. Hier ein weiteres Beispiel aus der Praxis: In eine Firma, für die ich eine Zeit lang beratend tätig war, kam mittags immer ein Sandwichlieferant. Diese Sandwiches bestanden hauptsächlich aus Weißbrot, Wurst aus Schweinefleisch und ähnlichen ungesunden Zutaten. Also haben wir zusammen mit dem Team ein neues Sandwich auf Dinkel-Vollkorn-Basis kreiert. Dazu kamen Frischkäse, Salat und Mozzarella. Dieses Sandwich haben wir dann sogar nach dem Unternehmen benannt. Wie sich später herausstellte, wurde dieses Sandwich nach einiger Zeit auch von anderen umliegenden Firmen sehr geschätzt und trug zur Gewinnsteigerung des Sandwichlieferanten bei. Ein großes Thema in Deutschland sind heute Krankheiten wie Burnout, Rückenbeschwerden, Bandscheibenvorfall, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes Typ zwei. Rund zehn Millionen Deutsche haben allein unter letzterer Krankheit zu leiden. Ich bezeichne sie auch gerne als „Zivilisationskrankheit“. Zurückzuführen ist Diabetes oft auf Bewegungsmangel sowie auf eine zu zuckerhaltige Ernährung, besonders in den Getränken. Hier kann der Arbeitgeber entgegensteuern und den Angestellten eine Wasseranlagen zur Verfügung stellen und bei Meetings lieber etwas Gesundes statt Kekse reichen. Diese Wasseranlage kostet den Arbeitgeber im Monat weniger als 100 Euro. Was die Kekse angeht, diese lassen den Insulinspiegel nach oben schießen und sorgen für ein Leistungstief schon nach kurzer Zeit, weil der Blutzuckerspiegel rapide wieder in den Keller fällt. Dann verlangt der Körper nach der nächsten „Zuckerinfusion“ und so weiter und so weiter. Dies kann sich zu einem rechten Teufelskreis entwickeln. Alternativ empfehle ich Nüsse, denn Nüsse haben keine Insulinreaktion und sorgen darüber hinaus für eine verbesserte Hirnleistung. Die Mitarbeiter sind leistungsfähiger.
  • Die Bewegung: Eine gute Idee ist eine Kooperation mit einem naheliegenden Fitnessclub einzugehen und in das Gesundheitsmanagement mit einzuführen. Das zahlt sich für den Unternehmer doppelt aus. Dies belegen zahlreiche Studien. Die Mitarbeiter erhalten einen Zuschuss für ihr Fitnesstraining und dafür werben Sie sie als neue Mitglieder des Clubs. Diese Zusammenarbeit lohnt sich für alle Beteiligten.
  • Mit gutem Beispiel voraus gehen: Wichtig ist es für eine Führungskraft, mit gutem Beispiel voran zu gehen und als Vorbild zu fungieren. Manager und Führungskräfte gelten oft auf Grund ihres Ehrgeizes als gute Wettkämpfer oder Marathonläufer und sollten ihre Arbeitnehmer mitziehen. So sollte der Chef morgens vielleicht auch lieber die Treppe nehmen statt des Fahrstuhls. Lassen Sie einen Pfeil auf dem Boden montieren, der Richtung Treppe und nicht Richtung Fahrstuhl zeigt. Gründen Sie Joggingteams – Mitarbeiter gehen nach der Arbeit einmal die Woche noch zusammen mit Ihnen joggen. Jeder der möchte, kann sich anschließen. Nehmen Sie dann gemeinsam 1 x jährlich an einem Firmenlauf teil. Dies erhöht den Teamgeist und die Verbundenheit Ihrer Mitarbeiter zu Ihrem Unternehmen.
  • Die Belohnung: Nichtraucher oder generell Mitarbeiter mit wenigen krankheitsbedingten Ausfällen können belohnt und Anreize durch kleine Geschenke geschaffen werden. Essens- oder Shoppinggutscheine sind immer eine schöne Idee und außerdem ein Zeichen der Wertschätzung. Eventuell können Sie auch hier und da Startgelder für Laufwettbewerbe o.ä. übernehmen, um so die Motivation zu mehr Bewegung zu schaffen und zu belohnen.
  • Der Gesundheitstag: In vielen Unternehmen wird einmal im Jahr ein Gesundheitstag durchgeführt, um Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu motivieren. Solche Tage führen darüber hinaus zu einem Imagegewinn, insbesondere, wenn die lokale Presse mit eingebunden wird.
  • Die Ruhephasen: In China ist der Mittagsschlaf im Grundgesetz verankert, während er bei uns nur selten Beachtung findet. Dabei reduziert er aktuellen Studien zu Folge das Herzinfarktrisiko um knapp 40 % und macht die Arbeitnehmer leistungsfähiger. Richten Sie, wenn es die Gegebenheiten erlauben, in Ihrem Unternehmen Ruheräume und Rückzugsmöglichkeiten für Ihre Mitarbeiter ein. Ein kleines Powernapping kann Wunder bewirken.

 

Über Boris Schwarz

Boris Schwarz ist Gesundheitsmotivator, Dozent, Kolumnist, Buchautor und gefragter Speaker zum Thema Gesundheit im deutschsprachigen Raum: Somit ein echtes Allround-Talent in Sachen Gesundheit, Fitness und Motivation. In seiner nunmehr über 20 jährigen Coaching-Erfahrung hat Boris Schwarz tausende Leser und Zuhörer zu einem gesünderen Lebensstil animiert.