Onboarding neue Mitarbeiter

Neue Mitarbeiter einarbeiten: Warum Sie mit gutem Onboarding die Basis Ihrer Mitarbeiterbindung legen

Employer Branding - online und offline: Eine Kolumne von Martina Schäfer, Spezialistin für Arbeitgebermarkenbildung & Kommunikation

Stellen Sie sich vor: Sie betreten morgens pünktlich um acht Uhr das Bürogebäude Ihres neuen Arbeitgebers. Eine freundliche Mitarbeiterin vom Empfang schickt Sie zur Sekretärin Ihres Abteilungsleiters. Dort kommen Sie in freudiger Erwartung an und dann – sorgen Sie für große Verwirrung im Sekretariat. Denn niemand hatte mit Ihnen gerechnet. Es war völlig untergegangen, dass Sie heute Ihre neue Stelle antreten. Noch nicht mal einen Arbeitsplatz hatte man Ihnen eingerichtet. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Einer guten Freundin von mir ist genau das an ihrem ersten Arbeitstag bei einem großen Unternehmen passiert. Dass sie gleich wieder an Kündigung dachte, erscheint mehr als verständlich. Denn ein guter Start in eine neue Stelle sieht wahrlich anders aus. Und gerade in Zeiten, wo Unternehmen vor großen Herausforderungen bei der Personalsuche stehen, kann so ein missglückter Einstieg natürlich auch nicht Sinn der Sache sein. Die Basis für eine lange Zugehörigkeit Ihres neuen Mitarbeiters zum Unternehmen legen Sie dagegen mit einem guten Onboarding.

Onboarding als Wohlfühlfaktor für neue Mitarbeiter

Ungewohntes verunsichert. Das gilt auch beim Start in einem fremden Arbeitsumfeld – und zwar unabhängig von der Berufserfahrung und der Hierarchiestufe. Immerhin wissen die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht, was sie erwartet. Die Kollegen sind fremd. Der Arbeitsplatz ist unbekannt. Das gleiche gilt für die Aufgaben und das gesamte Unternehmen. In so einer Situation tut es gut, wenn man sich zumindest willkommen fühlt. Wenn man am neuen Arbeitsplatz erwartet wird und alles für einen vorbereitet ist.

Mit einem guten Onboarding nehmen Sie Ihrem neuen Mitarbeiter die Schwellenangst und sorgen dafür, dass er sich wohlfühlt. Und damit beeinflussen Sie auch direkt seine Einstellung gegenüber Ihnen und dem Unternehmen als Arbeitgeber. Das heißt, Sie erzeugen eine positive Resonanz, die sich meist durch langfristige Loyalität auszahlt. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet übrigens auch der Empfang durch die Kolleginnen und Kollegen. Wenn Sie hier gleich zu Beginn die Weichen richtig stellen, erleichtern Sie dem oder der Neuen eine schnelle Integration ins Team.

Gutes Onboarding gibt Sicherheit

Auch fachlich starten neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft mit einer gewissen Skepsis in ihren ersten Arbeitstag. Werden sie wirklich alles gut bewältigen können? Und sind die neuen Aufgaben tatsächlich so, wie sie im Vorstellungsgespräch präsentiert wurden? Diese und weitere Fragen stellen sich die meisten, bevor sie ihre neue Stelle antreten. Ebenso viele Fragezeichen ergeben sich in Bezug auf die Unternehmenskultur.

Zu einem guten Onboarding gehört deshalb, Ihren neuen Mitarbeiter mit den nötigen Informationen zu versorgen. So vermitteln Sie ihm die Sicherheit, dass er seine künftigen Aufgaben gut bewältigen kann und Philosophie und Werte des neuen Arbeitgebers zu den eigenen passen.

In seiner Entscheidung für das Unternehmen bestätigen Sie den Mitarbeiter übrigens am besten, wenn Sie schon vor dem ersten Arbeitstag mit dem Onboarding beginnen. Gleich nachdem Sie oder die Personalabteilung den unterschriebenen Vertrag in den Händen halten, ist der richtige Zeitpunkt, dem neuen Teammitglied erste Informationen zukommen zu lassen. Hat der neue Mitarbeiter seine Stelle angetreten, können Sie gut darauf aufbauen und nach und nach alles Weitere vermitteln.

Die tatsächliche Fluktuation unter neuen Mitarbeitern

Wenn Sie jetzt übrigens denken, ein gutes Onboarding ist selbstverständlich und die Situation wie im Eingangsbeispiel geschildert selten, dann muss ich Sie leider enttäuschen. Immerhin haben Untersuchungen gezeigt, dass etwa 15 Prozent der neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich an ihrem ersten Arbeitstag beim neuen Arbeitgeber schon an Kündigung denken. Und die tatsächliche Fluktuation innerhalb der ersten 18 Monate liegt zumindest bei den Führungskräften noch deutlich über diesem Wert. Umso mehr lohnt es sich also, über ein gutes Onboarding nachzudenken und damit gleich beim Start am neuen Arbeitsplatz wenigstens eine gute Basis zur Mitarbeiterbindung zu legen.

Über Martina Schäfer

Martina Schäfer ist Spezialistin, Trainerin und Beraterin für Employer Branding bzw. Arbeitgeber- und Personalmarketing. Sie gibt Führungskräften auf INCENTIMO wertvolle Tipps mit an die Hand.
Dabei geht es zum Beispiel darum Fachkräfte zu rekrutieren und dauerhaft zu binden.

Mehr über Martina Schäfer erfahren Sie über Ihre Homepage www.finis-kommunikation.de