HRM: Emotionsmanagement

Emotionsmanagement: Warum negative Emotionen der weibliche Karriere-Killer Nr. 1 sind und wie Selbstmitgefühl helfen kann

Auf Dauer mehr Power: Eine Kolumne von Melanie Kohl, Expertin für mentale und emotionale Stärke

Herausforderungen gehören zum Leben, doch nicht jeder kann gut damit umgehen. Emotionsmanagement steht weder auf dem Stundenplan noch wird es im Studium gelehrt.
Frauen leisten im Job Großes, auch als Führungskraft. Doch nicht immer wird ihre Arbeit entsprechend anerkannt. Wenn dann ein Projekt nicht richtig läuft oder gar Fehler gemacht wurden, verfällt Frau schnell in Selbstkritik und / oder lässt ihren Emotionen freien Lauf. Das beeinflusst ihr Handeln und kann sogar zum Karriere-Killer werden.

Frauen fällt es oft schwer, in schwierigen Situationen ihre negativen Emotionen zu steuern. Gut wäre eine Handlungsorientierung, das heißt, eine schnelle Wiederherstellung der Handlungsbereitschaft und ein Fokus auf die Lösung – runter fahren und neu starten. Doch oft ist das gar nicht möglich.

„Sicherheit, Vertrautheit, Beachtung und Anerkennung sind bei Frauen das Fundament für ein stabiles Selbstbewusstsein. Daher wundert es nicht, dass ein Mangel davon für viele eine große Herausforderung darstellt. Um mit sich selbst und ihrem Umfeld wieder in Harmonie zu kommen, suchen Frauen nach Gründen und Entschuldigungen. Die Folge: permanentes Grübeln über den Misserfolg. Warum passiert das immer mir? Wie konnte ich diesen Fehler machen? Was denken die anderen jetzt wohl über mich? Dass das negative Gefühle wie Angst, Zweifel und Traurigkeit auslöst, liegt auf der Hand. Zudem ist man kaum mehr in der Lage, den Hebel wieder ins Positive umzulegen.

Achtsames Selbstmitgefühl kann in solchen Situationen helfen.

Selbstmitgefühl wurde in den letzten Jahren stark erforscht. Selbstmitgefühl kann helfen, resilienter zu werden und so Niederlagen besser zu bewältigen. Resiliente Menschen nehmen ihre Gefühle bewusster wahr als andere und können diese auch steuern. Auch wenn sie vor großen Herausforderungen stehen oder gar Rückschläge erleben, beeinflussen ihre Emotionen nicht ihr Handeln. Sie bleiben ruhig und gelassen und meistern zielorientiert jede Situation.

Als Sofort-Maßnahme im Emotionsmanagement für herausfordernde Situationen kann diese Übung helfen:

  1. Sich selbst / den Schmerz spüren

Wenn Sie sich gestresst fühlen, spüren Sie doch einmal in sich hinein. Können Sie den Stress an einem bestimmten Körperteil wahrnehmen? Wo ist er am deutlichsten spürbar? Nehmen Sie ihn ganz bewusst wahr.

Verbinden Sie sich mit dem Stress und sagen Sie zu sich selbst:
Das ist ein Augenblick des Leidens. Ich fühle ihn. Das tut weh. Aua, das ist Stress.

  1. Den Schmerz annehmen

Im nächsten Schritt nehmen Sie den Schmerz als etwas ganz Normales an.
Machen Sie sich bewusst, dass negative Gefühle durch Fehler, Stress, Schmerz etc. genauso zu Ihrem Leben gehören, wie Erfolg, Wohlbefinden und Freude. Allen Menschen geht das so. Sie sind also nicht allein. Wir alle erleben gute und schlechte Zeiten.

  1. Sich selbst gut tun

Legen Sie die Hände auf Ihr Herz. Spüren Sie die Wärme und den sanften Druck auf Ihrem Brustkorb, oder wählen Sie eine andere umsorgende Berührung, die Ihnen gut tut.

Sagen Sie ein paar wohltuende Sätze zu sich selbst. Zum Beispiel:

Möge ich freundlich zu mir sein.
Möge ich mir selbst das Mitgefühl geben, das ich brauche.
Möge ich mich so annehmen, wie ich bin.

Atmen Sie tief durch. Fühlen Sie, dass es Ihnen schon besser geht? Widmen Sie sich nun wieder voller Freude und Tatendrang Ihrer Aufgabe.

Über Melanie Kohl

Melanie Kohl ist Expertin für emotionale Stabilität, mentale Stärke und Achtsamkeit. Gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt Sie ganzheitliche Konzepte, um Menschen und Organisationen zu mentaler und emotionaler Stärke zu entwickeln und ihr optimales Leistungsvermögen zu entfalten.