Lächelnde Mitarbeiterin, im Hintergrund ein Meeting

Studie Mitarbeiterzufriedenheit: Höhere Zufriedenheit in kleinen Betrieben bestätigt

Aktuelle Studie zeigt: Fachkräfte tendieren zum Familienunternehmen

Anonymität, Konkurrenzkampf und hoher Erfolgsdruck: Laut einer aktuellen Erhebung von Unternehmensberater Boris Gloger und Wirtschaftsprofessorin Erika Regnet sind Mitarbeiter kleinerer Betriebe und Familienunternehmen zufriedener und glücklicher als Angestellte von Großkonzernen und international aufgestellten Riesenbutzen.

Besonders Fach- und Führungskräfte über 40 Jahren sollen mehr und mehr den Wert von soliden Klein- und Familienunternehmen zu schätzen wissen. 75 Prozent der Befragten Mitarbeiter von Kleinbetrieben seien mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden oder sehr zufrieden. Bei Großkonzernen läge der Wert der Zufriedenen nur noch bei 65 Prozent. „Dieser Unterschied ist signifikant, denn noch immer gelten die Großkonzerne als die beliebtesten Arbeitgeber – in der Praxis sind sie aber zu Verwaltungsburgen verkommen“, so Boris Gloge, der Großunternehmen eine sinkende Mitarbeiterzufriedenheit attestiert und prognostiziert.

Doch woher kommt diese zunehmende Unzufriedenheit in großen Firmen?

Laut der Erhebung des Unternehmensberaters und der Wirtschaftsprofessorin spielen hier verschieden Faktoren zusammen:

  • hoher Konkurrenzkampf
  • Sorge um den Arbeitsplatz
  • Anonymität
  • Stress, Zeit- und Leistungsdruck
  • ein schlechtes Betriebsklima
  • kein Platz für individuelle Wünsche und Entfaltung
  • wenig interpersonelle Kommunikation

„Aus Angst, menschlich und mit allen Unzulänglichkeiten wahrgenommen zu werden, meiden Führungskräfte den Kontakt mit ihren Mitarbeitern außerhalb der beruflichen Sphäre“, sagt Gloger.

Leider können sich hoher Druck, Meeting-Wahn und der kaum vorhandene (soziale) Kontakt mit Chefs und Vorgesetzten schnell zu Frust, Demotivation und sogar Bauchschmerzen vor dem nächsten Arbeitstag entwickeln. Das gehe auch Abteilungsleitern und Projektmanagern in Großunternehmen so.

„Statt Managern unternehmerischen Freiraum zu geben, wo auch Fehler vorkommen dürfen, werden Projekte in endlosen Meetings kollektiv totgequatscht“, so Gloger.

Fazit: Wer als Großunternehmer motivierte und zufriedene Mitarbeiter um sich wissen und talentierte Fachkräfte gewinnen und binden möchte, der muss einiges dafür tun um Anonymität, Frust und Einheitsbrei den Kampf anzusagen. Zumindest in Teams und von Abteilung zu Abteilung muss es jemanden geben, der für Anerkennung und gute Stimmung sorgt und immer ein offenes Ohr für individuelle Anliegen hat. Konzerne, bei denen es Chefs einfach nicht mehr möglich ist, sich selbst um das Wohl eines jeden einzelnen Mitarbeiters zu kümmern, tun gut daran sogenannte Feel-Good-Manager einzustellen, Paten für neue Mitarbeiter zu bestimmen, regelmäßig gemeinsame Firmenfeiern organisieren zu lassen, Gaming-Rooms für die Pausen bereit zu stellen und immer mal wieder Zusatzleistungen und kleine Incentives als Zeichen der Wertschätzung zu vergeben. Denn mit der Motivation und dem Engagement der Mitarbeiter steht und fällt der Erfolg eines jeden Unternehmens – egal ob Großkonzern oder Familienbetrieb.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.