Jubelnde Arbeitnehmerin

Schwierige Mitarbeitergespräche: Mit Wut, Tränen, Unverständnis umgehen

Die 15 besten Tipps für schwierige Mitarbeitergespräche

Schwierige Mitarbeitergespräche: Wenn die Mitarbeiterin die Fäuste balltBei Mitarbeitergesprächen werden nicht immer nur angenehme Themen besprochen und leider sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer oft nicht einig, wenn es um Gehaltsvorstellungen, Leistungsanforderungen, Kritik, ständiges Zuspätkommen oder gar um die Beendigung der Zusammenarbeit geht. Bleiben Sie auch in schwierigen Situationen ruhig, professionell und behalten Sie die Überhand. Der folgende Leitfaden soll Ihnen dabei helfen stets kompetent und lösungsorientiert zu agieren:

  1. Überlegen Sie sich vor den Mitarbeitergesprächen, was das Ziel des Treffens sein soll. Wie sieht die optimale Lösung am Ende des Tages aus?
  2. Setzen Sie auf die 50 %-Regel: Beim Mitarbeitergespräch geht es nicht darum Monologe zu führen. Beim Finden von Problemlösung sollten mindestens 50 Prozent vom Arbeitnehmer beigesteuert und Kritisches gemeinsam auf Augenhöhe besprochen werden.
  3. Machen Sie klar, dass Kritik immer dazu dient sich zu verbessern und Feedback zu erhalten und nicht dazu da ist, jemanden zu diskriminieren. Liefern Sie zu jeder Kritik Anregungen, wie es Ihr Angestellter in Zukunft besser machen kann.
  4. Achten Sie auf die Körpersprache Ihres Gegenübers sowie auf Ihre eigene Haltung. Manchmal hilft es, die Körpersprache seines Gegenübers zu spiegeln. Das wirkt unterbewusst sympathisch auf den Gesprächspartner.
  5. Hören Sie zu und zeigen Sie stets Verständnis während der Mitarbeitergespräche.
  6. Machen Sie zwischendurch kurze Redepausen, um Ihrem Gegenüber Zeit zu geben, sich zu sammeln oder kurz über Gesagtes nachzudenken.
  7. Nutzen Sie zur Stärkung Ihrer Gesprächs-Kompetenz Methoden aus dem NLP: Sprechen Sie die betreffende Person stets mit Namen an, halten Sie Blickkontakt, verwenden Sie „Ich-Botschaften“ (auf mich wirkt es so als…) und stellen Sie gezielte Fragen, mit denen Sie Ihre Forderungen klarstellen, ohne Ihrem Gegenüber zu nahezutreten. Verpacken Sie Ihre Fragen eher wie folgt: „Was müsste passieren das…“, „Wie könnten wir Ihrer Meinung nach…“, „Könnten Sie sich vorstellen…“.
  8. Denken Sie gemeinsam über Alternativen nach, wenn Sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
  9. Lassen Sie sich nicht reizen oder werden Sie emotional, auch wenn das das Ziel Ihres Gegenübers ist. Würden Sie darauf einsteigen würde das Gespräch Das Personalgespräch lenkennoch hitziger und am Ende womöglich eskalieren. Werden Sie nie persönlich sondern argumentieren Sie nur auf sachlicher, geschäftlicher Ebene.
  10. Seien Sie nie gleichgültig und bieten Sie immer Ihre Unterstützung an.
  11. Beginnt Ihr Gegenüber zu weinen, halten Sie ein Taschentuch parat und bieten Sie erneut Ihre Hilfe an.
  12. Handelt es sich um eine Kündigung, dann seien Sie besonders verständnisvoll aber stets klar in Ihren Formulierungen. Machen Sie Ihrem Gegenüber keine unnötigen Hoffnungen.
  13. Beginnt Ihr Gegenüber damit Ihnen zu drohen, empfehlen Sie ihm eine dritte Person als „Zeugen“ hinzu zu holen, einen Schlichter zu Rate zu ziehen oder sich rechtlichen Beistand zu nehmen. Das fördert das Vertrauen in Ihre Fairness und zeigt, dass Sie der Überzeugung sind, sich korrekt zu verhalten.
  14. Versuchen Sie zu lernen Gesprächsdynamiken der Mitarbeitergespräche rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls gegenzusteuern – vielleicht mit einem kleinen Scherz, der die verkrampfte Situation wieder etwas auflockert. Eine andere Möglichkeit: Reagiert ein Mitarbeiter besonders wütend auf Kritik, formulieren Sie anders: Anstelle von „Sie sind unpünktlich“ sagen Sie besser: „Ich wünsche mir, dass Sie in Zukunft früher im Büro sind“. Wünsche haben weniger Bedrohungspotenzial für Ihr Gegenüber und wirken nicht wie ein Angriff (siehe Punkt 7).
  15. Fassen Sie am Ende des Gesprächs die wichtigsten Punkte zusammen und halten Sie sie schriftlich fest. Lassen Sie auch dem Arbeitnehmer ein Exemplar der Vereinbarungen zukommen.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.