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Der Chef als Konfliktlöser: Mobbing am Arbeitsplatz schadet dem gesamten Unternehmen

Das können Führungskräfte gegen den Terror im Büro tun

MobbingEtwa 1,5 Millionen Deutsche leiden unter Mobbing am Arbeitsplatz. Das zeigt der Mobbing-Report der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Jeder neunte soll im Laufe seines Arbeitslebens wenigstens einmal mit permanenter Ausgrenzung, Schikane, Bloßstellung und Lästerei zu kämpfen haben – die Dunkelziffer sei noch höher.

Wird einer Ihrer Mitarbeiter von seinen Kollegen tagtäglich schikaniert und drangsaliert, dann schadet dies langfristig gesehen nicht nur dem Mobbingopfer, seiner Motivation und Produktivität, sondern letztendlich auch der Team-Stimmung und Ihrem gesamten Unternehmen. Geht Ihr Angestellter nur noch ungern und mit Bauchschmerzen ins Büro, hat dies erwiesenermaßen negative Auswirkungen auf seine Leistungen; er zieht sich lieber zurück, anstatt vollen Einsatz zu zeigen. Mobbing kann sogar so weit führen, dass ein Mitarbeiter psychisch erkrankt und für lange Zeit ausfällt, was Sie als Arbeitgeber sehr viel Geld kostet. In schlimmen Fällen können sogar Schadensersatzkosten drohen.

Zudem leidet der Ruf eines Unternehmens, wenn es für sein schlechtes Arbeitsklima bekannt wird (z.B. über Bewertungsportale für Arbeitgeber wie kununu.com). Wer will sich dann noch bei Ihnen bewerben?

Wie also sollten Sie sich am besten verhalten, wenn Sie Mobbingfälle unter Ihren Mitarbeitern feststellen?

Jetzt ist ein effektives Konfliktmanagement gefragt. Wegsehen ist das Schlimmste, was Sie in dieser Situation tun können. Mobbing am Arbeitsplatz geht den Arbeitgeber etwas an und es ist Sache des Chefs, für ein harmonisches Betriebsklima zu sorgen. Sie müssen handeln, wenn Sie Leistungsabfall, zahlreiche Krankheitsfälle, Qualitätsverlust und eine hohe Mitarbeiterfluktuation in Ihrem Unternehmen verhindern möchten.

Folgende Maßnahmen können für Ihr Konfliktmanagement hilfreich sein:

  1. Prüfen Sie zunächst ihr eigenes Verhalten. Für Ihre Mitarbeiter gelten Sie mit Ihrer Handlungsweise als Vorbild. Laut einer Studie der Freien Universität Berlin bemerken Chefs oft nicht, dass sie selbst mobben. Hier spricht man auch vom sogenannten „Bossing“.
  2. Machen Sie Mitarbeitern immer wieder deutlich, dass jeder offen seine Meinung äußern kann, ohne negative Konsequenzen für sich fürchten zu müssen.
  3. Machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, dass Ihre Tür immer für sie offen steht.
  4. Entwickeln Sie eine Agenda zum partnerschaftlichen Verhalten unter Kollegen; eine Art Regelwerk für den korrekten Umgang mit anderen Miteinander.
  5. Bestimmen Sie einen Fairness-Beauftragen oder eine Vertrauensperson, an die sich Betroffene wenden können.
  6. Setzen Sie Zeichen, zum Beispiel mit einer Abmahnung gegen Mobber am Arbeitsplatz.
  7. Hören Sie sich immer beide Seiten an.
  8. Achten Sie darauf, wie Sie Aufgaben verteilen. Ist keiner über- oder unterfordert, so ist das Mobbing-Risiko geringer und es bleibt gar keine Zeit für Neid, Konkurrenz und Intrigen.
  9. Sorgen Sie regelmäßig für Teambildungs-Maßnahmen, wie etwa einen Ausflug in den Kletterpark.
  10. Konfliktmanagement: Nutzen Sie zielführende Methoden zur Kommunikation und Lösung von Konflikten, die sich zum Beispiel in speziellen Seminaren oder über Experten-Videos für Führungskräfte erlernen lassen:

 

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.