Mitarbeiterin am PC

Büro Design: Mit dem richtigen Office die Leistung der Mitarbeiter verbessern

Interview mit Christiane Friedemann, Geschäftsführung Zukunftsinstitut Deutschland

Büro Design: Frau auf SitzballZahlreiche Studien, so auch eine Erhebung des Fraunhofer Instituts, zeigen: Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen „Büro Design“ und „Office-Performance“. Die Gestaltungqualität von Büroarbeitsplätzen beeinflusse maßgeblich die Produktivität der Mitarbeiter und könne eine regelrechte Arbeitserleichterung für die Angestellten herbeiführen. Ergebnis: entspannte Arbeitnehmer und zufriedene Chefs. Christiane Friedemann, Geschäftsführerin des Zukunftsinstituts Deutschland, kennt die Vorteile und Trends einer qualitativen Bürogestaltung und erklärt, wie sich mit dem richtigen Büro Design die Effizienz im Unternehmen signifikant steigern lässt.

  1. Frau Friedemann, kann man tatsächlich mit den richtigen Büro-Möbeln die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter steigern?

Sicherlich beeinflussen Möbel die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, allerdings gilt es hier genau hinzuschauen, welche „richtigen“ Möbel zu welcher Leistung befähigen. Geht es darum, sich gut konzentrieren zu können, zum Beispiel bei der Texterstellung oder im Umgang mit komplexer Zahlenmaterie, hilft natürlich ein Raum, in dem man sich in Ruhe zurückziehen kann. Geht es aber um Team-Leistungen oder kreative Prozesse, sind isolierte Arbeitssituationen kontraproduktiv, weil diese Kommunikation benötigen. Es geht also weniger um die richtigen Möbel, sondern um die passenden Raumsituationen für unterschiedliche Tätigkeiten.

  1. In wieweit kann der Arbeitsplatz bezüglich des Raumdesigns auch die Kreativität und das Wohlbefinden (Psyche/Laune) des Arbeitnehmers beeinflussen?

Wenn Sie sich erfolgreiche Unternehmen wie Google oder Facebook anschauen, so werden Sie feststellen, dass die Büros eher Wohnlandschaften gleichen, in der viele unterschiedliche Atmosphären nebeneinander erzeugt werden. Räume mit Schaukelstühlen, bunte Liegewiesen oder sogar Indoor-Gärten lassen einen vergessen, sich in einem Büro aufzuhalten und beflügeln damit die Kreativität der Mitarbeiter. Wer sich wohl fühlt, ist auch leistungsbereiter.

  1. Wie wichtig sind ergonomische Möbel auch für die körperliche Gesundheit?

Ergonomische Möbel sind natürlich wichtig für die Gesundheit. Noch besser sind aber Büros, die unterschiedliche Arbeitspositionen und -haltungen ermöglichen: ein bequemer Platz zum Schreiben, ein Stehtisch für kurze Meetings und vielfältige Gruppenarbeitsplätze. Der positive Nebeneffekt ist, dass dadurch Mitarbeiter immer wieder von ihren Plätzen aufstehen und die Wirbelsäule entlastet wird. Das Büro der Zukunft muss die Menschen in Bewegung bringen – das gilt für den Kopf wie für den Körper.

  1. Muss die effektive Bürogestaltung immer teuer sein oder warum wird dieses Thema Ihrer Meinung nach in vielen Unternehmen immer noch stiefmütterlich behandelt?

Es lohnt sich, in gute Bürostühle und Bildschirmarbeitsplätze zu investieren, da gerade die Wissensarbeiter einen großen Teil ihrer Zeit sitzend verbringen. Hier wäre es falsch, auf billige Angebote mit geringer Qualität zu setzen. Dafür kann man mit kreativen Ansätzen sparen, wenn es um die Gestaltung von Meeting- oder Pausenräumen geht. Papphocker, Gymnastikbälle, Hängematten oder auch mal ein paar Luftmatratzen liefern eine willkommene Abwechslung und sind in der Anschaffung preiswert. Den Mitarbeitern geht es selten um Repräsentativität, sondern um eine Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen.

  1. Da Sie ja nun einmal das Zukunftsinstitut leiten, wie sieht es in Zukunft in Sachen Bürogestaltung aus? Wohin geht der Trend?

Die Mitarbeiter können sich freuen. Angesichts des War for Talents erkennen immer mehr Unternehmen, wie wichtig es ist, für eine gute Arbeitskultur im Unternehmen zu sorgen, um die klügsten Köpfe anzuziehen und an sich zu binden. Ein interessantes Beispiel liefert das Software -Unternehmen Asana. Das Start Up aus dem Silicon Valley, das von Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz ins Leben gerufen wurde, legt extrem viel Wert auf das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter. Neben Yoga- und Massage-Angeboten erhält jeder Mitarbeiter 10.000 Dollar, damit er seinen Arbeitsplatz den ganz individuellen, ergonomischen Bedürfnissen anpassen kann.

 

Christiane Friedemann, Geschäftsführung Zukunftsinstitut

Christiane Friedemann, Diplom-Industriedesignerin, ist seit der Gründung des Zukunftsinstituts im Jahre 1998 als Geschäftsführerin tätig und damit von der ersten Stunde an dabei. Sie baute zusammen mit dem Gründer Matthias Horx das Unternehmen zu seiner heutigen Form auf und entwickelte aus dem Studiengeschäft heraus, mit einem kontinuierlich wachsenden Team, das Vortrags-, Seminar- und Beratungsangebot – und gründet aktuell mit Ihrem Geschäftsführerkollegen Andreas Steinle die Zukunftsinstitut Workshop GmbH.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.