Schuhe vor Schriftzug Your Culture is your Brand

Kulturveränderungen in deutschen Unternehmen kommen zu kurz!

Veränderung trifft Mitarbeitermotivation - eine Kolumne von Ilja Grzeskowitz, Motivationsexperte, Firmenberater und Veränderungs-Coach

Mit der Kultur eines jeden Unternehmens steht und fällt auch der Erfolg. Leider wird viel zu häufig unterschätzt, wie wichtig ihr Einfluss auf Umsatz und Ertrag ist. Doch in Zeiten des immer schneller werdenden Wandels ist dies der größte Irrtum, dem Sie als Unternehmer, Führungskraft und Manager unterliegen können. Eine Kultur der Offenheit, der Flexibilität und des Mutes neue Wege zu gehen schlägt jede noch so ausgetüftelte Business Strategie um Längen. Trotzdem fällt die Umsetzung nach wie vor schwer. Mitarbeitermotivation, interner Wissenstransfer, Zufriedenheit, Teamwork, flexible Arbeitszeiten, Stressresistenz und die Prävention krankheitsbedingter Ausfälle lassen sich eben nicht so explizit messen wie harte Fakten, beispielsweise der Umsatz aus Neukundengeschäften. Ohne eine auf gemeinsamen Werten basierende Unternehmenskultur werden die Hard Facts wie Umsatz, Kostenstruktur und Rentabilität jedoch langfristig ebenso auf der Strecke bleiben. Gehen Sie es also an, setzen Sie auf eine starke Unternehmenskultur. Es ist nie zu spät für einen Change!

Kulturveränderung im Unternehmen auf den Weg bringen

Wäre es nicht toll, wenn Sie in ein paar Jahren sagen könnten: „Wir sind das Unternehmen mit der höchsten Kundenzufriedenheit in der gesamten Branche!“ Oder: „Wir haben die innovativsten Ideen!“ Oder: „Wir haben die zufriedensten Mitarbeiter!“

Mit der richtigen Unternehmenskultur könnte dies schon bald Realität sein.

Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Fragen Sie sich als erstes, wie es derzeit um Ihre Unternehmenskultur bestellt ist. Was möchten und was sollten Sie verändern und verbessern? Wo gibt es noch Defizite? Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Ausgangsanalyse:

  1. Für welche Werte steht unser Unternehmen und werden diese von jedem einzelnen Mitarbeiter gelebt?
  2. Hat unser Unternehmen eine klare Vision, die von allen geteilt wird?
  3. Wie werden unsere Mitarbeiter wergeschätzt?
  4. Wie hoch ist die Identifikation der Mitarbeiter mit unserem Unternehmen?
  5. Gibt es klare Standards in der Unternehmenskommunikation?
  6. Wie wird mit Fehlern umgegangen?
  7. Wie sieht die Bereitschaft zu Veränderungen aus?
  8. Gibt es innovative Prozesse für den Umgang mit Digitalisierung, Disruption & Co.?

Geben Sie sich Zeit

Kulturveränderungen im Unternehmen geschehen nicht über Nacht. Neue Strukturen, das Einführen flacher Hierarchien, das Demokratisieren im Unternehmen oder die Einführung gemeinsamer Werte sind langfristige Projekte. Es ist wichtig konsequent zu sein und dran zu bleiben, und nicht nach den ersten Wochen der Euphorie das Changemanagement zur Unternehmenskultur wieder schleifen zu lassen. Hier wird einzig und allein Disziplin belohnt.

Eine Kultur der Veränderung muss gelebt werden

Die Kultur ist das Herz einer jeden Organisation. Sie muss daher vor allem eins sein: Echt. So stark die Versuchung sein mag, orientieren Sie sich niemals an anderen Unternehmen. Wichtig ist, dass Sie Ihre eigenen, individuellen Werte, Maßnahmen und Ansprüche definieren. Es reicht daher auch nicht aus, ein paar Leitsätze in bunten Broschüren abzudrucken. Viel wichtiger ist die tägliche Arbeit, das Vorleben und die Etablierung der Unternehmenskultur.

Messen und Nachjustieren

Es ist nicht immer einfach, die einzelnen Bausteine einer nachhaltigen Unternehmenskultur zu messen. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie am Ball bleiben und Ihre Werte, Ihre Kommunikation und Ihre strategische Ausrichtung permanent weiterentwickeln. Entwickeln Sie entsprechende Abläufe, um die Qualität Ihrer Kultur regelmäßig zu messen und ggf. nachzujustieren. Binden Sie hierzu Ihre Mitarbeiter, Ihre Kunden und auch Ihre Geschäftspartner ein.

Schaffen Sie ein „Wir-Gefühl“

Eine nachhaltige Unternehmenskultur basiert immer auf Werten, Standards und Prinzipien, die von allen Mitarbeitern geteilt werden. Geben Sie also nicht nur vor, sondern rufen Sie aktiv dazu auf, sich zu beteiligen. Erst wenn jede einzelne Person in Ihrer Organisation sich mit der Kultur identifizieren kann, können Sie das neugewonnene „Wir-Gefühl“ als Wettbewerbsvorteil in den Märkten von Morgen zielgerichtet einsetzen. Denn wie sagte schon Management Vordenker Peter Drucker: „Culture eats strategy for breakfast!“ Wie recht er damit hatte!

Über Ilja Grzeskowitz

Der Motivationsspezialist Ilja Grzeskowitz gilt als Experte auf seinem Gebiet, ist Firmenberater, Veränderungs-Coach, Buchautor und gefragter Keynote Speaker. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt er bereits Auszeichnungen wie u.a. den “Publikumspreis für herausragende Rednerleistungen” und den Rednerpreisen “Best Media 2013″ sowie den “Best Performer 2014″. Als ehemaliger Geschäftsführer kennt er sich aus mit Mitarbeitermotivation und den Herausforderungen in der Chefetage.