Mitarbeiterin steht auf der zweiten von fünf Stufen. Heiterer Himmel im Hintergrund

Keine Genderkompetenz in Deutschland? Wieder weniger Frauen in Vorständen

Von Gleichstellung, Gewinnmaximierung und Gendermanagement

FrauenquoteDas Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: 2013 besetzten ausschließlich sechs Prozent Frauen Managerpositionen in den Vorständen der deutschen DAX-Unternehmen – und damit weniger als noch im Vorjahr.  Dabei bewiesen zahlreiche internationale Studien, dass es bei der Einstellung und Förderung von Frauen in Führungspositionen längst nicht mehr um Fairness und Gleichstellung geht, sondern Unternehmen dabei vor allem ökonomische Vorteile winken. Laut McKinsey liegt das zum Beispiel daran, dass in Sachen Führungsstil immer häufiger weibliche Attribute (Vertrauen, Zuspruch, Wertschätzung) gefragt sind, welche sich positiv auf die Leistung und Produktivität der Mitarbeiter auswirken.

Oft ist der Grund für die niedrige Frauenquote gar nicht, dass Chefs keine Frauen in Führungspositionen einstellen wollen. Es liegt eher daran, dass für Frauen in Unternehmen andere Bedingungen geschaffen werden müssten, als für Männer. Forscher plädieren unter anderem für eine frauenfreundlichere Firmenkultur. Hier sprechen wir auch vom sogenannten Gendering oder Gendermanagement. Denn die Erwartung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ist oft eine ganz unterschiedliche. Während Männer eher die Möglichkeit einer Unternehmensbeteiligung anstreben, finden Frauen eine flexible und eigenverantwortliche Arbeitsplanung sehr viel wichtiger und ausschlaggebend für die Wahl für oder gegen ein Unternehmen.

Buchtipp: Frauen sind besser, Männer auch: Das Gender-Management, von Ingelore Welpe und Isabell Welpe.

„Natürlich wissen wir alle, dass Mitarbeiter männlich und weiblich sind – aber dass dies eine Bedeutung für das Management der Mitarbeiter im Unternehmen hat, wird vor allem in Europa immer noch weitgehend ignoriert.“, so heißt es hier. In Zukunft sei neben der fachlichen und sozialen Kompetenz auch die Genderkompetenz gefragt und Männer und Frauen sollten entsprechend ihrer Fähigkeiten eingesetzt und gefördert werden.

In diesem Buch zeigen die Autorinnen, wie  Männer- und Frauen-Teams funktionieren, wie man ein gemischtes Team erfolgreich führt, präsentieren Checklisten und geben Tipps für die praktische Umsetzung. Außerdem machen sie deutlich, dass Genderkompetenz im Unternehmen unabdingbare Voraussetzung für den Erfolg ist, und nicht nur irgendein Trend.

  • Verlag: Signum
  • ISBN-10: 3854363478
  • Preis: EUR 19,90

Demnächst gibt es von Expertin Nicola Fritze auf Incentimo noch mehr zum Thema Gendermanagement. Seien Sie gespannt.

 

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.