Zwei Mitarbeiter draußen am Tischkicker

Gamification Teil 1: Weltmeister-Motivation am Arbeitsplatz

Spieler entwickeln: Was Führungskräfte aus Fußball und Computerspielindustrie lernen können

Die EM steht vor der Tür und auch in deutschen Büros bricht das Fußball-Fieber wieder aus. Man verabredet sich nach Feierabend zum Public-Viewing, fiebert gemeinsam mit und wettet hier und da ums Ergebnis der nächsten Begegnung. Team-Zusammenhalt, Wettbewerb und Belohnung beziehungsweise gemeinsames Freuen über einen Sieg – diese Komponenten aus Sport und Spiel sollte nicht nur alles zwei Jahre bei den Mitarbeitern an der Tagesordnung stehen. So setzen mehr und mehr Unternehmen ganzjährig auf Gamification, um Wettbewerb wie Teamwork, Belohnung und Motivation im Unternehmen spielerisch zu fördern. Dazu nutzen sie beispielsweise Mechaniken aus dem Fußball oder der Computerspielindustrie:

Anreize und Belohnungen schaffen

Das Onboarding dient dazu, die Mitarbeiter erst einmal in das Spielgeschehen einzuführen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass langsam und schrittweise vorgegangen wird. Die Bindung an das Spiel ist gerade in der Anfangsphase noch nicht intensiv genug. Die Nutzer verlieren in dieser ersten Phase besonders schnell das Interesse, sollte sie das Game nicht überzeugen. Daher gilt diese Phase auch als schwierigster Aspekt für die Designer von Computerspielen und Co. Einfache Aufgaben mit ersten Belohnungen dienen dazu, die Nutzer bei Laune zu halten. Entscheidend ist, dass die User sich von einer oder mehrerer Mechaniken gamifizierter Anwendungen ansprechen lassen und dies somit der Grundstein jeglicher Motivation für die Nutzung an sich darstellt.

Loben und motivieren

Punktesysteme werden in jedem Spiel verwendet und stellen ein Kernelement für die Nutzung von Spielen und gamifizierten Anwendungen dar. Beispielhaft lassen sich die Verteilung von Fähigkeiten bei der Erstellung eines Avatars, als Zahlung für virtuelle Güter oder als Benotungsgrundlage für die erbrachte Leistung nennen. Man kennt dieses Verfahren beispielsweise von eBay, wo Händler von Kunden benotet und bewertet werden können. Gute Bewertungen und Lob sorgen bekanntermaßen für eine Motivations-Steigerung und sind ein Anreiz bzw. ein Ziel, welches sich die Mitarbeiter gerne setzen.

Spieler entwickeln und Feedback geben

Mit dem Levelsystem sind einerseits die in Spielabschnitte aufgeteilten Bereiche eines Computerspiels gemeint, wobei der Spieler nach erfolgreichem Abschluss in den nächsten Bereich eines Spieles wechselt. Andererseits geht es um die Entwicklung des Spielers selbst, wobei die Nutzer eine Rückmeldung bezüglich ihres persönlichen Fortschritts bekommen. Das als bedeutsam erachtete Feedback ist permanent abrufbar. In beiden Fällen ist die Steigerung des Schwierigkeitsgrades Voraussetzung für eine kontinuierliche Motivation und des damit verbundenen „Weiterlevelns“. Für das Lösen von Aufgaben bekommen die Nutzer Abzeichen, Pokale und andere für das Spiel brauchbare Gegenstände. Ähnlich wie bei Pfadfindern oder fußballern dienen gewonnenen Abzeichen auch der Darstellung und Zurschaustellung des eigenen Status und sollten von anderen Nutzern betrachtet werden können.

Im Wettbewerb an die Spitze

Ranglisten dienen dem Vergleich mit Mitspielern oder Gegenspielern. Durch die Anzeige einer Gesamtpunktzahl wird der Nutzer in eine Rangliste eingeordnet und erzielt eine Platzierung. Dabei gilt der erzielte Platz als Status und stellt die Belohnung dar. Besonders in Kombination mit Social-Media-Plattformen oder mit dem Intranet ist eine Rangliste interessant, da die registrierten Nutzer sich direkt mit anderen Mitarbeitern vergleichen können oder sich dazu bewegen lassen, dieses Spiel ebenfalls zu nutzen, um sich mit anderen zu messen.

 

Der Geschäftsführer des Bundesverbands für interaktive Unterhaltungssoftware, Olaf Wolters, gibt für die Zukunft von Gamification folgenden Ausblick: „Ich glaube, Gamification besitzt ein unglaubliches gesellschaftliches Potenzial. Nur müssen Computerspiele endlich von Politik und Gesellschaft als vollwertiges Kulturgut anerkannt werden, um dieses Potenzial auch ausschöpfen zu können.“[1]

Also, let the games begin!

 

[1] Taz.de (2011), Web.: http://www.taz.de/!5116090/

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.