Der Chef als Supermensch

Führungskräfte: die neuen Supermenschen

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

  • 24th Apr 2017
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Führungskräfte sind die neuen Supermenschen! Wer heute Zeitung liest oder mit Teams von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet, stellt fest: die Liste der Ansprüche ist lang. Immer konstruktiv, lösungsorientiert, ausgeglichen, überlegt, empathisch, fordernd, fördernd, souverän coachend, wohlinformiert, vorbereitet, fair, wertschätzend… diese Aufzählung können Sie noch seitenlang fortsetzen.

Tatsächlich sieht sich kaum jemand größeren Forderungen und Selbst-Ansprüchen ausgesetzt als die Chefinnen und Chefs dieser Welt. Nur Politikerinnen und Politiker sollen noch höheren Anforderungen genügen. Beiden Gruppen gemein ist: wenn so viel von einem erwartet wird, kann man fast nur enttäuschen!

Alles geben oder resignieren?

In Coachings mit Führungskräften höre ich immer wieder, wie sehr sie sich Tag für Tag unter Druck setzen. Sie bleiben natürlich dennoch unter ihren Erwartungen; schlicht weil die Forderungen, die sie an sich selbst stellen, nicht erfüllbar sind.

Das ist gefährlich, aus mehreren Gründen. Wer dauerhaft zu viel von sich fordert, brennt schneller aus. Ohne realistische Ziele und Zielbilder ist es kaum möglich, im jahrzehntelangen Berufs-Marathon im Rennen zu bleiben. Dann kommen Erschöpfung, Burn-Out, Krankheit… und alles nur, weil wir Idealbildern hinterherjagen, die keiner erreichen kann!

Andersrum gilt: Erfahrene Führungskräfte winken schnell resigniert ab, wenn sie sich mit den Supermenschen-Ansprüchen der Außenwelt konfrontiert sehen. „Ich mache einfach mein Ding “, ist dann die Haltung. Das ist nachvollziehbar, aber riskant. Wer sich gegen Ansprüche von außen abkapselt, vergibt lauter Lernchancen. Dann bleibt man als Führungskraft schnell in der Komfortzone hängen und entwickelt sich nicht weiter – obwohl man sehr wohl könnte und sollte!

Was ist also eine gute Haltung?

Ich glaube, dass Führungskräften gelassene Neugier gut tut. Es macht sehr wohl Sinn, sich mit allen Ideen, Forderungen und Ansprüchen auseinander zu setzen, die von der Außenwelt an einen herangetragen werden. Ebenso sinnvoll ist es aber, nicht alles als Wahrheit zu verstehen. Sondern als Impulse und Angebote. Die kann man dann sortieren, prüfen, annehmen – oder eben ablehnen.

Hauptsache, Sie verfallen nicht in den Spagat zwischen Verweigerung und Selbstüberforderung. Beides bringt niemanden weiter. Die Welt braucht weder lauter Supermänner- und frauen, noch verängstigte Höhlenmenschen. Wir brauchen einfach Menschen mit Herz und Verstand, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten wachsen, lernen und ihr Bestes tun!

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.