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Führungsinstrument Mitarbeitergespräch

Gemeinsam zu mehr Produktivität

mitarbeitergespräch_260x173Gerade gegen Ende des Jahres werden sie wieder öfter geführt: die Mitarbeitergespräche. Sie sind die Gelegenheit für Chefs und Angestellte, sich direktes Feedback zu geben und Probleme anzusprechen. Aus dem intensiven Austausch unter vier Augen gehen sowohl Chance als auch Risiko hervor. Besonders wenn es darum geht, Kritik zu äußern. Aus diesem Grund graust es häufig beiden Parteien vor diesem Gespräch. Doch das muss nicht sein, wenn bestimmte Grundsätze beherzigt werden.

Vorbereitung und Durchführung
Für die Ausgestaltung des Mitarbeitergespräches ist es notwendig sich dessen Ziel zu vergegenwärtigen. In erster Linie soll der Mitarbeiter motiviert und gestärkt aus dem Gespräch hervorgehen. Dieses Ziel kann jedoch nur erreicht werden, wenn sich der Chef optimal auf den Mitarbeiter eingestellt hat. Dazu gehört natürlich, dass er gut über den Aufgabenbereich und die Kompetenzen seines Gegenübers informiert ist. Auch ein Blick auf die Bewerbungsunterlagen des Mitarbeiters kann sinnvoll sein, um zu schauen, ob sich Qualifikationen und Arbeit möglichst kongruent verhalten und in welche Richtungen Raum für Entwicklung besteht.

Die groben Eckpunkte des Gespräches sollten ebenso vorher festgelegt werden. So sollten Sie sich fragen, ob Sie in erster Linie ein Feedbackgespräch führen möchten oder ob es auch um Gehaltsfragen gehen soll. Dies sollten Sie bereits im Vorfeld, beispielsweise bei der Terminabsprache, klarstellen. Die Terminabsprache selbst sollte auf Augenhöhe stattfinden, sodass keiner der Teilnehmer unter eventuellem Zeitdruck steht und der Erfolg des Gesprächs letztlich darunter leiden könnte.

Auch im Gespräch sollten Sie sich auf den Mitarbeiter einlassen ohne dabei die Gesprächsführung aus der Hand zu geben. Starten Sie mit einem lockeren Einstieg um die Atmosphäre etwas aufzulockern und lassen Sie die Mitarbeiter das Tempo bestimmen. Zeigen Sie konkrete Möglichkeiten auf um zu verdeutlichen, dass Sie sich mit den Kenntnissen des jeweiligen Mitarbeiters auseinandergesetzt haben. Dabei sollten vor allen Dingen die Vorteile betont werden, die dem Mitarbeiter daraus entstehen können. Es geht hier nicht allein um die Produktivitätssteigerungen der Abteilungen, auch wenn geschickte Mitarbeitergespräche gerade das erreichen.

Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, dann verwenden Sie doch Sätze wie: „ Ich habe den Eindruck…“ oder „Ich empfinde das so…“. Dann fühlt sich der Mitarbeiter nicht gleich angegriffen und aufgefordert seine Sicht der Dinge zu schildern. Liefern Sie zudem zu jeder Kritik Anregungen, wie es Ihr Angestellter in Zukunft besser machen kann.

Mitarbeitergespräche sollten öfter geführt werden
Ob ein jährlicher Turnus für die Gespräche wirklich sinnvoll ist, ist umstritten und hängt letztlich von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von der Unternehmensgröße und -art. Gerade bei neuen Mitarbeitern, scheint ein Gespräch am Ende der Probezeit als sinnvoll, da sich ihnen hier eine frische Perspektive auf ihr Unternehmen eröffnet. Klar, wöchentliche Mitarbeitergespräche wären zu viel des Guten und die Mitarbeiter fühlten sich kontrolliert. Im Allgemeinen scheint es jedoch empfehlenswert zu sein, alle sechs oder sogar drei Monate zusammen zukommen. Die Vorteile gegenüber jährlichen Gesprächen liegen auf der Hand. Zum einen wird das Zugehörigkeitsgefühl bei Mitarbeitern gestärkt, mit denen der Chef im normalen Arbeitsalltag kaum in Berührung kommt. Doch auch für Sie selbst ist es eine gute Möglichkeit, in regelmäßigen Zeitabschnitten in die Firma „hineinzuhorchen“ und so zu erfahren, ob und wo der Schuh drückt. Ein regelmäßiges Überprüfen des Optimierungspotentials mit dem jeweiligen Mitarbeiter führt nicht zuletzt dazu, dass dessen Arbeit produktiver gestaltet werden kann.

Jahresgespräch_Formular_Vorgesetzter

Jahresgespräch_Formular_Mitarbeiter

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.