Frauen als Chef und Führungskräfte

Harte Zahlen statt Moralkeule? Warum wir anders über Frauen in Führung sprechen sollten

Gendermanagement: Eine Kolumne von Nicola Fritze, Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

  • 10th Apr 2017
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Mehr Frauen in die Führungsetagen? Da nicken heutzutage fast alle. Vor allem aus moralischen Gründen. Gegen mehr Gleichberechtigung kann niemand so richtig was einwenden, richtig?

Fakt ist aber: es gibt auch harte Zahlen, die zeigen, dass Frauen in Spitzenpositionen gut sind für Unternehmen.

Weiblich geführte Unternehmen sind profitabler

Beispiel gefällig? So zeigt eine aktuelle Studie, dass von Frauen (mit-) geführte Unternehmen profitabler sind als Firmen, die ausschließlich Männer in den Chefsesseln sitzen haben. 15% mehr Gewinn werden hier gemacht, um es genau zu sagen. Allerdings nur dort, wo Frauen mindestens 30% der Spitzenposten innehaben.

Andere Studien sprechen sogar von noch höheren Zahlen. So gehen Forscher von Ergebnissen aus, die für weiblich geführten Unternehmen eine um 30% höhere Gewinnmarge feststellen als in rein männlich geführten Organisationen.

Weiblich geführte Firmen sind weniger korrupt

Eine andere Zahl, die mich beeindruckt: Firmen mit weiblicher Führungsmannschaft haben weniger Probleme mit Bestechung, Betrug und Korruption als andere Unternehmen. Der Unterschied ist beträchtlich. Um 24% steigt hier die Fallzahl, wenn keine Frauen in der Führungsmannschaft vertreten sind.

Tja, was machen wir als weibliche Führungskräfte mit solchen Zahlen? Uns auf die Schulter klopfen und weitermachen wie bislang?

Frauen in Führungspositionen: Zahlen statt Emotion und Moral

Ich glaube, das wäre zu wenig. Zahlen wie die oben genannten legen einen anderen Umgang mit dem Thema „weibliche Führung“ nahe. Oft argumentieren wir moralisch, reden über Gleichberechtigung und die Vorteile von Diversität. Zeitgleich sind wir frustriert, weil sich die Lage weniger schnell verändert, als es für unsere Gesellschaft gut wäre.

Die Frage ist deshalb, ob es nicht lohnen könnte, das Ganze etwas nüchterner anzugehen. Schließlich sprechen die Zahlen der unzähligen Studien eine klare Sprache. Firmen, die auch von Frauen geführt werden, sind erfolgreicher. Mit Blick auf Gewinn, Governance, Rekrutierung, Mitarbeiterzufriedenheit… eine Kolumne reicht nicht, um alle Vorteile auszubuchstabieren!

Deshalb schlage ich vor: Lassen Sie uns rauskommen aus der moralischen Tonspur. Vermutlich werden wir die Dinge schneller verändern, wenn wir mit der Logik der bisher Mächtigen reden. Und die denken in Ergebnissen und Zahlen, so ernüchternd das auch sein mag. Den Versuch ist es wert!

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.