Lächelnde Arbeitnehmerin, im Hintergrund ein Meeting

Frauen in Führungspositionen: weibliche Stärken nutzen

Gendermanagement: Eine Kolumne von Nicola Fritze, Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Frauen in FührungspositionenWir allen kennen die Klischees über weibliches Verhalten im Job. Mir fällt so einiges ein: Frauen sind im Büro diejenigen, die sich um die gute Atmosphäre sorgen. Diejenigen, die auch im Geschäft mal Emotionen zeigen. Diejenigen, die den Geburtstagskuchen backen und Geld sammeln für das nette Geschenk. Diejenigen, die persönliche Worte finden für Neueinsteiger oder Kollegen, die den letzten Tag vor sich haben. Diejenigen, die immer lächeln und im Zweifelsfall nicken (mehr dazu in meiner letzten Kolumne).

So weit, so gut. Aber gibt es auch positive Klischees, die nicht nur Sozialverhalten beschreiben, sondern auch weiblichen Erfolg im Job? Hmmm… mir fallen da eigentlich nur negativ besetzte Bilder ein! Zum Beispiel weibliche Führungskräfte, die sich angeblich verhalten wie Männer. Kolleginnen, die zickig sind, wenn sie sich durchsetzen wollen. Kolleginnen, die hysterisch werden. Und so weiter.

Es ist doch sonderbar: Wenn es um weibliches Sozialverhalten im Beruf geht, denken wir an viele eher angenehm besetzte Bilder (Kuchen, Lächeln, Nettigkeit…). Aber wenn wir über weiblichen Erfolg nachdenken, kommen eher schlechte Assoziationen.

Ein Grund dafür ist sicherlich, dass uns die weiblichen Erfolgsmodelle im Alltag fehlen. Klar, wir alle kennen Power-Frauen wie Angela Merkel, Sheryl Sandberg oder Hillary Clinton. Aber das sind eben die Ausnahmen, diejenigen, die es geschafft haben, OBWOHL sie Frauen waren. Aber welche Frau hat es eigentlich in Führungspositionen geschafft, WEIL sie eine Frau ist?

Das hört sich komisch an – aber so sollten wir denken! Denn Frauen haben ungeheure Karrierepotenziale, wenn sie sich trauen, all ihre Kompetenzen einzusetzen. Und zwar nicht so, wie sich die männlichen Kollegen das vorstellen. Sondern so, wie sie sich wohl damit fühlen. Dazu gehört auch die Pflege eines harmonischen, angenehmen Arbeitsumfeldes.

Aber es gilt eben auch: Nur wenn Frauen sich den Respekt erkämpfen, den sie wollen, geht es erfolgreich nach oben. Nettigkeit allein reicht eben nicht. Ein bisschen Territorialverhalten gehört auch dazu. Konkret heißt das: Tun Sie nicht nur etwas dafür, dass Sie beliebt sind. Tun Sie auch etwas dafür, dass Sie respektiert werden!

Respektiert wird, wer:

  • Seine guten Arbeitsleistungen überzeugend präsentiert
  • Zeigt, was er oder sie leistet
  • Auch mal NEIN DANKE sagt, wenn etwas nicht passt
  • Sich auch in Prestige-Projekte reinhängt
  • Kämpft, wenn es drauf ankommt.

Au weia, denken Sie sich jetzt vielleicht. Wenn ich damit anfange, ist es um meine Beliebtheit schnell geschehen. Aber ich glaube das nicht. Meine Erfahrung zeigt: Wenn Sie Ihre Frau stehen UND etwas für eine gute Arbeitsatmosphäre tun, schlägt Ihnen sehr viel Respekt entgegen. Sie werden als Führungsfigur anerkannt. Auch und gerade von denjenigen (männlichen) Kollegen, die Sie bislang vielleicht eher belächelt haben.

Denken Sie daran: Ohne Respekt ist im Beruf alles nichts. Wenn Sie Anerkennung wollen für das, was Sie leisten, müssen Sie sich selbst darum kümmern. Leider sprechen Ergebnisse nur selten für sich. Sie müssen sich selbst eine Stimme geben. Wenn Sie das selbstbewusst tun, stehen Ihnen erfolgreiche Pfade offen!

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.