Feedbackgespräch

Feedbackgespräch nur Führungssache? Wie Sie Feedbackkultur zur Teamaufgabe machen

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Die Feedbackkultur im Büro entscheidet maßgeblich darüber, ob Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviert oder demotiviert zur Arbeit kommen. Wo Feedbackgespräche fehlen, fehlt Motivation. Aber es gilt eben auch: wo nur negatives Feedback gegeben wird, sieht es auch nicht viel besser aus.

So schwer es sein mag, gutes Feedback zu geben: als Chefin oder Chef ist das Pflichtaufgabe. Schließlich gilt: Nur wer weiß, wo er oder sie steht, kann sich weiterentwickeln. Um so wichtiger ist es, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig Feedback bekommen. Je öfter und respektvoller man positive und negative Rückmeldungen bekommt, desto besser.

Klingt erst mal nach einer Selbstverständlichkeit – und trotzdem kommen Feedbackgespräche in vielen Unternehmen viel zu kurz. Manche Teammitglieder sehen ihren Chef so gut wie nie zum persönlichen Gespräch. Und wenn es doch so weit ist und das jährliche Mitarbeitergespräch ansteht, fühlt sich Feedback eher an wie eine offizielle Bewertung. Frei nach dem Motto: Daumen hoch oder runter!

Ich finde es sehr wichtig, dass persönliches Feedback etwas ist, das andauernd passiert. Je gewöhnlicher Feedback im Alltag ist, desto höher ist die Chance auf gegenseitiges Verständnis und eine positive Arbeitsatmosphäre.

Das gilt umso mehr, wenn Feedback nicht nur etwas ist, das zwischen Führungskräften und Teammitgliedern geschieht. Mindestens genauso wichtig ist es, dass Teams ihren Führungskräften ehrlich und zeitnah zurückmelden, wenn etwas gut oder nicht so gut gelaufen ist. Übrigens: auch das reicht nicht aus. Teams arbeiten erst dann am produktivsten, wenn Feedback von Teammitgliedern untereinander zur Selbstverständlichkeit geworden ist!

Viele HR-Beratungen setzen deshalb auf anonymisierte Feedback-Tools. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten sich hier gegenseitig. Aus meiner Sicht ein großes Missverständnis. Solche Bewertungsapparaturen sorgen für Misstrauen und öffnen Tür und Tor für Denunziation. Was ich meine, funktioniert einfacher und kostet dazu weniger Geld: direktes Feedback, von Mensch zu Mensch, von Kollegin zu Kollege!

Als Führungskraft können Sie eine Menge tun, um die Feedbackkultur in Ihrem Team zu stärken. Erstens indem Sie vorleben, was Sie predigen. Geben Sie häufig Feedback, gerade auch positives. Und holen Sie sich Feedback! Zeigen Sie, dass Sie von Ihrem Team ehrliche Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge erwarten.

Zweitens helfen auch einfache Werkzeuge. Eine gute kleine Idee, um positives Feedback zu stärken, ist zum Beispiel die Kudos-Box. Kudos kommt aus dem Griechischen und heißt „Ehre“ oder „Ansehen“. Die Kudos-Box enthält kleine Karten, die Mitarbeiter sich gegenseitig geben können. Wenn eine Präsentation gut gelaufen ist. Wenn jemand mal wieder den Kaffee gekauft hat. Wenn Ihnen jemand geholfen hat. Dann können Teammitglieder einfach eine Karte greifen und ein paar persönliche Worte des Danks aufschreiben. Eine Kopie geht an eine zentrale Kudos-Wand, damit alle sich über etwas Positives freuen können. Ich persönlich bin ja ein Fan von Karten zum Anfassen und Anhängen, aber natürlich geht das heute auch alles virtuell. Zum Beispiel hier.

Schon solche kleinen Verbesserungen können Feedback zur Teamsache machen. Das stärkt Sie als Führungskraft – und stärkt Ihr Team mehr, als Sie allein es je könnten!

 

Bild shutterstock/Jacob Lund

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.