Mitarbeiterin will mit Hammer auf Uhr schlagen

Eingefrorene Karrieren? Wie flexiblere Karriereplanung die Kinderplanung ersetzen kann

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Career Freezing„Cooler geht’s nicht“, schrieb ein Blogger zum 1. April. Nach Social Freezing würde Facebook nun auch Career Freezing anbieten. Das spielt an auf die Entscheidung des Internet-Giganten, Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen zu bezahlen. So will Facebook Frauen den Druck nehmen, mit Blick auf die biologische Uhr Kinder bekommen zu müssen. Stattdessen will das Unternehmen um die 20000 Dollar pro Mitarbeiterin in die Hand nehmen, um die weiblichen Nachwuchskräfte ein paar Jahre länger am Schreibtisch zu halten.

Und Career Freezing? Das soll das Einfrieren der Karriere sein, damit Mitarbeiter mehr Zeit für ihre Kinder haben. Nach der Gefrierphase können sie ihre Karriere einfach wieder aufnehmen. Die Kosten: keine. Denn das Career Freezing war nie ein Plan des Unternehmens. Die Nachricht war lediglich ein Aprilscherz.

Dabei ist Career Freezing keine Schnapsidee. Einige Vordenker in Deutschland beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit der Frage, wie wir das Arbeiten flexibler organisieren können als bislang. Die Grundfrage: Wie können wir das Arbeiten so gestalten, dass Kinder, Pflege oder Ehrenamt neben dem Job problemloser als bislang möglich sind? Wie können wir Arbeitszeit schlauer umverteilen, anstatt Menschen zu zwingen, weniger zu arbeiten und somit Einnahmeverluste und Karriereentschleunigung hinzunehmen?

Und tatsächlich: Die Grundidee, die hinter Career Freezing steckt, ist hier auch zu finden. So lautet ein Vorschlag, dass vor allem Frauen auch dann noch Aufstiegsmöglichkeiten haben, wenn sie schon etwas älter sind. Wieso muss die Aufstiegsphase immer in den Jahren zwischen 30 und 40 liegen? Wieso soll eine Mutter nicht erst mit Mitte 40 den Aufstieg in der Unternehmenshierarchie beginnen? Genug Zeit für eine Führungskarriere hat sie dann schließlich immer noch. Auch mit Blick auf die Tatsache, dass wir absehbar mehr im Alter arbeiten werden als bislang.

Vielleicht steckt im Gedanken der eingefrorenen Karriere ohnehin ein besserer Ansatz als im Einfrieren von Eizellen. Schließlich sollten wir Kinder bekommen, wann wir wollen – ohne uns danach entscheiden zu müssen zwischen Karriere und Elternrolle. Dass das geht, zeigen die skandinavischen Länder schon lange.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.