Deadlines: Stress im Team?

Deadline-Stress im Team? Wie Führungskräfte klug mit Persönlichkeitsunterschieden umgehen können

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und MotivationSubtitle

Deadlines – für manche sind sie der Horror, für andere kein Problem. Der eine braucht schlaflose Nächte, um rechtzeitig und auf den letzten Drücker mit einer Aufgabe fertig zu werden. Andere schaffen es mühelos, schon Tage vor der offiziellen Abgabe ihre Ergebnisse einzureichen.

Das bereitet so mancher Führungskraft Kopfzerbrechen. Denn in vielen Teams führen Abgabetermine zu Konflikten. Diejenigen, die immer rechtzeitig mit ihren Aufgaben fertig sind, sind genervt von ihren Kolleginnen und Kollegen, die alles auf die letzte Minute terminieren. Und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immer knapp dran sind, fühlen sich unter Druck gesetzt von den maulenden Teammitgliedern, die am liebsten schon gestern fertig geworden wären.

Neulich wollte eine Managerin, die ich coache, deshalb sogar ganz auf Team-Deadlines verzichten! „Die schlagen sich vor jeder Abgabe die Köpfe ein. Das ist so ein Theater… ich überlege jetzt, ob ich nicht nur noch Einzelpersonen für verantwortlich erkläre. Dann kann jeder für sich sehen, wie er es schafft. Hauptsache, diese Unruhe im Team hat ein Ende.“

Tja, verstehen kann ich meine Coache natürlich. Sie hat mit einem Phänomen zu tun, das fast alle Teams früher oder später in Konfliktsituationen bringt. Menschen ticken eben nicht alle gleich, sondern haben höchst unterschiedliche Arbeits-Vorlieben. Die eine blüht im kreativen Chaos auf, der andere braucht Struktur und absolute Ordnung, bevor Ideen fließen.

Kick oder Graus?

Und so ist es eben auch mit Deadlines. Manche Typen brauchen den Kick der letzten Minute – sie verlassen sich auf das Adrenalin kurz vor der Abgabe, um zu Höchstleistungen aufzulaufen! Anderen Typen hingegen ist das ein Graus. Sie brauchen Struktur und das Gefühl der Kontrolle. Das führt dazu, dass sie immer alles dransetzen, deutlich vor der Frist fertig zu werden. Ansonsten haben sie das Gefühl, russisches Roulette zu spielen und mit wichtigen Herausforderungen fahrlässig umzugehen.

Was tun, wenn solche unterschiedlichen Typen in einem Team stecken? Das Wichtigste: Gehen Sie im Team offen mit den Persönlichkeitsunterschieden um. Sprechen Sie im Team offen darüber, wer was braucht, um gut arbeiten zu können und die Deadline einzuhalten. Als Führungskraft sollten Sie alles dransetzen, dass sich Ihr Team darüber im Klaren ist, welche Arbeitstypen vertreten sind. Dann kann man gemeinsam analysieren, wer welche Vorlieben und Prioritäten hat. Das ist wichtig. So können alle nachvollziehen, dass die Vorlieben, Stärken und Schwächen einfach unterschiedlich ausgeprägt sind. Und dass die fast gerissene Deadline nicht als persönlicher Affront gemeint ist – sondern für den Kollegen wichtig ist, um zu Hochform aufzulaufen.

In jedem Fall sollten Sie der Versuchung widerstehen, Ihr Team nur mit den gleichen Arbeitstypen besetzen zu wollen. Die Homogenität mag im ersten Moment angenehm sein, weil die Reibungspunkte weniger werden. Aber unterschiedliche Typen im Team sorgen eben auch für Kreativität und Perspektivenvielfalt – das wiegt viel schwerer als die kleinen Konflikte des Alltags!

 

Bild shutterstock/Syda Productions

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.