Intrinsisch motivierte Mitarbeiter

Darf’s ein bisschen mehr sein? Wieso ein motiviertes Arbeitsumfeld Alltagsaufgabe ist

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Teamevents, Incentives, Kick-Off-Veranstaltungen, Firmenwagen, Jahresgespräche, Boni – und im Zweifel auch mal etwas Druck. Das sind übliche Maßnahmen, wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter motivieren wollen. Und das funktioniert auch – zumindest kurzfristig bekommen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einen Kick. Ich selbst darf mich nach meinen Vorträgen immer an dieser frei gesetzten Energie erfreuen, wenn Menschen zu mir nach vorne an die Bühne kommen und mit leuchtenden Augen erzählen, was mein Vortrag in ihnen ausgelöst hat. Leider weiß ich, dass diese Energie sehr flüchtig ist und sich von Woche zu Woche langsam verdünnisiert. Es sei denn, es gibt Führungskräfte in diesem Unternehmen, die verstanden haben, dass sie mehr tun müssen, wenn sie dauerhaft intrinsisch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben möchten: Sie engagieren sich täglich für ein motivierendes Arbeitsumfeld. Und das bedeutet mehr als eine gute Kaffeemaschine, der ergonomische Bürostuhl und die Chill Out Zone mit den bunten Kissen.

Überlegen Sie doch mal:

  • Wie oft führen Sie mit Ihrem Team Feedbackgespräche? Einmal im Jahr? Oder mehrmals am Tag oder wenigstens in der Woche? Ist wertschätzendes und konstruktives Feedback ein selbstverständlicher Teil ihrer Unternehmenskultur?
  • Wie häufig nehmen Sie sich als Führungskraft Zeit, sich einfach mal mit Ihren Leuten zu unterhalten? Passiert das im Rahmen der jährlichen Weihnachtsfeier und beim Teamevent? Oder finden kleine Gespräche auf Augenhöhe im Alltag Platz, immer mal wieder und selbstverständlich? Wie oft nehmen Sie sich die Zeit zum „Menscheln“?
  • Geben Sie Ihrem Team meistens Anweisungen? Oder stellen Sie mehr offene Fragen, berücksichtigen die Antworten und lassen Ihre Leute den Prozess der Problemlösung mit gestalten?

Schlussendlich steht und fällt gute Führung mit der Qualität der Kommunikation im Alltag. Und zwar mit Gesprächen, die weder hierarchisch noch informative Einbahnstraßen sind. Augenhöhe und der offene Austausch über Ideen und Lösungsansätze sind der beste Weg, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu zeigen: Ich nehme Dich wahr. Von mir bekommst Du Respekt. Ich wertschätze Deine Ideen. Du gestaltest mit. Ich will, dass Du selbst denkst, anstatt nur auszuführen. Du gehörst zu uns.

Für viele klingt das wie Selbstverständlichkeiten. Aber den Alltag erlebe ich in den meisten Firmen leide oft anders. Da sind Schweigen, Anweisungen und Mikromanagement noch viel zu oft die Regel. Um so wichtiger, dass Sie als Führungskraft aktiv ein Gegengewicht schaffen. Oder sagen wir es so: Setzen Sie sich tagtäglich für ein Arbeitsumfeld ein, in dem sich jeder gerne engagiert, weil er sich mit dem Unternehmen und seiner Kultur identifiziert und er seine Stärken einbringen kann.

Titelbild: shutterstock/Rawpixel.com

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.