Mitarbeiterführung: 20 Fähigkeiten, die eine erfolgreiche Führungskraft ausmachen

Bausteine für eine moderne Form der Mitarbeiterführung

Mitarbeiterführung, kaum eine Disziplin setzt sich aus so vielen einzelnen Aspekten zusammen. Die Liste der Eigenschaften und Fähigkeiten, die für das erfolgreiche Führen eines Teams benötigt werden, scheint endlos und das Anforderungsprofil wächst stetig. Sich an einem bestimmten Stil zu orientieren hilft nur bedingt, denn jede Situation fordert von neuem heraus und was bei einem Mitarbeiter funktioniert hat, kann beim nächsten die falsche Lösung sein.

Dem stereotypischen Befehlsgeber möchten wir nicht die Daseinsberechtigung absprechen – in bestimmten Situationen und Branchen kann es notwendig sein ohne Rücksicht auf Verluste viel Staub aufzuwirbeln. Doch um mit seinen Mitarbeitern langfristig Erfolge zu erzielen, sind mittlerweile andere Skills gefragt. Daher haben wir in diesem Artikel für Sie 20 Eigenschaften und Fähigkeitsfelder zusammengestellt, die eine moderne Führungskraft beherrschen muss.

Mitarbeiterführung


1 Eine positive Grundeinstellung

Wie der Begriff „Mitarbeiterführung“ schon ausdrückt hat man es als Führungskraft mit Mitarbeitern und somit Menschen zu tun. Man muss gerne mit anderen Menschen zusammenarbeiten, um in dieser Rolle aufzugehen. Damit dies gewährleistet ist, sollte man auch ein positives Bild vom Menschen mit sich tragen. Man sollte sich ins Bewusstsein rufen, dass im Prinzip jeder Mensch in Ordnung ist (was nicht gleichzusetzen ist mit „Jedes Verhalten ist in Ordnung“). Sieht man nur „Den Faulen“, „Die Nichtsnutze“ und „Ohne meinen Druck tut sich hier gar nichts“, dann läuft man Gefahr frustriert aufzutreten – was sich sowohl auf das eigene Wohlbefinden als auch auf das Klima im Team negativ auswirkt.

 

2 Die Vorbildfunktion

Wasser predigen und selbst Wein trinken ist des Managers Untergang: Die Blicke der Mitarbeiter sind immer auf die Führungskraft gerichtet. Wer nicht selbst bereit ist über sich hinauszuwachsen, sollte auch keine Mehrleistung des Teams erwarten. Die Werte des Unternehmens müssen vorgelebt werden. Wenn sich das Unternehmen als Innovationsführer sieht, muss auch der Manager Kreativität und Neugier ausstrahlen. Hat man sich der Bodenständigkeit verschrieben, sollte die Führungskraft auf jeglichen Protz und abgehobenes Verhalten verzichten usw.

 

3 Die Fähigkeit zur Selbstreflexion über das eigene Rollenverständnis

Zu erfolgreicher Mitarbeiterführung gehört die Bereitschaft sich ständig zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Eine Voraussetzung hierfür ist jedoch sich zunächst klar zu werden, wer man ist und wo man hinmöchte: Sehe Sie sich als den Motor des Teams? Sind Sie der Mentor oder doch eher der Ruhepol? Wenn man seine ideale Richtung gefunden hat, gilt es sich ständig zu prüfen, ob man dem gerecht wird. Das bedeutet nicht, dass man als Motivator nicht auch einmal auf die Bremse treten kann. Doch in Momenten der Unschlüssigkeit ist es äußerst hilfreich, wenn man ein Selbstverständnis zur Orientierung zur Hand hat.

 

4 Die FührungsKRAFT

Mitarbeiterführung verlangt viel von einer einzelnen Person ab: Verantwortung, Einfühlvermögen, lange Arbeitszeiten, in Stresssituationen zuverlässig zu sein. Es muss jederzeit die Höchstleistung abgerufen werden. Diese kann man nur liefern, wenn man über mentale Stärke und körperliche Fitness verfügt. Nicht jeder Manager muss gleich Triathlet sein oder einen mentalen Coach engagieren, doch die eigene Vitalität, achtsame Führung und Resilienz als Strategie sollten in Ihrem Alltag eine wichtige Rolle spielen.
Relevant ist, dass man die eigene Power nicht vernachlässigt und sich so aufstellt, dass man sie auf den Punkt genau abrufen kann. Übrigens, auch die geistige und körperliche Gesundheit der Mitarbeiter gilt es zu pflegen.

 

5 Die Kunst, verschiedene Kommunikationsstile zu beherrschen

Mit Eloquenz und sicherem Auftreten alleine ist es nicht getan. Wichtig ist, dass man in verschiedenen Situationen und mit unterschiedlichen Mitarbeitertypen entsprechend kommuniziert. In manchen Situationen ist es zum Beispiel nützlich, ein guter Geschichtenerzähler zu sein und bildhaft und vortragen zu können. Wiederrum andere Umstände erfordern feurige Reden, um Visionen zu teilen sowie eine präzise und fachliche Sprache. Nicht nur das Sprechen, sondern auch gut zuhören zu können ist unabdingbar, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen. Tiefere Sorgen und Bedürfnisse lassen sich nur so herausfinden.

 

6 Die Fähigkeit zur Meistermotivation: Loben und anerkennen

Im Alltagsstress wird oft vergessen, Mitarbeiter für gute Leistungen zu loben. Lob und Anerkennung sind nicht nur das kostengünstigste, sondern wohl auch eins der effizientesten Methoden Mitarbeiter zu motivieren und zu weiteren Höchstleistungen zu führen. Allerdings gilt hier: Lob ist nicht gleich Lob! Plattitüden und ein halbherziges „gut gemacht“ verfehlen ihre Wirkung garantiert. Lob muss ernst gemeint, authentisch und individuell sein.
Extra Tipp: Gutscheine, Boni und Co. können dies natürlich maßgeblich unterstützen. Mit den richtigen Lösungen profitieren Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen. Setzen Sie z.B. auf STEUERFREIE ESSENSZUSCHÜSSE.

 

7 Das Verfügen über Durchsetzungsvermögen

Theorien besagen, dass insbesondere Top Manager ein gesundes Maß an Psychopathie, Machiavellismus und Narzissmus mitbringen müssen, um überhaupt in diese Position vordringen zu können. In Unternehmen mit strikten Hierarchiestufen mag an dieser Theorie etwas dran sein, doch für eine nachhaltige Mitarbeiterführung schaden diese Eigenschaften. Dennoch muss eine Führungskraft ihre Meinung durchboxen können, wenn es darauf ankommt und sich in internen Konflikten behaupten können. Die Rolle eines Spielballes hilft auch dem eigenen Team nicht weiter.
Passend dazu sehen Sie im Folgenden ein Video des Ex-Lehmann Brothers CEO Dick Fuld in bester Psychopathen-Manier (ab 00:27):

 

8 Das Offensein für eine Feedbackkultur

Nur mit regelmäßigen Feedback lassen sich Erwartungen zweifellos definieren und das Maximum aus den Individuen herausholen. Hierfür eignen sich die regelmäßigen Beurteilungsgespräche. Doch auch im Kleinen sollten die Mitarbeiter darüber unterrichtet werden, was sie beibehalten sollten und wo Optimierungspotenzial besteht. Mit nahem zeitlichen Abstand können sie ihre Entscheidungsfindung leichter reproduzieren und verbessern.
Aber auch umgekehrt sollte der Manager offen für Feedback sein: Sowohl verbale Rückmeldungen sollten eingefordert und freundlich angenommen werden, als auch eine genaue Analyse der non-verbalen Reaktionen auf die eigenen Maßnahmen.
Aufschlussreich sind auch anonyme Umfragen – zum Beispiel zur Mitarbeiterzufriedenheit – im Unternehmen.

 

9 Die Fähigkeit Beziehungen aufbauen zu können

Häufig arbeitet man über mehrere Jahre mit seinem Team zusammen. Hier ist die Kunst auf der einen Seite einen freundschaftlichen, vertrauensvollen Umgang herzustellen, auf der anderen Seite dennoch eine professionelle Distanz zu wahren. Fragen Sie sich, welcher Mitarbeiter welche Rolle in Ihrem Beziehungskonstrukt annehmen möchte: Wer ist der analytische Experte, dessen Meinung unverzichtbar ist? Wer die fleißige Arbeitsbiene, die sich bei einer Tasse Kaffee in der Frühstückspause über Kindererziehung austauscht? Trotz aller menschlichen Gemeinsamkeiten muss eine Distanz gewahrt werden, um sich bei unangenehmen Entscheidungen nicht von Sympathiegefühlen irreführen zu lassen.

Sehen Sie dazu das folgende Video: Der beste Boss aller Zeiten

 

10 Das Ausstrahlen intrinsische Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen

Die besten Resultate lassen sich erzielen, wenn alle im großen gemeinsamen Ziel mehr sehen als bloß die Profitsteigerung für die Firma. Dieser Zustand lässt sich nur erreichen, wenn der Manager in seiner Haltung vorangeht und sich für dieses „höhere“ Ziel hingibt. Hat der Vorgesetzte hingegen nur die eigene Karriere und den Bonus im Sinn, zerbricht das gesamte Teamgefüge. Kurzfristig kann er durch Druck die Arbeitnehmer antreiben, doch mit dieser Form der Mitarbeiterführung scheitert er früher oder später, während beim Gegenentwurf sowohl der Teamgeist als auch die Resultate nachhaltig stimmen.

 

11 Das Wagen und richtige Umgehen mit Fehlern

Der Umgang mit Fehlern ist ein vielsichtiges und komplexes Feld. Viele Firmen leiden unter mangelhafter Fehlerkultur, da Fehler nicht verziehen werden – mit Vertuschung eigener Fehler als Folge. Dennoch gehören sie dazu und sind nur allzu menschlich. Gestehen Sie daher Fehler ruhig zu, entscheidend ist wie sie aufgearbeitet werden. Niemand sollte an den Pranger gestellt werden. Bauen Sie lieber auf Feedbackgespräche. So werden Fehler früh genug zugegeben, sodass noch Gegenmaßnahmen unternommen werden können. Außerdem hat eine offene Reflektion den wirkungsvollsten Lern- und Präventionseffekt.

 

12 Ein mutiges Auftreten

Mut ist eine Grundtugend erfolgreicher Führungskräfte: Mutiges Auftreten gegenüber Kunden oder Vorgesetzten ist Pflicht, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Aber auch Mut zum Risiko statt eine Fehlervermeidungshaltung gehört dazu, um neue Dinge auszuprobieren. Doch auch Mut zum „Reality Check“ ist erforderlich. Manchmal funktioniert ein eingeschlagener Weg nicht und dann muss man sich das auch eingestehen können.

 

13 Die Bereitschaft zu Lernen

Wenn man nicht aufpasst, wird man irgendwann müde Neues zu lernen und „up to date“ zu bleiben. Neuerungen am Markt werden zynisch als Modeerscheinungen abgetan, sich bietende Gelegenheiten übersehen und plötzlich realisiert man eines Tages, dass man in die Kategorie „Auslaufmodell“ fällt. Entwickeln Sie daher ein individuelles Lernkonzept und interne Förder- und Mentorenprogramme, damit Sie und Ihre Mitarbeiter jederzeit auf dem neusten Stand sind. Zudem gilt das Lernen neuer Sachverhalte erwiesenermaßen als Motivator und Glücklichmacher.

 

14 Die Gabe, Führungsstile zu adaptieren

Eine gute Führungskraft kennt verschiedene Führungsstile und weiß sich aus ihnen zu bedienen, wenn es erforderlich wird:

  • Autokratischer Führungsstil: Der Chef verfügt über uneingeschränkte Macht, die Mitarbeiter sind Untergebene
  • Autoritärer Führungsstil: Der Chef bestimmt uneingeschränkt selbst – angeblich fällt jeder dritte Chef in eine der ersten beiden Kategorien
  • Charismatischer Führungsstil: Der Chef spornt mit seiner Ausstrahlung zu Höchstleistungen an
  • Demokratischer Führungsstil: Mitarbeiter werden bei Entscheidungen einbezogen
  • Kooperativer Führungsstil: Beide Seiten arbeiten eng zusammen, der Mitarbeiter bringt seine Ideen ein, doch der Vorgesetzte behält den Überblick
  • Laissez-faire-Führungsstil: Der Vorgesetzte nimmt sich zurück und baut auf die Selbstständigkeit der Mitarbeiter
  • Partizipativer Führungsstil: Ähnlich wie der kooperative Führungsstil, eher für Führung höher qualifizierter Mitarbeiter gedacht
  • Patriarchischer Führungsstil: Der Chef tritt als väterliche Bezugsperson auf, kann streng oder gütig sein
  • Situativer Führungsstil: Der Mitarbeiter wird entsprechend seinem Reifegrad geführt

 

15 Die Fähigkeit, Vertrauen auszustrahlen & Verantwortung abgeben zu können

Kontrollsucht ist eine schlechte Eigenschaft und verhindert Eigeninitiative der Mitarbeiter. Wenn Ihre Mitarbeiter über sich hinauswachsen sollen, müssen sie auch Vertrauen spüren und Aufgaben eigenständig gestalten dürfen. Darüber hinaus entlastet Sie Delegation. Eine Orientierungshilfe, an wen Sie welche Aufgabe am sinnvollsten abgeben können, bietet Ihnen das Modell der Reifegradtheorie.

 

16 Die Größe, in Krisenzeiten vorangehen zu können

Die Königsdisziplin der Mitarbeiterführung ist es auch in schweren Zeiten voranzugehen und das Team durch Krisen zu führen. Droht zum Beispiel Personalabbau in der Abteilung, ziehen sich viele Führungskräfte leider instinktiv zurück, kommunizieren per E-Mail oder wählen jedes Wort mit Bedacht. Doch gerade jetzt sollten Sie Präsenz zeigen durch das sogenannte „Management by walking around“. So verleihen Sie auch Ihrem Team Zuversicht, dass alle gemeinsam mit Ihnen an der Spitze das Ruder herumreißen werden.

 

17 Das Auftreten als Anwalt des eigenen Teams

Die eigene Abteilung performt nicht in einem Vakuum, sondern ständig ist man im Austausch mit Geschäftspartnern, anderen internen Stellen oder höheren Vorgesetzten. Häufig kommt es hierbei zu Konflikten, sei es, dass ein Kunde unzufrieden ist oder der Boss sich einen der Mitarbeiter vorknöpft. Hier ist man als Führungskraft gefragt sich schützend vor das Team zu stellen – auch dann wenn es vielleicht unter vier Augen doch noch ein ernstes Wörtchen zu reden gibt. Doch nur so lassen sich Vertrauen und Risikobereitschaft der eigenen Mitarbeiter aufrechterhalten. In diese Rubrik fällt auch sich für seine Mitarbeiter einzusetzen, wenn sie schwierige Zeiten durchmachen oder eventuell betriebsbedingte Entlassungen zur Debatte stehen.

 

18 Das Schaffen einer ausgeglichenen Arbeitsatmosphäre
Bei allem Antreiben, Führen und Motivieren sollte der Spaß nicht auf der Strecke bleiben. Spaß bei und an der Arbeit ist ansteckend. Sorgen Sie also für eine Arbeitsatmosphäre, die darauf einzahlt.
•    Stellen Sie zum Beispiel einen Raum zur Verfügung, in dem sich Chefs wie Mitarbeiter beim Tipp Kick oder mit der Nerfgun auch mal austoben können.
•    Versuchen Sie Dinge mit Humor zu nehmen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Teilen Sie Ihre eigene Begeisterung für bestimmte Projekte. „Nur wer selbst brennt, kann Feuer in anderen entfachen.“ Augustinus Aurelius

 

19 Die Gabe der Menschenkenntnis, Empathie und emotionale Intelligenz
Das Geheimnis erfolgreicher Mitarbeiterführung und vor allem Mitarbeitermotivation ist es individuelle Bedürfnisse, Stärken und Schwächen der Mitarbeiter zu erkennen und genau dort anzusetzen. Dies ist nicht nur aufwändig, sondern erfordert auch Feingefühl. Doch es lohnt sich immer ein offenes Ohr zu haben und Talente und Co. Einzelner zu erkennen und zu fördern. Versuchen Sie zudem ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann es angebracht ist Euphorie zu zeigen, wann Wut als Antrieb dient und wann Sie sich trotz Ärger besser mäßigen.

 

20 Das faire Führen
Auch, wenn es sich lohnt Mitarbeiter individuell zu motivieren, sollten Sie beachten, dass Sie fair bleiben und niemanden bevorzugen. So etwas spricht sich innerhalb der Belegschaft schnell herum und sorgt für Unmut. Fairness bedeutet auch, Versprechen zu halten, Mitarbeitern immer die Chance zu geben sich zu erklären und sie niemals vor versammelter Mannschaft zur Rechenschaft zu ziehen. Einmal einen Mitarbeiter vor allen anderen gerügt kann die Motivation des selbigen Arbeitnehmers für immer zerstört sein.

Fazit: Es gibt vieles zu beachten in Sachen Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterführung. Vieles sollte jedoch auch selbstverständlich sein. Und, die Mühe lohnt sich. Drucken Sie sich diese Liste der besten Tipps aus, legen Sie sie in die Schreibtischschublade und schauen Sie immer mal drauf. So gerät bei allem Alltagsstress nichts dieser Skills und Bausteine in Vergessenheit, für eine effiziente Mitarbeiterführung.

 

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