Älterer Mann hält Sparschwein in der Hand

Steuern sparen: Gehaltserhöhung mit Spareffekt

7 Möglichkeiten, mit denen Sie 2016 mit Ihren Mitarbeitern auf einen Nenner kommen

Mit dem neuen Jahr fordern viele Mitarbeiter auch ein neues Gehalt – so zu sagen als einer ihrer guten Vorsätze für 2016. Ein heikles Thema, denn nicht immer ist es für Arbeitnehmer und Arbeitgeber einfach, auf einen Nenner zu kommen. Ihre Vorstellungen als Chef unter Berücksichtigung der ökonomischen Unternehmensziele dürften meist ganz andere sein, als die Ihrer Belegschaft. Doch wird die Forderung eines Mitarbeiters schlichtweg abgeschmettert, fühlt sich dieser als Verlierer der Verhandlung höchstwahrscheinlich ungerecht behandelt, was negative Auswirkungen auf Engagement und Einsatz sowie Mitarbeiterbindung und -motivation mit sich bringen wird. Diese Faktoren sind bekanntlich keine Selbstläufer. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, gibt es zahlreiche weitere Alternativen zur reinen, monetären Gehaltserhöhung. Mit diesen Lösungen profitieren Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, Chefs können steuern sparen und sich über motivierte und engagierte Angestellte freuen.

Long-Term Incentives
Wir haben gerade bei incentimo darüber berichtet: Zunehmend setzen erfolgreiche Unternehmen auf aktienbasierte Beteiligungen als Vergütung, so genannte Long-Term Incentives. Diese haben den Vorteil, dass Mitarbeiter nicht „nur“ etwas vom Arbeitgeber bekommen, sondern zugleich mit in die Verantwortung genommen werden. Das wiederum führt zu einem verstärkten Engagement am Arbeitsplatz. Es können also Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren. Mehr zu Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen.

Incentives
Egal ob Reisen, Firmen-Fitness-Kurse oder Fahrkartenzuzahlungen – auch diese Incentives sorgen für Einsatz und Motivation am Arbeitsplatz, sind steuerlich absetzbar und zahlen zugleich auf Ihr Image als Arbeitgebers ein. Wer sich nämlich um das Wohl seiner Belegschaft bemüht – Work-Life-Balance lässt grüßen – tut zugleich etwas für den Ruf des Unternehmens, stärkt garantiert die Mitarbeiterbindung und sein Standing im Kampf um neue Fachkräfte.

Erholungshilfe
Im Rahmen der Erholungsbeihilfe können Sie Ihren Mitarbeitern ebenfalls etwas Gutes tun. Einmal im Jahr kann zusätzlich zum regulären Gehalt ein Zuschuss zur Erholung in Höhe von bis zu 156 Euro gewährt werden. Hinzu kommen 104 Euro für den Partner als Begleitperson sowie pro mitreisendes Kind noch einmal 52 Euro. Dieser Zuschuss zur Erholungshilfe ist von der Steuer befreit.

Betriebsrente und betriebliche Krankenversicherungen
In Sachen Gesundheit stehen dem Unternehmen noch viel mehr Möglichkeiten zu. Pro Jahr können an Mitarbeiter bis zu 2.520 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für die Rente vergeben werden. Auch betrieblichen Krankenversicherung (bKV) sind ein lohnenswerter Zuschuss, zumal Familienmitglieder mit versichert werden können. Der betriebliche Gesundheitsschutz zählt als Sachaufwendungen und unterliegt der 44 Euro Steuerfreigrenze. Zahnzusatzversicherung, Sehhilfen und Co. statt monetärer Gehaltserhöhung – wenn das mal nichts wert ist!

Gutschein- und Kartenlösungen
Kartenlösungen und Gutscheine für Mitarbeiter ermöglichen es Ihnen, ebenfalls im Rahmen der Steuerfreigrenze individuelle Wünsche zu erfüllen. Anbieter von solchen Leistungen kooperieren häufig mit zahlreichen Akzeptanzpartnern und die Verwender können selbst entscheiden, ob sie diese Zuwendung im Supermarkt, im Restaurant, in der Drogerie oder Kaufhaus ihrer Wahl einlösen möchten. Hier erhalten Arbeitnehmer in jedem Fall etwas, das sie auch gebrauchen können und mit dem richtigen Angebot können Sie ihnen pro Jahr über 2.000 Euro steuerfrei zukommen lassen. Steigende Lohnnebenkosten können Sie hier getrost abhaken und statt dessen Steuern sparen.

Sachleistungen
Dienstwagen, Firmen-Handy, Laptops, iPads und Co. sind für Viele ein Statussymbol und gehören längst zum Alltag mit dazu. Ein neues Smartphone dürfte für glückliche Mitarbeiteraugen sorgen und ist für die Firma selbstverständlich steuerlich absetzbar.

Übrigens: Auch Prozente auf firmeneigene Produkte machen Mitarbeitern eine Freude – ein Gefühl von VIP-Status!

Weiterbildungen
Nach einer aktuellen Online-Befragung von Karriere-Coach Dr. Bernd Slaghuis soll 2016 jeder dritte Angestellte seinen Job wechseln wollen. Hauptgrund: „Neues lernen“. Die fachliche Weiterentwicklung sei eines der wichtigsten beruflichen Ziele überhaupt. Sorgen Sie also dafür, dass Mitarbeiter sich in Ihrem Unternehmen weiterbilden und weiterentwickeln können und ein Wechsel gar nicht nötig ist. Schulungen, Seminare und Co. sind nicht immer günstig, doch wer in seine Mitarbeiter investiert, zeigt, wie wichtig sie ihm sind. Das kommt an bei den Angestellten. Und was gibt es Schöneres als einen Job, bei dem man sich selbst verwirklichen kann. Besser als jede Gehaltserhöhung! PS: Neues Know-how tut natürlich auch der Firma gut.

 

Noch ein paar Tipps für die Gehaltsverhandlung

So sollte es nicht ablaufen:


Treffen Sie sich auf Augenhöhe und nehmen Sie das Anliegen Ihres Gegenübers ernst. Sollten sie sich partout nicht auf einen bestimmten Betrag einigen können, dann blocken Sie nicht gleich ab. Zeigen Sie guten Willen, vereinbaren Sie Zwischenziele, bieten Sie für bestimmte Leistungen zum Beispiel einen Urlaubstag mehr an und treffen Sie vor allem gemeinsam mit Ihrem Gesprächspartner eine Entscheidung.

Auch wichtig ist es, während der Gehaltsverhandlung für gute Stimmung zu sorgen. Es sitzt Ihnen nicht Ihr Feind gegenüber, sondern Ihr Mitarbeiter, der in dieser Situation wahrscheinlich sehr angespannt sein dürfte. Versuchen Sie das Gespräch mit einem kleinen Scherz aufzulockern und sprechen Sie auch mal ein Lob aus. Namhafte Studien belegen: Für die meisten Angestellten und Fachkräfte ist die Wertschätzung durch den Chef das höchste aller Ziele.

Wie auch immer sie sich am Ende einigen mögen: Wenn der Mitarbeiter motiviert und voller Tatendrang aus dem Gespräch geht, haben auch Sie Ihr Ziel erreicht.

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.