Mann hält Schild mit Aufdruck New Rules in die Kamera. Neue Regelung für steuerfreie Sachbezüge

Steuerfreie Gehaltsextras: Neue Regelung

Von Betreuungszuschüssen, Geschenken und gesundheitsfördernden Maßnahmen

Neue Regelungen für steuerfreie GehaltsextrasSie als Arbeitgeber verfügen über interessante Instrumente, um Ihren Angestellten steuer- und sozialabgabenfreie Extraleistungen zukommen zu lassen – sei es zur Motivationssteigerung, zur Mitarbeiterbindung oder als Belohnung für eine lange Betriebszugehörigkeit. Mit den am 1. Januar in Kraft getretenen „Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015“ ergeben sich dazu einige Erleichterungen, die im Zusammenspiel sogar die Entwicklung ganz individueller Vergütungskonzepte eröffnen.

Sachbezüge zur Bindung von Arbeitnehmern
Die Erwartungen der Arbeitnehmer an eine Lohnsteigerung im Jahr 2015 sind gemäß des aktuellen Randstadt Arbeitsbarometers eher gedämpft. Nur 38 Prozent der Befragten äußerte sich in dieser Hinsicht optimistisch. Mit den aufgeführten steuer- und sozialabgabenfreien Gehaltsextras für 2015 existieren jedoch interessante alternative Möglichkeiten, die finanzielle Situation der Mitarbeiter auch ohne die verbindliche Erhöhung des Arbeitslohnes deutlich zu verbessern.

Mitarbeitergeschenke zu besonderen Anlässen – die Freigrenze steigt
Konnten Arbeitgeber bisher Sachleistungen für bis zu 40 Euro pro Mitarbeiter anlässlich eines Geburtstages, zur Geburt eines Kindes oder auch zur Hochzeit überreichen, ist diese Freigrenze zum 1.1.2015 auf 60 Euro angestiegen. Für diese besonderen persönlichen Ereignisse dürfen demnach nur Sachleistungen, wie beispielsweise Blumen, Wein oder Bücher, gewählt werden. Geldleistungen würden nach wie vor zum Arbeitslohn gezählt, für den Sozialabgaben und Steuern zu entrichten sind. Bei Überschreiten der Freigrenze wird der komplette Betrag allerdings steuer- und sozialabgabenpflichtig.

Arbeitsessen für einen außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes
Arbeitgeber dürfen in diesem Jahr bis zu 60 Euro aufwenden, um bei einer außergewöhnlichen Arbeitsbelastung, beispielsweise bei Überstunden zur Fertigstellung eines Projektes oder eines wichtigen Auftrages, Essen liefern zu lassen. Die Darstellung dieses Arbeitsessen muss insbesondere in Bezug auf die Abgrenzung zu einem ansonsten steuerpflichtigen Essen zur Belohnung detailliert ausweisen, welche besonderen Bedingungen dieses Arbeitsessen begründen.

Betreuungszuschüsse für Kinder – keine Obergrenze
Um individuelle finanzielle Anreize für Arbeitnehmer zu schaffen, haben sich die Kinderbetreuungszuschüsse bestens bewährt. Diese können eingeräumt werden, solange das Kind nicht schulpflichtig ist. Werden die Kinder auswärtig betreut, beispielsweise in einem Kindergarten oder in einer Tagesstätte, kann der Arbeitgeber die Kosten steuer- und sozialabgabenfrei ersetzen. Eine Begrenzung nach oben gibt es nicht. Allerdings endet diese Möglichkeit mit der Einschulung des Kindes. Damit wird diese interessante Möglichkeit zwar zeitlich limitiert, trotzdem empfiehlt sich dieser Zuschuss insbesondere für junge Fachkräfte, die an das Unternehmen gebunden werden sollen.

Zuschuss für Beratungsleistungen in Betreuungsfragen
Mit Zuschüssen von bis zu 600 Euro pro Jahr können Arbeitgeber die Beratungsleistungen zu Betreuungsfragen sowie die Vermittlungskosten für Betreuungspersonen für Kinder und Pflegebedürftige abfangen. Im „Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ ist darüber hinaus eine Möglichkeit vorgesehen, beruflich veranlasste und zwingend notwendige Betreuungsleistungen für Kinder und Pflegebedürftige unter bestimmten Voraussetzungen und kurzfristig als Arbeitgeberleistung anzuerkennen.

Monatliche Sachbezüge – ein beliebtes Instrumentarium
Waren- oder Benzingutscheine, aber auch Zuschüsse zu den Mitgliedsbeiträgen eines Fitness-Studios werden bereits häufig genutzt, um Arbeitnehmern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn steuer- und sozialabgabenfreie Zuwendungen zukommen zu lassen. Die monatliche Obergrenze des Sachbezugswerts liegt aktuell bei 44 Euro, die auf keinen Fall überschritten werden darf, da sonst alle Abgaben auf den Zuschuss zu entrichten sind.

Gesundheitsfördernde Maßnahmen – konkreter Zuschnitt erforderlich
Davon unabhängig können Arbeitgeber bis zu 500 Euro im Jahr aufwenden, um ihren Mitarbeitern ganz klar definierte gesundheitsfördernde Maßnahmen zu finanzieren. Dazu zählen beispielsweise Massagen oder eine Rückenschule, aber auch Raucherentwöhnungskurse. Diese Zuschüsse bleiben steuer- und sozialabgabenfrei, solange es sich nicht um klassische sportliche Aktivitäten handelt.

Essenmarken nun auch für Leiharbeitnehmer – Vereinfachung für 2015
Zum Ende des vergangenen Jahres wurde beschlossen, das Leiharbeitnehmer, die länger als drei Monate in einem Unternehmen tätig sind, ebenfalls Restaurantschecks oder Essenmarken und somit vergünstigte Mahlzeiten in Anspruch nehmen dürfen. Damit wird die Ausgabe von Essenschecks deutlich vereinfacht.

Betriebsfeier – 110 Euro als Freibetrag
Eine weitere Änderung 2015 betrifft die Betriebsfeiern, für die die Arbeitgeber bisher eine Freigrenze von 110 Euro pro Person in Anspruch nehmen konnten. Aus dieser Freigrenze wurde nun ein Freibetrag: Wird also mehr aufgewendet, ist der überschießende Teil nur noch pauschal mit 25 Prozent zu versteuern. Im Vergleich zur bisherigen Regelung, die bei Überschreiten der Grenze eine komplette Steuer- und Sozialabgabenbelastung vorsah, stellt dies eine enorme Erleichterung dar.

 

 

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Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.