Mann steht auf Stapel Münzen

Die Lohn-Revoluzzer: Wenn Mitarbeiter ihr Gehalt selbst bestimmen

Generation Y setzt auf Selbstbestimmung und ein soziales Miteinander

Wenn Mitarbeiter ihr Gehalt selbst bestimmenMehr und mehr rücken die in den 1980er-Jahren geborenen und mit den digitalen Medien aufgewachsenen Fachkräfte in den Unternehmen nach und übernehmen die Führungspositionen ihrer Vorgänger. Sie gelten als versiert, bereits erfahren und setzen zum Teil auf ganz andere Lebensentwürfe, als ihre Eltern. Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und Selbstbestimmung sind für sie Grundvoraussetzung für den Job. Der Trend geht hin zu Teilzeitarbeit, mehr Frauen in den Chefetagen sowie zu mehr Gemeinschaftspraxen und Unternehmensnetzwerken. „Die Me, Myself and Selfie- Generation“ betitelte ein bekanntes Webportal für dentales Praxiswissen diese jungen und durchaus wertvollen Mitarbeiter kürzlich, auf deren Prioritätenliste die Selbstbestimmtheit im Beruf ganz oben stehe. Daher ist es in vielen Firmen längst nichts Neues mehr, wenn die Arbeitnehmer auch ihr Gehalt selbst bestimmen.

Bei dem Unternehmen tempus zum Beispiel wird jeder Angestellte einmal im Jahr aufgefordert, seine Leistungen selbst einzuschätzen und einen Gehaltsvorschlag abzugeben. Jeder darf verdienen was er will, solange es sich um eine leistungsgerechte Bezahlung handelt. Bei der Unternehmensberatung Vollmer & Scheffcyzk von Geschäftsführer und Buchautor Lars Vollmer legen die jungen Fachkräfte ebenfalls die Höhe ihres Gehaltes selbst fest. Und das System funktioniert.

Selbstbestimmung durch soziales Miteinander

Dass dieses Modell der Gehaltsfindung bei Vollmer & Scheffcyzk gelingt und nicht am Ende der ein oder andere ein völlig utopisches Gehalt am Monatsende kassiert, liegt daran, dass jeder Mitarbeiter seinen eigenen Marktwert bestimmt, sich selbst am besten einschätzen kann und vor allem auch die Gehälter der anderen Kollegen kennt. Alles läuft ganz offen ab. „Der soziale Druck ist so hoch, dass keine Ausreißer vorkommen. Alle arbeiten für den gemeinschaftlichen Erfolg“, so Vollmer, der in dieser Sache als Vorreiter gilt.

Aber auch andere Unternehmen setzen mittlerweile auf Selbstbestimmung am Arbeitsplatz, wenn auch nicht die Gehaltsfindung betreffend. Bei Trumph (Hersteller für Laser-Werkzeugmaschinen) entscheiden die Angestellten selbst, wie viele Stunden sie pro Woche arbeiten möchten. So engagieren sich Berufseinsteiger zum Beispiel stärker als andere, Eltern haben dafür mehr Zeit für die Familie. Die Kollegen unterstützen sich hier also gegenseitig und erstellen die Arbeitspläne gemeinsam. Dass die Arbeit rechtzeitig erledigt wird, dafür sind die Mitarbeiter selbst verantwortlich. Doch für das Wie und das Wann eben auch.

Fazit: Wer in Zukunft auf Fachkräfte aus der Generation Y für sein Unternehmen nicht verzichten möchte, der gewinnt nicht nur die Lohn-Revoluzzer und Selbstbestimmer, sondern auch die Verantwortungsvollen und Sozialverantwortlichen. Ein guter Deal oder?

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.