Mitarbeiterin steht am Rednerpult. Im Hintergrund durch Fenster Stadt zu sehen

Steh-Sitz-Dynamik: Der gesunde Arbeitsplatz als Krankheitsprävention

Ergonomischer Workspace trifft individuelle Bedürfnisse

Steh-Sitz-DynamikDie ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen wird in der Praxis leider viel zu häufig unterschätzt, schließlich sind die Folgen von unvorteilhaften Gegebenheiten am Arbeitsplatz meist nur mittel- bis langfristig zu erkennen. Auf lange Sicht sinkt die Leistung von Mitarbeitern, die mit schlechten Verhältnissen am Arbeitsplatz zu kämpfen haben, einige sind als Folge einer jahrelangen Leidenszeit sogar über Wochen krankgeschrieben oder müssen sich einem längeren Kuraufenthalt unterziehen.

Probleme aufgrund langer Sitzphasen

Kaiserkraft Stehtisch

Bild: Elektrischer Steh-Sitz-Tisch / Bildquelle: kaiserkraft.de

Mitarbeiter, die im Büro längere Zeit ohne Unterbrechung vor ihrem Computer sitzen, klagen mit zunehmendem Alter häufiger über Rückenbeschwerden. Kein Wunder, denn die Sitzposition ist für den Menschen keinesfalls eine natürliche Position und sollte daher möglichst ganz vermieden werden. Da sich dies in der Regel nicht vollständig einrichten lässt, sollten Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zumindest Möglichkeiten bieten, um für Entlastung zu sorgen. Dies könnten Steh-Terminals mit integrierten Bildschirmen oder Laptop- anschlussmöglichkeit sein, die sicherstellen, dass die Mitarbeiter von dort auf ihre Daten zugreifen können. Idealerweise sind solche Terminals oder Stehtische höhenverstellbar und besitzen eine Fußablagemöglichkeit.

Generell sollte jeder Arbeitsplatz überprüft werden, sobald ein neuer Mitarbeiter ihn nutzt. Ein 20 Zentimeter größerer Arbeitnehmer stellt ganz andere Anforderungen an einen ergonomisch ideal gestalteten Arbeitsplatz als ein kleinerer Kollege. Überlegen Sie als Vorgesetzter, ob man die Konferenz unbedingt im Konferenzzimmer abhalten muss oder dafür auch hin und wieder die vorhandenen Stehtische nutzen kann.

Was kann der Arbeitnehmer tun?
Da sich längere Sitzphasen langfristig vor allem durch muskuläre Dysbalancen am Rücken zeigen, müssen Arbeitnehmer dem Rückenbereich ausreichend Beachtung schenken, und zwar nicht erst, wenn die Probleme schon bereits vorhanden sind. Der Arbeitgeber kann seine Mitarbeiter unterstützen, indem er ihnen einen kostenlosen Fitnessraum zur Verfügung stellt. Haben die Mitarbeiter keine Möglichkeit die Rückenmuskulatur im unternehmenseigenen Umfeld zu stärken, können sie mithilfe weniger zeitaufwändiger Übungen Rückenbeschwerden vorbeugen. Diese können sogar mit einem Minimalaufwand von 15 Minuten pro Tag zu Hause durchgeführt werden.

Es wird empfohlen, dass sitzende und stehende Tätigkeiten sich alle 20 Minuten abwechseln, sodass eine hohe Steh-Sitz-Dynamik erreicht wird. Letztendlich sind solche Konzepte immer nur nachhaltig erfolgreich, wenn die Führungskraft diese konsequent vorlebt. Durch abwechselnde Belastungen beim Arbeiten profitiert das ganze Unternehmen, denn Mitarbeiter entwickeln eine höhere Konzentrationsfähigkeit, was sich letztendlich in einer höheren Leistung widerspiegelt.

Lesen Sie hierzu auch:
Sport am Arbeitsplatz

Quellen:

-Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA):

Steh-Sitzdynamik

Ergonomische Anforderungen an Büroarbeitsmittel und Arbeitsmittel

BKK Gesundheitsreport 2013

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.