Mitarbeiter arbeiten mit Salat und Orangensaft neben Arbeitsmaterial auf dem Tisch

Großbetriebe weit vor kleinen und mittelständischen Unternehmen im BGM?

Fitte Mitarbeiter leisten mehr – eine Kolumne von Gesundheitsexperte Boris Schwarz

Die Prävention von Burnout, Depressionen sowie der Erhalt der Leistungsstärke und Vitalität älterer Beschäftigter sorgten in den letzten Jahren durch den demographischen Wandel für eine Steigerung der betrieblichen Gesundheitsförderung in Unternehmen. Doch längst nicht alle Unternehmen haben den Nutzen von BGM erkannt. Besonders kleinere und mittelständische Unternehmen hinken aktuellen Studien zu Folge hinterher.

In Betrieben mit 50 bis 199 Beschäftigten sind laut einer AOK Studie ausgereifte BGM-Konzepte erst zu 37% verankert. Größere Betriebe hingegen, mit einer Anzahl von 200 bis 499 Beschäftigten, führen BGM-Programme im Schnitt zu 47%. Großbetriebe sind Vorreiter in Bezug auf die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter in Deutschland.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen schrecken vor allem vor den hohen Investitionskosten zurück. Hinzu kommen das fehlende Wissen und die nicht ausreichenden Ressourcen zur Umsetzung von einem effektiven Gesundheitsmanagement. In Großbetrieben setzen sich oft die Personalabteilung und der Betriebsrat für leistungsfähige, gesunde, motivierte Arbeitnehmer ein. In kleineren Betrieben fehlt häufig diese Art der Eigeninitiative.

Dennoch möchte ich Sie liebe Leser dazu sensibilisieren, über das Konzept des BGM nachzudenken. Auch, und gerade, wenn Sie Führungskraft in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen sind.

Betriebliches Gesundheitsmanagement sorgt erwiesenermaßen für zufriedene, gesunde und leistungsstarke Mitarbeiter. Und sind Ihre Mitarbeiter gesund, dann ist es Ihr Unternehmen auch!

Welchen ökonomischen Erfolg BGM verzeichnet

Die Angst vor Fehlinvestitionen ist beim betrieblichen Gesundheitsmanagement fehl am Platz. Eine Studie der Zeit in Zusammenarbeit mit der AOK belegt, dass eine Investition moderner Gesundheitsförderung in kleineren Unternehmen in Höhe von 1 Euro sich nach drei Jahre durch 1,80 Euro rentiert. In mittelständischen Unternehmen zahlt sich der investierte Euro sogar durch eine höhere Produktivität der Mitarbeiter in einer Höhe von 10 Euro aus.

Hinzu kommt die Tatsache, dass durch betriebliches Gesundheitsmanagement die Fehlzeiten der Beschäftigten um über 30 % sinken!

Die Investition in die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter ist dementsprechend die beste Investition in ein produktives, effizientes und leistungsfähiges Unternehmen!

Welche positiven Einflüsse BGM im Unternehmen und den Mitarbeiter entstehen

Durch Angebote wie Fitnesskurse, gesunde Kantinenverpflegung, flexible Arbeitszeiten oder Stresspräventionskurse zeigen Sie Ihren Mitarbeiter Wertschätzung und sorgen gleichzeitig als Führungskraft für höhere Produktivität, Leistungsbereitschaft, positive Arbeitsmoral und Stressresistenz bei Ihren Mitarbeitern. Besonders körperliche Aktivität führt laut mehrerer Studien zu einer besseren Informationsverarbeitung und Effektivität. Weiterhin beugen Fitnesskurse und Rücken- sowie Yogaschulen eine Reduktion der Gefahr einer Burnout-Erkrankungen erheblich vor. Ebenso werden Ihre Mitarbeiter Ihnen dankbar für einen Stresspräventionskurs sein, in dem gelernt wird mit Stress umzugehen, diesen frühzeitig zu erkennen und wie durch viel Stress trotz allem die Ruhe bewahrt werden kann.

Burnout-Erkrankungen sind die letzten Jahre enorm durch den starken Leistungsdruck gestiegen. Wussten Sie, dass Mitarbeiter mit Burnout fast doppelt so viele Fehlzeiten verbuchen wie andere Arbeitnehmern? Darüber hinaus sind Mitarbeiter mit psychischen Problemen bis zu 40% weniger produktiv als gesunde Mitarbeiter.

Es ist Aufgabe der Führungskräfte im Unternehmen für BGM zu sorgen und die Mitarbeiter gesund zu halten.

Ihre Mitarbeiter werden sich sicherlich über Ihre Angebote zur Gesundheitsförderung freuen und Sie werden schnell bemerken, dass Ihre Beschäftigten produktiver, leistungsfähiger arbeiten und die Krankenausfälle mit der Zeit sinken werden.

Wie BGM im Unternehmen umsetzbar ist

Überlegen Sie zunächst, welche Angebote Sie Ihren Mitarbeitern anbieten möchten. Kommt vielleicht eher ein Fitnesskurs oder eine förderliche Arbeitsplatzgestaltung wie zum Beispiel schonende Stühle für den Rücken oder sogar beides für Ihr Unternehmen in Betracht? Befragen Sie hier am besten auch Ihre Mitarbeiter nach Wünschen und Anregungen zu den. Dies kann in Form von Interviews oder anonymisierten Fragenbögen erfolgen.

Das wichtige ist: binden Sie immer Ihre Mitarbeiter ein, denn diese sind der Schlüssel für eine erfolgreiche BGM-Umsetzung und gleichzeitig ein Erfolgsfaktor für Ihr Unternehmen!

Anhand der Ergebnisse können Sie nun eine Entscheidung treffen und diese Schritt für Schritt in Ihre Unternehmenskultur einbinden. Messen Sie in regelmäßigen Abständen den Erfolg der BGM-Angebote, in dem Sie beispielsweise die Ausfallquote Ihrer Mitarbeiter errechnen und diese in Relation zu dem Zeitpunkt vor der Einführung der gesundheitsfördernden Maßnahmen setzen.

Mit attraktiven BGM-Angeboten senken Sie den Krankenstand, sorgen für eine höhere Produktivität, steigern die Motivation und Arbeitsmoral ihrer Mitarbeiter. Darüber hinaus verbessern Sie Ihr Unternehmensimage und erzielen dazu noch Wettbewerbsvorteile durch leistungsfähige Mitarbeiter.

Über Boris Schwarz

Boris Schwarz ist Gesundheitsmotivator, Dozent, Kolumnist, Buchautor und gefragter Speaker zum Thema Gesundheit im deutschsprachigen Raum: Somit ein echtes Allround-Talent in Sachen Gesundheit, Fitness und Motivation. In seiner nunmehr über 20 jährigen Coaching-Erfahrung hat Boris Schwarz tausende Leser und Zuhörer zu einem gesünderen Lebensstil animiert.