Bürostuhl mit Schild Out of Office - Gone on Holiday!

Urlaubsgeld steuerfrei und motivierend – jeder zweite Mitarbeiter muss trotzdem leer ausgehen

Clevere Möglichkeiten und Alternativen rund ums Urlaubsgeld

Viele Arbeitnehmer dürfen sich im Juli und August wieder über die Auszahlung des Urlaubsgeldes oder zumindest einen kleinen Zuschuss zum Sommerurlaub freuen. Laut einer Online-Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung ging im letzten Jahr jedoch jeder zweite Angestellte leer aus. Weiter geht aus der Erhebung hervor, dass Männer in der Regel häufiger ein Urlaubsgeld erhalten (47 Prozent) als Frauen (37 Prozent). Auch Geringverdiener und Beschäftigte kleinerer Betriebe ohne Tarifbindung haben statistisch gesehen eine geringere Chance einen Zuschuss zum wohl verdienten Urlaub zu erhalten.

Eine Tatsache, die der Motivation am Arbeitsplatz wohl eher weniger in die Karten spielt. Eine Sonderzahlung zur Feriensaison oder zumindest eine kleine Alternative dazu kann sich lohnen, nicht nur für den Arbeitnehmer. Einmal danke zu sagen und Mitarbeitern eine Freude zu bereiten, fördert nachweislich die Motivation, die Mitarbeiterbindung und die Loyalität gegenüber dem Unternehmen. Glücklicherweise gibt es die eine oder andere Option in Bezug auf den – für manche Unternehmen viel zu teurem – Zuschuss zur Urlaubskasse.

Erholung pur für Ihre Mitarbeiter

Mit dem sogenannten Erholungsgeld kann an Mitarbeiter eine Art Urlaubsgeld steuerfrei vergeben werden – zumindest werden hier keine Sozialversicherungsbeiträge geltend gemacht. Pro Arbeitnehmer kann ein Erholungsgeld von jährlich 156 Euro ausbezahlt werden. On top kommen noch einmal 104 Euro für den Ehepartner und 52 Euro pro Kind.

Beispielrechnung: Einer verheirateten Mitarbeiterin mit zwei Kindern könnten so einmal im Jahr 364 Euro ausgezahlt werden. Voraussetzung ist, dass die Empfängerin des Erholungsgeldes bei einer Prüfung nachweisen kann, dass sie die erhaltene Summe auch vollumfänglich zu Erholungszwecken genutzt hat.

Des Weiteren ist zu beachten:

  • Das Erholungsgeld an den Arbeitnehmer sollte drei Monate vor bis drei Monate nach dem Erholungsurlaub ausgezahlt werden. Dieser Zeitraum ist seitens des Arbeitgebers beziehungsweise des Unternehmens einzuhalten.
  • Die Beihilfe zum Erholungsurlaub fällt des Weitern unter den Arbeitslohn und ist damit zwar nicht sozialversicherungsfrei, jedoch gilt die Lohnversteuerung. Diese kann jedoch per Pauschalsteuersatz von 25 Prozent geltend gemacht werden. Erholungsbeihilfen können im Übrigen auch in Form von Sachbezügen gewährt werden, wenn Sie als Arbeitgeber z. B. einen Vertrag mit einem Hotel abschließen und Übernachtungsgutscheine an die Arbeitnehmer aushändigen.

 

Entspannung total: Alternativen zum Urlaubsgeld

Unternehmen, die 2017 gar kein Urlaubsgeld vergeben können, können ihren Mitarbeitern trotzdem etwas entgegen kommen und wenigstens für Entspannung und Erholung am Arbeitsplatz sorgen. Massagen und Wellnessbehandlungen zur Mitarbeitermotivation können steuerfrei gewährt werden. Bedingung ist, dass sie im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements und im Unternehmen selbst stattfinden.

Auch eine schöne Idee: Ein mobiler Cocktail-Service, um den Mitarbeitern nach Feierabend noch einen schönen Swimmingpool oder einen leckeren Caipi zu kredenzen – so kommt Urlaubsfeeling auf.

Euphorie absolut, Urlaubsgeld steuerfrei!

Um das Urlaubsgeld vor der Steuer zu bewahren, können Arbeitgeber auch Gutscheine und Sachbezüge als Alternative für den Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Hier können Sie auf einen monatlichen Freibetrag von 44 EUR für Sachbezüge und Gutscheine zugreifen. Bei der Auszahlung der monatlichen Beträge, beispielsweise durch das Aufladen einer Prepaid-Card für Mitarbeiter, verfügt jeder Angestellte am Ende des Jahres über ein Guthaben von insgesamt 528 Euro, das er zum Beispiel für einen neuen Koffer, Taucheranzug oder ähnliches für den nächsten Urlaub investieren kann. Auch das Verschenken von Tankgutscheinen, eines Urlaubskorbes mit einem schönen Buch, Sonnencreme und Co. kann in diesem Rahmen vergeben werden. Es handelt sich hierbei zwar nicht um ein volles 13. Gehalt, jedoch zeigen Arbeitgeber so ihren guten Willen und zaubern ihren Angestellten vor Urlaubsbeginn sicher ein Lächeln ins Gesicht.

Fazit: Erholungsgeld, Gutscheine und Co. sind gern gesehen Alternativen und das Urlaubsgeld in der steuerfreien Variante auch für das Unternehmen ein absoluter Benefit. Eine Win-Win-Situation für Chefs und Mitarbeiter. Zudem kann hohen Aufwände und Komplikationen vorgebeugt werden. So ist zum Beispiel das Urlaubsgeld für einen Minijobber ein heikles Thema. Diese Zahlungen müssen zum Verdinest hinzuaddiert werden. Wird aber dadurch die jährliche Zahlung an den Minijobber (€ 5.400,00 (12x € 450,00)) überschritten, gilt die Beschäftigung nicht mehr als Minijob.

Alternativen zum Urlaubsgeld sind in vielen Fällen also nicht nur steuerfrei, sondern ersparen dem Unternehmen auch Kosten und Mühen. Am besten ist es, die Mitarbeiter zum Beispiel über eine Umfrage mitbestimmen zu lassen, über welche Alternative sie sich freuen würden. Dann ist die Zufriedenheit am Arbeitsplatz in den Sommermonaten garantiert.

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Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.