Mitarbeiterin freut sich über Anerkennung vom Chef

Mitarbeiteranerkennung richtig bewerten: mit ROI und VOI

So erhalten Sie einen Überblick über die Erfolge eines Anerkennungsprogramms

In unserer von Wettbewerb geprägten Geschäfts- und Arbeitswelt ist es für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend, talentierte Mitarbeiter zu halten und sie zur Nutzung ihres vollen Potenzials zu motivieren. Um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern und Mitarbeiter zu motivieren, setzen viele Unternehmen auf Programme zur Mitarbeiteranerkennung. Doch wann sind solche Programme erfolgreich? Experten empfehlen, neben der „harten“ Rendite auch „weiche“ Faktoren zu berücksichtigen.

Bisher haben sich führende Unternehmen bei der Messung des Erfolgs ihrer Leistungs- und Anerkennungsprogramme für Mitarbeiter auf die „harten Fakten“ verlassen, die ihnen die Kennzahl der Kapitalrendite (ROI) liefert.
Inzwischen gewinnt jedoch das „weichere“ Maß des Investitionswerts (Value of Investment, VOI) an Bedeutung.
Die Unternehmen haben erkannt, dass bestimmte Verbesserungen zwar schwer messbar sind – aber dennoch existieren. Den VOI-Ansatz stützt auch eine große Studie des Unternehmens Sodexo, deren Ergebnisse darauf hinweisen, dass zufriedenere Mitarbeiter deutliche Leistungssteigerungen erreichen.

Anerkennungsprogramme sollten die Motivation ansprechen

Auf dem Gebiet der Arbeitgeberleistungen und Prämien haben Studien von Branchengrößen wie Gallup, Corporate Leadership Council und Willis Towers Watson gezeigt, dass Anerkennung und gesteigerte Mitarbeitermotivation eng miteinander verknüpft sind[1]. Die Motivation wiederum hat enorme Auswirkungen auf die Leistung von Mitarbeitern im Job sowie auf damit verbundene Verhaltensweisen. Sorgt ein Unternehmen also gezielt für eine Steigerung der Motivation seiner Mitarbeiter, so schlägt sich das auch im geschäftlichen Nutzen und seiner Position am Markt nieder.

Während die Vorteile von Investitionen in die Mitarbeitermotivation also auf der Hand liegen, ist auch die genaue Messung der Auswirkungen der jeweiligen Programme heute wichtiger denn je. Bisher betrachteten Arbeitgeber dabei schlicht, ob der finanzielle Nutzen eines Programms seine Kosten überwog. Anders gesagt schenkten sie ihre Aufmerksamkeit lediglich dem ROI. Dabei wurden eventuell noch weitere quantifizierbare Faktoren wie Fluktuationsrate, Produktivität oder Fehlzeiten berücksichtigt. Dieser Ansatz war jahrelang das Maß aller Dinge, doch lassen sich mit diesem eindimensionalen Blick nicht alle Kriterien ermitteln, die die Leistung eines Mitarbeiters beeinflussen können. Branchenexperten zufolge ist es daher an der Zeit, die weniger greifbaren Vorteile von Anerkennungsprogrammen zu erkunden und zu beurteilen[2].

Das „Unmessbare“ messen

Die Idee, dass immaterielle Vermögenswerte zum Unternehmensergebnis beitragen, stammt vom weltweit führenden Anbieter für IT-Marktforschung und Beratung Gartner[3]. Auf der langen Liste schwer messbarer Faktoren befinden sich zum Beispiel die Aneignung von Wissen, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit, die Schaffung einer starken globalen Unternehmenskultur, die Steigerung der Arbeitsmoral und der Mitarbeitermotivation sowie Veränderungen bei kulturellen Werten und Einstellungen am Arbeitsplatz.
Doch wie lässt sich verbesserter Kommunikation, Zusammenarbeit oder der Auszeichnung als bester Arbeitgeber ein finanzieller Wert zuweisen? Welche Kosten entstehen dem Unternehmen, wenn es einen besonders talentierten Mitarbeiter an einen Wettbewerber verliert? Und welche Einsparungen erzielt eine Firma, wenn ihre Angestellten zufrieden und motiviert sind? Diese schwer messbaren Kenngrößen machen den Investitionswert (VOI) aus, der Unternehmen und ihrer Belegschaft echten Nutzen bringt. Der VOI steht für einen umfassenden Blick auf das Unternehmensergebnis; er beinhaltet sowohl finanzielle wie auch „weichere“ Faktoren.

Ein gutes Beispiel für den Nutzen solcher „weichen“ Maßstäbe ist die Mitarbeiterzufriedenheit. Ihre Messung gestaltet sich im Gegensatz zu ROI-Indikatoren schwierig; mithilfe von Arbeitnehmerbefragungen kann sie jedoch analysiert werden. Studien zufolge fühlen sich 86 Prozent der Mitarbeiter infolge einer Anerkennung ihrer Leistungen glücklicher, 85 Prozent sind zufriedener mit ihrem Job und bei 70 Prozent hält die gesteigerte Zufriedenheit auch zu Hause an[4]. Arbeitgeber, die eine solche Atmosphäre schaffen, sorgen langfristig auch dafür, dass sich ihre Mitarbeiter in ihrem Wert geschätzt fühlen, und erzielen möglicherweise weitere, besser messbare Ergebnisse. So sind Unternehmen mit zufriedenen Arbeitnehmern ihren Wettbewerbern um 20 Prozent voraus. Glückliche Mitarbeiter erreichen darüber hinaus eine um 12 Prozent höhere Produktivität und um 37 Prozent gesteigerte Umsätze – und sie werden zehnmal seltener krank als ihre unglücklichen Kollegen[5].
Diese VOI-Ergebnisse traten bei einer von Sodexo durchgeführten Befragung von 4.805 Führungskräften kleiner und mittlerer Unternehmen weltweit zutage. Der Studie zufolge spürten 9 von 10 der Befragten eine Verbesserung der Stimmung am Arbeitsplatz und der Reputation ihres Unternehmens, wenn Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität der Mitarbeiter getroffen wurden. Während es sich hierbei um qualitative Ergebnisse handelt, gaben 70 Prozent an, dass diese Maßnahmen auch den Umsätzen des Unternehmens zugutekamen[6].

„Heutzutage sind schwerer quantifizierbare Ressourcen wie Reputation, Zusammenarbeit und die Bindung seltener Talente von entscheidender Bedeutung, wenn Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erreichen wollen“, so Mia Mends, CEO der Benefits and Rewards Services von Inspirus und Sodexo in den USA. „Während der ROI für taktische Analysen ausreichend sein mag, lässt sich durch Betrachtung dieser ‚weichen‘ Aspekte das strategische Potenzial von Anerkennungsprogrammen und der langfristige Gesamtwert der Investition zuverlässiger beurteilen.“[7]


ROI und VOI – wichtig ist das Gleichgewicht

Zu oft konzentrieren sich Unternehmen bei der Beurteilung ihrer Investitionen auf „harte“ Daten und finanzielle Aspekte. Doch nur die gemeinsame Betrachtung von ROI und VOI bietet einen wirklich umfassenden Überblick über alle Erfolge eines Anerkennungsprogramms[8]. Nachdem ein Unternehmen klare Prioritäten aufgestellt und bewertet hat, kann es erfolgreiche Programme ausbauen, weniger erfolgreiche neu gestalten und ineffektive Programme einstellen[9].

 

[1] http://theirf.org/am-site/themes/IRF/download.php?file=http%3A%2F%2Ftheirf.org%2Fam-site%2Fmedia%2Fthe-value-and-roi-of-employee-recognition.pdf

[2] http://www.inspirus.com/motivation-you-can-measure

[3] http://institute.uschamber.com/move-from-roi-to-voi/

[4] http://www.huffingtonpost.com/eric-mosley/4-reasons-employee-apprec_b_9368584.html

[5] http://www.snacknation.com/blog/employee-happiness/

[6] http://www.sodexo.com/files/live/sites/sdxcom-global/files/PDF/Services/201606-presentation-SME-Performance-Study.pdf

[7] http://whitepapers.sodexomotivation.com/wp-content/uploads/2015/03/Why-VOI-Is-the-New-ROI.pdf

[8]http://www.inspirus.com/motivation-you-can-measure

[9] http://www.inspirus.com/motivation-you-can-measure

 

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.