Was motiviert Mitarbeiter wirklich?

Mitarbeiter binden und motivieren: Vielleicht geht es ja gar nicht nur ums Geld!?

Finden Sie die richtigen Anreizprogramme für Ihre Mitarbeiter

Wenn das Engagement der Mitarbeiter einen Tiefpunkt erreicht hat[1], müssen sich viele Unternehmen den Kopf über neue Methoden zerbrechen, wie sie ihre Mitarbeiter motivieren können. Mit Gehaltserhöhungen? Weiteren Vorteilen? Oder mit mehr Flexibilität? Diese Entscheidung hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, aber bei weitem die größten Erfolgschancen haben Unternehmen, wenn sie die Arbeit ihrer Mitarbeiter anerkennen.[2]

Geld: Kurzzeitmotivation mit beschränktem Anreiz

Ja sicher, Geld ist wichtig, aber nur die grundlegenden finanziellen Erwartungen müssen erfüllt sein. Die Mitarbeiter wünschen sich eine faire Bezahlung; ist das nicht der Fall, können sie durch keine Vergünstigung dieser Welt ins Unternehmen geholt oder daran gebunden werden. Vielleicht erklärt das auch, warum das Nettogehalt in wirtschaftlich schwächeren Ländern wie Polen und Brasilien immer noch der wichtigste Grund ist, warum man einen Job annimmt oder behält[3].

In allen anderen Ländern ist den Mitarbeitern das Gehalt nicht ganz so wichtig. Der Motivationsschub, der auf eine Gehaltserhöhung folgt, lässt bereits nach zwei oder drei Wochen nach[4]. Aus einer Untersuchung der 10 wichtigsten Gründe für die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz, bei der über 200.000 Arbeitnehmer auf der ganzen Welt befragt wurden[5], ging hervor, dass die Anerkennung der Arbeit wichtiger ist als alles andere. Ein attraktives Fixgehalt kam erst an achter Stelle!

Mitarbeitervorteile: wichtiger als das Gehalt

Wie kann ein Unternehmen am besten seine Anerkennung zeigen? Eine Befragung von Glassdoor, 3. Quartal 2015, zeigte auf, dass fast vier von fünf Mitarbeitern (79 %) lieber neue oder zusätzliche Mitarbeitervorteile hätten als eine Gehaltserhöhung[6].

Die Art der gewünschten Sozialleistungen kann jedoch je nach Stelle oder sogar Land der Beschäftigung unterschiedlich sein. Beispielsweise ergab eine Studie von Sodexo Benefits and Rewards von 2016, die in fünf Ländern durchgeführt wurde[7] , dass das Angebot von Schulungskursen die Attraktivität eines Unternehmens in Brasilien und Indien ebenso stark erhöhen kann wie die angebotenen finanziellen Leistungen.

In den USA – im einzigen Industrieland der Welt ohne allgemeinen Anspruch auf Elternschaftsurlaub; dort wird nur 9 % aller Mütter ein voll bezahlter Mutterschaftsurlaub angeboten – wäre Urlaub zur Betreuung eines Neugeborenen für werdende Eltern von unschätzbarem Wert.

Anreizprogramme für Mitarbeiter: der Schlüssel zum Erfolg

Auch ohne finanzielle Leistungen haben sich viele Anreizprogramme als erfolgreiche Motivationsfaktoren erwiesen. Die Palette der Anreize ist zwar meist recht umfangreich, aber laut Expertenempfehlung ist vor allem ein Merkmal wichtig: Anpassungsfähigkeit[8].

Je nach Perspektive sieht der „beste Bonus“ vielleicht ganz unterschiedlich aus. Wenn man die Mitarbeiter selbst auswählen lässt, wie ihre Arbeit und ihre Leistungsbereitschaft belohnt werden sollen, so kann man dadurch das Mitarbeiterengagement effizient fördern. Vergleichen wir zum Beispiel einmal einen Neueinsteiger mit einem langjährigen Manager in derselben Firma: Der neue Mitarbeiter würde sich vielleicht für ein Rückzahlungsprogramm für sein Studentendarlehen entscheiden, während sein Kollege lieber das Urlaubs- oder Wellness-Angebot in Anspruch nehmen möchte. Kurz gesagt, Unternehmen bieten immer flexiblere und kreativere Mitarbeiteranerkennungsprogramme an – von bezahlten Fitnessprogrammen über kostenlose Mahlzeiten bis hin zu skurrilen Leistungen wie dem Einfrieren von Eizellen[9].

Laut der Incentive Research Foundation[10] kann das richtige Anreizprogramm dazu führen, dass sich die Leistung des Teams um sage und schreibe 44 % und das Engagement der Mitarbeiter um 27 % verbessern und höher qualifizierte Mitarbeiter angezogen werden. KMU ebenso wie größere Firmen können einen großen Nutzen aus erfolgreichen Programmen zur Anerkennung der Mitarbeiter ziehen. Eine weltweite Untersuchung von Sodexo Benefits and Rewards von 2015 ergab, dass von den Managern kleiner und mittelständischer Unternehmen, die ein solches Programm eingeführt hatten, 74 % eine Verbesserung der Effizienz des Einstellungsverfahrens, 88 % einen Anstieg der Produktivität und 71 % eine Umsatzsteigerung beobachten konnten![11]

Der Faktor Mensch: wichtiger als alles andere

Auch in der Unternehmenskultur gibt es einen Faktor, der wesentlich für die Mitarbeitermotivation ist. Wenn sich die Mitarbeiter gewürdigt fühlen, entwickeln sie ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen. Dies wiederum führt zu langfristigen Vorteilen: Engagement, Arbeitsmoral, Loyalität und Produktivität der Mitarbeiter steigen an[12]. Aus einigen Studien geht hervor, dass sich die Produktivität um ganze 30 % verbessern kann, wenn die Mitglieder des Teams täglich nur ein einziges Lob erhalten.[13]

Eine Studie von McKinsey[14] ergab ebenfalls, dass Motivationsfaktoren wie beispielsweise die Beachtung durch das Management oder die Möglichkeit, eine Führungsrolle zu übernehmen, ebenso effizient funktionierten wie Geldprämien, Gehaltserhöhungen und Aktienoptionen. Es kommt noch besser: 67 % der Arbeitskräfte gaben an, dass ein Lob des Vorgesetzten immer noch die beste Motivation für sie sei und positiver wirkte als finanzielle Anreize und Sachleistungen.

 

[1] http://www.gallup.com/poll/165269/worldwide-employees-engaged-work.aspx

[2] https://www.entrepreneur.com/article/243258

[3] Studie von Sodexo Benefits & Rewards von 2016 mit Beteiligung von 3.224 Arbeitnehmern und 880 Firmen aus den Vereinigten Staaten, Indien, Frankreich, Brasilien und Polen

[4] http://www.lemonde.fr/emploi/article/2015/04/17/recherche-motivation-des-salaries_4618328_1698637.html#KV5keYkLxc5q9xLU.99

[5] https://www.entrepreneur.com/article/243258

[6] https://www.glassdoor.com/blog/ecs-q3-2015/

[7] Studie von Sodexo Benefits & Rewards von 2016 mit Beteiligung von 3.224 Arbeitnehmern und 880 Firmen aus den Vereinigten Staaten, Indien, Frankreich, Brasilien und Polen

[8] https://www.shrm.org/hr-today/news/hr-magazine/Pages/0403cadrain.aspx

[9] http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-06-30/benefits-are-the-new-salary

[10] http://theirf.org/research/incentives-motivation-and-workplace-performance-research-and-best-practices/147/

[11] http://www.sodexo.com/home/media/publications/studies-and-reports/smes-performance-survey.html

[12] http://www.hrzone.com/community-voice/blogs/johnsylvester/pay-rises-vs-better-employee-recognition

[13] https://www.bostonglobe.com/business/2013/11/17/appreciation-more-important-than-pay-employees-say/43QiLTDcIrfsgSPHUlvYlN/story.html

[14] http://www.mckinsey.com/business-functions/organization/our-insights/motivating-people-getting-beyond-money

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.