Mitarbeiter halten Schild mit dem Aufdruck Arbeitsrecht

Incentives für Mitarbeiter – die wichtigsten arbeitsgesetzlichen Regelungen

Was der Arbeitgeber unbedingt beachten muss

  • 16th Jan 2014
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  • 2019

Die Leistung ist freiwillig und doch zahlen fast alle Arbeitgeber Prämien an ihre Angestellten und vergeben Incentives für Mitarbeiter als Zeichen der Wertschätzung. Dass Anreize die Leistungsbereitschaft steigern, ist nun eine altbekannte Tatsache. Sie fördern die Identifikation der Arbeitnehmer mit ihrem Unternehmen und tragen – als kollektive Maßnahme – zur Teambildung bei. Incentives sind in vielen Fällen nicht steuerpflichtig und können für den Arbeitnehmer eine weitaus höhere Bedeutung erlangen als der reine Geldwert. Allerdings sind bei der Vergabe von Incentives einige rechtliche Faktoren zu beachten, die vielen Arbeitgebern unbekannt sind. Ergebnis: fatale rechtliche Folgen.

Incentives und das Steuerrecht
Prämien sind nach § 612 BGB Teil des Entgeltes für geleistete Arbeit und damit in vollem Umfang steuerpflichtig. Die Umwandlung in einen Sachwert oder einen geldwerten Vorteil ohne steuerliche Verpflichtung ist durch die Bundesregierung mit der Steuerreform 2006 – 2008 erheblich erschwert worden. Seither gelten strenge Maßstäbe für die Steuerfreiheit von Incentives.

So sind Abfindungen nicht mehr steuerfrei und Sachzuwendungen an Arbeitnehmer dürfen einen Betrag von 40 Euro im Monat nicht übersteigen. Von Waren oder Dienstleistungen, die ein Unternehmen anbietet, können Mitarbeiter in Form von Rabatten oder Ermäßigungen nur noch bis zu einem Kostenvorteil von 1.080 Euro jährlich profitieren, ohne dafür Lohnsteuer- oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen. Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge wurden neue Höchstbeträge eingeführt, die Arbeitgeber steuerfrei in eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds einzahlen können.
Es gibt jedoch eine Fülle von Möglichkeiten, auch in diesem Rahmen die motivierende Kraft von Incentives auszureizen.

Incentives für alle Mitarbeiter
Was die gesetzlichen Vorschriften unbeabsichtigt fördern, ist der kreative Umgang mit Incentives. Genau der ist aber auch nötig, soll die beabsichtigte Geste des Arbeitgebers richtig beim Mitarbeiter ankommen. Geldprämien werden virtuell auf dem Konto verrechnet und überdies noch mit einem steuerlichen Abzug versehen – Incentives dagegen wirken direkt. Ihre beste Wirkung entfalten sie deshalb auch in Form von Erlebnissen. Motivationsveranstaltungen oder Event-Highlights sind klug angelegte Sonderzahlungen, denn sie wirken nachhaltig und generell leistungsfördernd auf alle Mitarbeiter. Dafür stehen jährlich 110 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei zur Verfügung.

Zumindest für größere Unternehmen tut sich hier ein erhebliches Potenzial auf, mit dem sie ihre Mitarbeiter emotional erreichen. Es müssen jedoch nicht immer die ganz großen Erlebnisse sein. Auch die Ausgestaltung des Betriebsklimas mit kleinen Vorzügen fördert die konstruktive Arbeitsatmosphäre. Dazu gehören zum Beispiel Getränke oder Snacks, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Selbst kostenlose oder verbilligte Mahlzeiten sind bei kluger Kalkulation des Sachwertbezugs ohne steuerliche Nachteile möglich.

Weitere Informationen, zum Beispiel was passiert, wenn sich ein Angestellter auf einer geschenkten Reise verletzt, erfahren Sie hier: www.arbeitsrecht.de

 

Über Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Als Expertin für alle Formen der unternehmensinternen und – externen Kommunikation kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden. Seit über drei Jahren schreibt sie regelmäßig Fachartikel und Blogartikel rund um Human Resources Management.