Weibliche Hand hält rosa Brieftasche

1.000 Euro pro Monat für alle? Warum die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens immer mehr Fans findet

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Was halten Sie von 1000 Euro pro Monat? Überwiesen auf Ihr Konto, einfach so. Ohne Verpflichtungen, ohne Gegenleistung. Monat für Monat, Jahr für Jahr. Und das Beste: Nicht nur Sie bekommen das Geld. Ihre ganze Familie erhält die Überweisung. Und ihre Nachbarinnen und Nachbarn! Und alle Kolleginnen und Kollegen!

Klingt verrückt? Mag sein. Aber die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle findet immer mehr Fans. Manche meinen, solche Pauschalen könnten dem Sozialstaat eine Menge Bürokratie und damit Kosten ersparen. Andere stellen Menschenwürde, Zusammenhalt und Kreativität in den Vordergrund. Schließlich heißt weniger Arbeitszwang auch mehr Zeit für gesellschaftliches Engagement und schöpferische Tätigkeiten.

Weltweit laufen inzwischen Experimente. In Berlin sammelt eine Initiative per Crowdfunding für jährliche Grundeinkommens-Stipendien, die einige Glückliche gewinnen können. Dreißig Menschen sind schon in den Genuss gekommen, finanziert durch 35000 Freiwillige. Aber auch Staaten sind neugierig. Die finnische Regierung diskutiert momentan, ob sie jeder Bürgerin und jedem Bürger um die 900 Euro pro Monat auszahlen sollen. Ein Pilotprojekt ist in Vorbereitung und startet 2017.

Neu ist, dass auch manche Tech-Investoren aus der Innovationsschmiede Silicon Valley ein bedingungsloses Grundeinkommen befürworten. Eigentlich passt das ja nicht so zusammen: Turbo-Entrepreneure, die für Einkommen ohne Arbeit plädieren? Eine Investmentfirma startet jetzt sogar ein Experiment, in dem die Auswirkungen des Grundeinkommens am Beispiel von ungefähr fünf Menschen untersucht werden sollen.

Bricht im Herzen des Tech-Kapitalismus jetzt auf einmal die Freigiebigkeit aus? Natürlich nicht. Die Technologie-Cracks sind nicht in erster Linie von humanitären Erwägungen geleitet. Sie gehen davon, dass Computer und Roboter in den kommenden Jahren Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen werden. Diese Arbeitsplätze würden absehbar nicht neue Arbeit generieren. In anderen Worten: Millionen werden weniger zu tun haben als bislang, ganz abgesehen vom weggefallenen Einkommen.

Tatsächlich gehen die meisten Forscherinnen und Forscher davon aus, dass die digitale Revolution den Arbeitsmarkt umpflügen wird. Das verteilt Einkommen gänzlich anders als bislang, absehbar deutlich ungleicher. Irgendeinen Mechanismus zum Ausgleich werden wir uns also einfallen lassen müssen. Ansonsten werden gerade die Hochtechnologie-Länder unter massiv zunehmender sozialer Spaltung leiden.

Das bedingungslose Grundeinkommen ist nur ein mögliches Szenario für eine Zukunft, in der es weniger Arbeit geben wird als heute. Es zeigt: Wir werden fundamental umdenken müssen, in welcher Form auch immer. Solche Ideen sind sozusagen die „Think-Big“-Version, die zur Diskussion über Arbeit 4.0 und auch das Thema Generation Y gehören. Denn das, was wir im Kleinen in den Unternehmen verändern, ist Teil einer Transformation im Großen. Deshalb: Träumen Sie mit! Wir brauchen gute Ideen…

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.