TowersWatson Studie zeigt: Unterschiede der Belohnungssysteme meist unbekannt

Worauf es bei effizienten betrieblichen Vergütungssystemen wirklich ankommt

Personaler reden immer davon, dass die Arbeitsbedingungen härter, der Konkurrenzkampf untereinander stärker und vor allem die Personalbeschaffung in Zeiten des Fachkräftemangels schwerer geworden seien. Glücklicherweise haben die meisten Unternehmer erkannt, dass ihre Mitarbeiter für sie wichtiger denn je und fundamentales Kapital sind. Daher reicht es für die Mitarbeitergewinnung und -bindung schon lange nicht mehr aus, gerade mal eine Stellenausschreibung online zu stellen oder höchstens zum 20-jährigen Firmenjubiläum einen Blumenstrauß zu überreichen. Mitarbeiter sollen sich im Unternehmen wohlfühlen, für die anstrengende Arbeit und ihre Leistungen anerkannt werden und einen Ausgleich erhalten. Die Motivation und Mitarbeiterbindung soll durch Belohnungen und Incentives gestärkt werden und dauerhaft erhalten bleiben.

Doch dabei gilt: Belohnungsprogramm ist nicht gleich Belohnungsprogramm! Die TowersWatson Studie (White Paper) von Sodexo Paris hat sich mit dem Thema befasst und herausgefunden: Incentives und Belohnungssysteme sowie deren korrekte Ausführung sind elementar wichtig für den Erfolg und die Steigerung der Performance im Unternehmen. Leider ist der Unterschied von Incentive und Belohnung im Rahmen betrieblicher Vergütungs-/ Anreizsysteme kaum bekannt.

Team-Meeting im Glasbüro

Incentives – die Definition
Incentives sind Sachleistungen des Arbeitgebers, die dieser zur Steigerung und Erhaltung der Motivation der Mitarbeiter nutzt. Sie werden als langfristige Entlohnung für die Bewältigung von Aufgaben vergeben und in aller Regel von der Firmenleitung oder dem Personalbereich gesteuert und finanziert. „Immer mehr Unternehmen setzen auf Sachleistungen“, bestätigt George Wyrwoll, Corporate Relations Manager bei Sodexo: „Das hat gute Gründe: Geschenkgutscheine und Karten bieten den Firmen eine höhere Flexibilität, zudem kann auf die Bedürfnisse der Programmteilnehmer individueller eingegangen werden. Außerdem belegen betriebswirtschaftliche Studien, dass sich Incentives und Belohnungen mit Sachleistungen rechnen.“

Belohnungssysteme – die Definition
Dem stehen andere Belohnungsprogramme zur Seite. Mit Bonus- und Prämienzahlungen können Zuschläge zum Gehalt vergeben werden, die bei meist kurzfristig erreichten Zielen an einem konkreten Ergebnis orientiert sind. Auch Vermittlungsprovisionen erfüllen einen solchen Zweck, da sie den Mitarbeiter unmittelbar für seine geleistete Arbeit entlohnen. Allerdings sind derartige Methoden nur dort einsetzbar, wo es um kapitalgenerierende Arbeit geht. Beispielsweise im Dienstleistungssektor kann ein solches Vergütungssystem mitunter versagen, da es hier mehr um qualitative, denn um quantitative Aspekte geht. Auch geht es bei den Belohnungssystemen dieser Art mehr um die unmittelbare Entlohnung von einzelnen Arbeitsleistungen, die gewürdigt werden sollen. Mittlerweile werden dabei ebenfalls Sachwerte eingesetzt, wie beispielsweise Gutscheine, Veranstaltungstickets und Ähnliches.

 

Die Vorteile von Sachleistungen als Tool effizienter Belohnungssysteme

Budget strecken: Unternehmen können mit Sachleistungen oder Mengenrabatt für firmeneigene Produkte mehr bieten, indem sie die Wertwahrnehmung optimieren
Einprägsam: Der Empfänger denkt bei der Nutzung der Leistung auch außerhalb der Arbeitszeit an den Geber
Weiterempfehlung: Der Empfänger der Belohnung freut sich über die Zuwendung, identifiziert sich mit dem Unternehmen und trägt dies auch nach außen
Brutto für Netto: Arbeitgebern wie Arbeitnehmern kommen Steuerfreigrenzen für Sachleistungen zu Gute
Platz für individuelle Wünsche: Mit bestimmten Sachleistungen wie cleveren Gutscheinlösungen ist für jeden Mitarbeiter genau das Passende dabei
Essenszuschüsse als Alternative zur Kantine: Zuschüsse zur Verpflegung bringen Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Daher nutzen Arbeitgeber Anreizsysteme mit Sachleistungen wie:

Sachzuwendungen

Mittlerweile weiten global wirkende Unternehmen ihre örtlichen Incentive- und Belohnungsprogramme mit Sachleistungen auf mehrere Länder / Standorte aus. Dieser Trend liegt darin begründet, dass:

a. zahlreiche Firmen über zentrale Budgets für länderübergreifende Vergütungsprogramme verfügen.

b. es einfach und empfehlenswert ist, wenn positive Erfahrungen, die in einem Land / an einem Standort mit einem bestimmten Anreizprogramm gemacht wurden, dies auch für andere Länder und Standorte einzusetzen.

c. Firmen ihre Verhandlungsstärke erhöhen, wenn sie mit neuen Fachkräften zentrale Verträge aushandeln und vor der Konkurrenz noch einen weiteren Vorteil zu bieten haben.

d. Unternehmen vor allem Ressourcen-  und Verwaltungsaufwand einsparen, wenn sie länderübergreifend einheitlich belohnen.

Das subjektive Belohnungsempfinden als Basis effizienter Vergütungssysteme

Wesentlich für die Wirksamkeit von Belohnungsprogrammen ist das subjektive Belohnungsempfinden. So wird beispielsweise der Besuch einer Kaffeerösterei mit anschließendem Probierpaket für einen ausgemachten Teetrinker keine Belohnung darstellen. Nicht jeder ist ein Freund von Ballonflügen oder Bootsfahrten.
Werden Incentives in der üblichen Freizeit des Mitarbeiters veranstaltet, könnten diese oft nicht als Belohnung, sondern sogar eher als Bestrafung wahrgenommen werden.

Wichtig ist deshalb die Passgenauigkeit der Belohnung mit dem individuellen Belohnungsempfinden des Mitarbeiters. Hier stellen sich einige Herausforderungen, denn auch gut gemeinte Belohnungen können von dem Mitarbeiter im nicht gewünschten Maße wahrgenommen werden.

Unter Betrachtung von Maslow’s Klassifikation gilt: “… dass ein Mensch sich nicht höheren Bedürfnissen zuwendet, bis seine grundsätzlichen Bedürfnisse befriedigt sind. Daher ist eine Luxusurlaubsreise als Belohnung unter Umständen nicht so motivierend für einen Fabrikarbeiter, der sich anstrengen muss, um seine Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen.“

Maslow

Mitbestimmung bei der Etablierung betrieblicher Belohnungssysteme
Daher ist es ganz besonders wichtig, die Mitarbeiter bei der Auswahl der Belohnung und Incenitves für das betriebliche Anreizsystem aktiv mit einzubeziehen. Selbstverständlich ist es – vor allem in Großkonzernen – schwer möglich jedem einzelnen seinen ganz persönlichen Wunsch zu erfüllen, jedoch können zum Beispiel über interne Umfragen Tendenzen abgefragt werden. Würden sich Mitarbeiter zum Beispiel über ein Firmenevent oder über Zuschüsse zur Verpflegung oder zum Fitnessstudio freuen? Würden Ihre Mitarbeiter eher Firmen-Fitness-Angebote oder eher das klassische Diensthandy wählen? Vielleicht kann Mitarbeitern eine Auswahl an drei oder vier Möglichkeiten geboten oder eine Lösung gestellt werden wie zum Beispiel Einkaufsgutscheine, über die Empfänger selbst wählen können, wie und wo sie sie einsetzen.
So gibt es am Ende auch eine Belohnung für den Personalverantwortlichen: zufriedene und motivierte Mitarbeiter.

Betriebliche Vergütungssysteme und ihr Return on Investment
Der Kapitaleinsatz zur Steigerung der Motivation, Bindung und Produktivität im Unternehmen dank betrieblicher Belohnungssysteme beziehungsweise Vergütungssysteme lohnt sich dann, wenn Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen einen Nutzen ziehen können.

Bereits im Jahr 2014 konnte das Gallup-Institut nachweisen: „Unzufriedenheit und ein schlechtes Betriebsklima führen zu mangelnden Leistungen, wohin gegen eine fürsorgliche, wertschätzende Unternehmenskultur Loyalität und Produktivität erzeugen.
Es besteht nachweislich eine direkte Korrelation zwischen Fluktuation und Mitarbeiterzufriedenheit, welche wiederum eng mit der Fürsorge für die eigenen Mitarbeiter zusammenhängt.“

Mit unkomplizierten Lösungen lassen sich Bindung und Zufriedenheit ganz einfach stärken. Dank Steuerbegünstigungen sparen Unternehmen zum Beispiel mit 20 Mitarbeitern über 20.000 € pro Jahr beim Einsatz von steuerfreien Restaurantschecks von Sodexo. Sie als Arbeitgeber genießen die neue Profitabilität Ihres Unternehmens und schöpfen Ihre Möglichkeiten voll aus.

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