Mitarbeiter-Meeting, bei dem ein Kollege per Video zugeschaltet ist

Im Home Office arbeiten – Strategien für Präsenz im Job

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Im Home-Office arbeiten: Was für ein tolles Konzept! Effizientes Arbeiten am Rechner daheim, per Handy in Telefonkonferenzen dabei, per E-Mail erreichbar… Schluss mit dem Präsenzwahnsinn im Job! Klingt nicht nur klasse, ist es auch. Mit viel Grund verhandeln immer mehr Mitarbeiter, dass sie einige Tage pro Monat von Zuhause aus arbeiten dürfen.

Und doch zeigen Studien, dass Arbeit im Home-Office Nachteile haben kann. Kleinere Lohnerhöhungen, schlechtere Leistungsbewertungen durch Vorgesetzte, zögerliche Beförderungen – die Abwesenheit hat ihren Preis.

Um so wichtiger, dass Sie trotz Abwesenheit als anwesend wahrgenommen werden! Schließlich wäre es ein Jammer, wenn Sie trotz all Ihrer Leistung vom heimischen Schreibtisch aus Einbußen mit Blick auf Ihr berufliches Vorankommen verbuchen müssten.

Forscher haben den Begriff passive face time geprägt. Das meint die Sichtbarkeit am Arbeitsplatz, ohne körperlich anwesend zu sein. Einige Strategien gefällig?

  1. Regelmäßige Anrufe und Status-Updates: Zeigen Sie, dass Sie auch im Home Office arbeiten! Am besten, in dem Sie Ihre Kollegen und Vorgesetzten wissen lassen, wo Sie gerade stehen und welchen Fortschritt Sie machen. Das hat auch dann positive Wirkung, wenn Sie vom Büro aus arbeiten. Vom Home-Office stützt das zusätzliches Vertrauen in Ihre Arbeitsleistung.
  2. Planen Sie bewusst Zeiten für physische Präsenz ein: Je mehr Sie von zuhause aus arbeiten, desto wichtiger sind intelligent geplante Zeiten der Anwesenheit im Büro. Setzen Sie sich in diesen Präsenzzeiten nicht einfach an den Schreibtisch. Gehen Sie zu den Kollegen an den Schreibtisch, sprechen Sie bewusst mit Ihrem Chef. Nutzen Sie die Zeit aktiv für Koordination. Und vergessen Sie den Small Talk nicht!
  3. Seien Sie zuhause erreichbar: Home-Office ist vor allem dann ein Problem, wenn Kollegen den Eindruck haben, man nutze die Arbeit zuhause als Ausrede für das Nicht-Arbeiten. Sehen Sie deshalb zu, dass Sie direkt ans Telefon gehen und E-Mails zügig beantworten. Das zeigt, dass Sie bei der Sache sind.
  4. Setzen Sie Randzeiten strategisch ein: Es mag affig sein, aber E-Mails früh morgens oder später am Abend unterstreichen, dass Sie mit Herz bei der Sache sind. Setzen Sie das ruhig bewusst ein und schicken Sie Nachrichten abseits der normalen Bürozeiten.
  5. Bestehen Sie auf häufiges Feedback: Je mehr Sie körperlich abwesend sind, desto wichtiger ist häufiges Feedback durch Chef und Kollegen. So bringen Sie Ihr Gegenüber dazu, sich mit Ihrer Leistung auseinanderzusetzen und Geleistetes anzuerkennen. Verbinden Sie abgeschlossene Aufgaben deshalb mit kurzen Feedback-Telefonaten und setzen Sie sich zu regelmäßigen Evaluations- und Feedbackrunden zusammen, wenn Sie im Büro sind.

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.