Mitarbeiterin hält Uhr vor heiterem Himmel im Hintergrund

Geteilte Arbeit, doppelte Leistung – warum sich Teilzeit lohnt

Motivation am Montag von Nicola Fritze, Expertin für Persönlichkeitsentwicklung und Motivation

Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind Führungskraft. Ein Mitarbeiter kommt zu Ihnen und bittet darum, in Teilzeit arbeiten zu dürfen. Im Gegenzug verzichtet er auf die Hälfte seines Gehaltes – und bittet Sie darum, die frei gewordenen Teile der Stelle mit einer anderen Teilzeitkraft zu besetzen.

Wenn Sie ein schlauer Chef sind, freuen Sie sich. Warum? Weil der Erfahrungswert besagt, dass geteilte Arbeit häufig mehr Leistung bedeutet als bislang. Schließlich denken auf einmal zwei Köpfe mit und nicht mehr nur einer. Hinzu kommt: Das Weniger an Stunden äußert sich häufig in einem Mehr an Produktivität und Effizienz. Je weniger Zeit, desto mehr Motivation spüren die meisten Mitarbeiter in Teilzeit, ihre Arbeitszeit so gut wie möglich zu nutzen.

Nun ja, eigentlich müsste ich sagen: Mitarbeiterinnen. Denn meistens sind es Frauen, die Teilzeit arbeiten. Um die elf Millionen sind es heute. Anders als früher ist Teilzeit aber nicht mehr gleichbedeutend mit dem Karriere-Abstellgleis. Arbeitgeber kapieren zunehmend, dass sie es sich nicht länger leisten können, all diejenigen vom Aufstieg auszuschließen, die nicht Vollzeit verfügbar sein können oder wollen. Schließlich macht es keinerlei Sinn, in Zeiten des akuten (und weiter wachsenden) Fachkräftemangels Hochqualifizierte einfach in den toten Winkel zu stellen.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass Job-Sharing immer weiter zunimmt. Job Sharing meint: Eine wachsende Zahl von Arbeitnehmern entscheidet sich dafür, bestehende Positionen auf zwei Schultern zu verteilen. Das umfasst auch Führungspositionen. So werden Vollzeit- zu Teilzeitstellen – und für Arbeitgeber verdoppelt sich mit der Zahl der Köpfe pro Stelle auch die Zahl der Kompetenzen, Perspektiven und Ideen. Ein guter Deal also! Nicht nur für die Arbeitgeber: laut Studien sind diejenigen, die sich Vollzeitjobs teilen, gesünder, zufriedener und effizienter als Vollzeit Beschäftigte.

Dabei ist Job Sharing aber natürlich kein Selbstläufer. Für den Arbeitgeber sollte ein spürbarer Mehrwert entstehen. Schließlich entstehen über Jobsharing doppelte Kosten für Sozialleistungen und Fortbildungen. Und, ganz wichtig: Wo zwei sich eine Funktion teilen, sind andauernde, enge Absprachen und großes Vertrauen zwingend nötig. Ansonsten drohen Reibungsverluste im Alltag, die schnell zum Problem werden können. Aber diese Risiken sollten einem die Perspektive nicht vermiesen – Job Sharing kann zum besseren (Arbeits-) Leben führen!

Über Nicola Fritze

Nicola Fritze ist erfolgreiche Rednerin, Trainerin, Podcasterin und Buchautorin zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung und Motivation. Die Pädagogin ist zudem gefragte Beraterin für Unternehmen zu strategischen Fragen der Mitarbeitermotivation. Ihr Buch „Motivier Dich selbst – sonst macht’s ja keiner!“ ist seit 2013 auf dem Markt.

Weitere Informationen finden Sie auf www.nicolafritze.de.