Gestresster Mitarbeiter rennt in Eile an einer Uhr vorbei

Wie viel Geld kostet Stress das Unternehmen?

Welche Stressfaktoren zu Krankheit, Unmotiviertheit und geringerer Produktivität der Mitarbeiter führen

Die Belastungen durch hohe Arbeitsanforderungen an die Mitarbeiter kostet die Unternehmen viel Geld und sorgt für massiven Ärger bei den Chefs. Die hohen Dauerbelastungen während der Arbeit sorgen über den dabei entstehenden Stressfaktor bei den Beschäftigten für hohe Krankheitsrisiken und Burnout. Studien über steigenden Stress am Arbeitsplatz fordern die Personalentscheider zum Handeln auf.

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Bereits 2012 hatte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf die extremen Belastungen durch Stress hingewiesen. In ihrer Studie „Stressreport Deutschland“ machte die Forschungseinrichtung deutlich, dass Stress zum prägenden Bild bei den Arbeitnehmern und ihren Chefs geworden ist. Für die Studie wurden 18.000 potentiell Betroffene befragt, wie sie mit Anforderungen, Stressfolgen und Belastungen während der Arbeitszeit umgehen.

Mitarbeiter im Zwiespalt – Deutsche unter hoher Stressbelastung
Die frühere Arbeitsministerin forderte Gewerkschaften und Arbeitgeber auf, gemeinsam gegen die zunehmende Arbeitsbelastung durch Stress vorzugehen. Chefs sollte klar werden, dass Handlungsbedarf besteht, um Produktivität und Zufriedenheit während der Arbeit sicherzustellen. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern muss das Stresslevel in Deutschland als besonders kritisch eingeschätzt werden. Zu viele Unterbrechungen während der Arbeitszeit durch unnötige Telefonate und E-Mails hemmen den Erfolg der Mitarbeiter. Das gleichzeitige Umsetzen von Anforderungen und das allseits unbeliebte Multitasking muss deutlich eingeschränkt werden, damit die Mitarbeiter wieder produktiv arbeiten können. Viele klagen darüber, dass sie kaum noch Zeit für notwendige Pausen haben. Obwohl die Chefs verpflichtet sind, über Pausen und Arbeitszeiten konsequent zu wachen, wird diese Anforderung vernachlässigt, weil die Führungskräfte selbst unter starkem Stress stehen.

Auch eine gemeinsame Studie des FAZ-Instituts und der Techniker-Krankenkasse hatte festgestellt, dass sich Berufstätige immer unwohler fühlen, wenn sie an ihre Arbeitspflichten denken. Jeder dritte Arbeitnehmer fühlt sich unter Dauerdruck und überlegt immer häufiger, wie er der Arbeit entfliehen kann. Neben vermehrten Krankheitstagen ist es nicht zu übersehen wie Stress auf der Arbeit sich auf die Gesundheit von Berufstätigen auswirkt: psychische Erkrankungen gelten heutzutage als Hauptgrund für eine frühzeitige Rente. Unternehmen die Chefs nichts gegen diesen Trend, dann können sie kaum darauf bauen, dass in wenigen Jahren noch die Mitarbeiter so funktionieren, wie sie es gewohnt sind.

Auch Führungskräfte stehen merklich unter Strom
Eine Untersuchung des Bochumer Instituts für Innovationsforschung macht deutlich, dass die Führungskräfte in Unternehmen selbst die vitale Erschöpfung spüren, die auch prägend für ihre Mitarbeiter geworden ist. Überlastungserscheinungnen wie Burn-Out sind zu umfassenden Phänomenen in der Arbeitswelt geworden. Aus unternehmerischer Sicht ist schnelles Handeln angesagt, denn die Kosten durch die Stressbelastung am Arbeitsplatz sind zum volkswirtschaftlichen Risiko geworden. Gestresste Mitarbeiter können kaum noch Kunden überzeugen, damit diese weiterhin dem Unternehmen als Leistungsabnehmer zur Verfügung stehen.

Die untenstehende Infografik visualisiert die ungeschminkten und zum Teil erschreckenden Zahlen und Fakten zum Thema Stress am Arbeitsplatz und die daraus resultieren Kosten für die Unternehmen:

Stressfaktor Arbeit - Infografik auf incentimo.de

Mit drei sehr einfachen Maßnahmen können die Chefs gegen den Stress in ihrem Umfeld vorgehen:

  • Zunächst sollten sie das Stimmungsbild ihrer Mitarbeiter recherchieren. Sie sollten fragen, ob sich die Mitarbeiter gestresst fühlen und welche einzelnen Gründe hierfür eine wesentliche Rolle spielen.
  • In einem weiteren Schritt sollten objektive Kennzahlen bestimmt werden, die Arbeitszufriedenheit und Stress-Resistenz deutlich machen können. Hier sind die Krankheitszahlen und die Fluktuationsdaten von enormer Wichtigkeit. Sind diese Werte relativ hoch und ist das Meinungsbild der Betroffenen ähnlich kritisch, dann ist es höchste Zeit, dass alle Verantwortungsträger nach Handlungsperspektiven suchen.
  • Diese Handlungsperspektiven können in einer Verbesserung von Arbeitsbedingungen, Pausenregelungen und einem neuen betrieblichen Gesundheitssystem liegen. Die Unternehmensleitungen, die Mitarbeiter, die Chefs und die betriebliche Interessenvertretungen müssen zusammenarbeiten, um neue Wege gegen Stress im Unternehmen wirksam werden zu lassen.
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Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Hier kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden.