Mann springt in die Luft. Schriftzug Endangered Species

Mitarbeitermotivation: Motivierte Mitarbeiter vor dem Aussterben bedroht?

  • 1st Apr 2016
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Sie wünschen sich rund um motivierte und engagierte Mitarbeiter für Ihr Unternehmen? Dann muss ich Sie leider enttäuschen, denn derzeit scheint es sich hierbei um eine besonders seltene Spezies zu handeln. Laut einer aktuellen Erhebung sind nur noch ungefähr 13 Prozent der Arbeitnehmer weltweit in ihrem Job motiviert und engagiert. Gar kein Engagement am Arbeitsplatz weist etwa ein Drittel aller Beschäftigten auf. Das belegt die internationale Studie steelcase, für die Beschäftigte aus den verschiedensten Ländern befragt und beobachtet wurden.

Mitarbeitermotivation beziehungsweise Motivation am Arbeitsplatz setzt Spaß und Zufriedenheit voraus, was wiederum zu einer Steigerung der Leistung und somit zum Erfolg des Unternehmens führt.

Doch was lässt Mitarbeiter wieder zufriedener und motivierter werden? Boni und ein höheres Gehalt scheinen hier nur kurzfristig zu wirken. Denn bekanntlich macht Geld allein nicht dauerhaft glücklich. Langfristig lautet das Schlüsselwort: intrinsische Motivation. Mitarbeiter sollten die Motivation also von sich aus entwickeln und nicht dem äußeren Zwang „Ich MUSS diese Arbeit verrichten, damit…“ unterliegen. Es sind häufig die nicht-materiellen Dinge, die sich positiv auf die Laune und so auf die Mitarbeitermotivation auswirken. Zudem ist es an Führungskräften eine Unternehmenskultur zu entwickeln, die auf Selbstbestimmung und Selbstmotivation abzielt.

8 nützliche HRM-Tipps für effiziente Mitarbeitermotivation in Ihrem Unternehmen:

  1. Flexibilität: Lassen Sie Mitarbeiter frei entscheiden, wo und wann sie arbeiten möchten. Man spricht hier auch von so genanntem Mood-Based-Working. So können Sie zum Beispiel eine Kernzeit von 6 Stunden festlegen, zu der sich alle Mitarbeiter am Arbeitsplatz befinden sollten. Die Zeit davor und danach ist flexibel einteilbar. Zudem kann an Tagen, an denen im Homeoffice gearbeitet werden kann, die Leistung erwiesenermaßen gesteigert werden. Mitarbeiter können selbst bestimmen wann und wo sie konzentrierter arbeiten können und so selbst zu einer motivierteren Arbeitsweise finden.
  2. Autonomie: Geben Sie die Aufgaben ab, bei denen Ihre Mitarbeiter die Spezialisten sind, und vertrauen Sie auf ihr Können. Ziehen Sie Ihre Experten auch beratend hinzu und zeigen Sie Ihnen so, wie sehr sie vom Unternehmen gebraucht werden. Fragen Sie sie nach Ihrer Meinung und wie Sie in bestimmten Projekten vorgehen würden und möchten. Verantwortung und Selbstbestimmung führen bekanntlich zu mehr (Selbst-) Motivation am Arbeitsplatz.
  3. Anerkennung: Erkennen Sie die Arbeit und die Erfolge Ihrer Mitarbeiter an. Lob ist kurzfristig, doch Anerkennung und Wertschätzung – auch im Rahmen betrieblicher Incentivierungs-Programme – hinterlassen bleibenden Eindruck. Sie zahlen auf Ihr Image als Arbeitgeber ein und schaffen zugleich einen attraktiven Anreiz für Ihre Mitarbeiter sich selbst zu motivieren und Leistung zu erbringen.
  4. Mehrwert des Unternehmens: Zeigen Sie den Mitarbeitern, warum es sich lohnt in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Bieten Sie zum Beispiel ein nachhaltiges Betriebliches Gesundheitsmanagement, Kinderbetreuung und Co. Zeigen Sie, wie wichtig Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen genommen werden und in den Genuss welcher Vorteile sie kommen, wenn sie für Sie arbeiten und Einsatz zeigen, und nicht für die Konkurrenz.
  5. Sinnhaftigkeit der Aufgaben: Verdeutlichen Sie Ihren Mitarbeitern, welchen Sinn die zu erledigenden Aufgaben haben und beziehen Sie sie in die Planung neuer Projekte von Anfang an mit ein. Geben Sie Mitarbeitern zudem Raum für eigene innovative Ideen und etablieren Sie zum Beispiel einen virtuellen Briefkasten für Verbesserungsvorschläge über Ihr Intranet.
  6. Vorbildfunktion: Sie gehen um 17:00 in den Feierabend, die Mitarbeiter müssen aber noch bis 19:00 Uhr im Büro bleiben? Verhalten Sie sich lieber so, wie Sie es sich von ihren Mitarbeitern wünschen. Zeigen Sie Engagement, sowohl für die Projekte als auch für ihr Team, halten Sie sich an Absprachen und gehen Sie Kompromisse ein. Man erntet, was man säht, auch in Sachen Mitarbeitermotivation.
  7. SWOT-Analyse: Ein altes Tool, aber immer noch aktuell: Bei der SWOT-Analyse geht es darum, die Stärken und Schwächen herauszuarbeiten, zu analysieren und so Chancen und Risiken zu erkennen. Beobachten Sie Ihre Mitarbeiter und lassen Sie sie selbst bewerten. Tragen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeiter die Ergebnisse zusammen um dort anzusetzen, wo es Stärken auszubauen und Schwächen zu reduzieren gilt.
  8. Unterstützung bieten: Weniger fordern, mehr fördern. Fördern Sie die Ideen und Anregungen ihrer Mitarbeiter, anstatt sie mit Forderungen unter Druck zu setzen. Denn Druck kann zwar manche Menschen motivieren, die meisten aber langfristig gesehen eher mit einer Abwehrhaltung reagieren. Bieten Sie Ihrem Team Unterstützung und vor allem: arbeiten Sie als Team – gemeinsam ist man stärker.

 Last but not least: Fragen Sie Ihre Mitarbeiter doch einmal auf direktem Wege, wie zufrieden sie sind, was ihnen helfen würde engagierte an die Arbeit zu gehen, damit motivierte Mitarbeiter nicht irgendwann wirklich der Vergangenheit angehören!

Ein Gastbeitrag von Theresa Dehmer

About Stefanie Rehm

Stefanie Rehm ist Diplom-Onlinejournalistin und für eine Frankfurter Internetagentur tätig. Hier kümmert sie sich unter anderem um diverse Online-Magazine oder um die Außendarstellung der Agentur-Kunden.